Auch in Zürich sind die Zeichen des Klimawandels spür- und messbar. Grund ist die hohe und weiter ansteigende Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre, zu der auch wir mit unserem Lebensstil beitragen. Aktuell setzen Zürcher*innen etwa 2,3 Tonnen an direkten Treibhausgasemissionen pro Person und Jahr frei. Weitere 12,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr werden als indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb der Stadtgrenze verursacht.
Zürich hat insgesamt eine gute Umweltqualität. Bezüglich Luftqualität rangiert die Stadt Zürich im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Die Schadstoffbelastung ist an stark befahrenen Verkehrsachsen jedoch zu hoch. Ein Drittel der Einwohner*innen erleiden gesundheitliche Einbussen infolge zu hoher Lärmeinwirkungen. 20 Prozent des städtischen Siedlungsgebiets ist in Sommernächten überwärmt, sodass ein Teil der Einwohner*innen im Sommer häufiger mit Tropennächten konfrontiert ist. Der Anteil an Baumkronenflächen im Siedlungsgebiet hat in den letzten 4 Jahren um 99 Fussballfelder abgenommen und beträgt noch 15,4 Prozent. Etwa 60 Prozent der Einwohner*innen können Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität leicht erreichen. Die Wasserqualität des Zürichsees und in den Flüssen ist gut, die Trinkwasserqualität hervorragend. Weniger gute Bedingungen bieten die Gewässer jedoch für Wasserlebewesen. Ökologisch wertvolle Flächen mit einer hohen Artenvielfalt nehmen auch trotz grossem Einsatz der Stadt nur langsam zu. Bei der Lichtverschmutzung im Stadtgebiet setzt sich die Stadt für sinnvolle Massnahmen ein, damit Mensch und Tier möglichst ungestört sind, wenn es dunkel ist. Dasselbe gilt für die Mobilfunkantennen. Bei Sendeanlagen auf Stadtgebiet sorgt die Stadt für die Einhaltung der Grenzwerte.
Der Anteil ökologisch wertvoller Flächen konnte in den letzten 10 Jahren um 0,7 Prozent auf 10,9 Prozent gesteigert werden. Zur Zielerreichung von 15 Prozent, wie es im regionalen Richtplan (RRB Nr. 576/2017) definiert ist, braucht es weitere 4,1 Prozente oder 224 Hektaren. Diese Lücke an noch zu schaffenden ökologisch wertvollen Flächen kann nur gemeinsam mit engagierten privaten Grundeigentümer*innen geschlossen werden. Was die Nachhaltigkeit in Planung, Gestaltung und Pflege angeht sind die Leistungen von GSZ herausragend.
In Zürich sind wir zwar bereits gut im Recycling, gehören aber auch zu den Gesellschaften mit den weltweit höchsten Abfallaufkommen. Die aus privaten Haushalten stammende Menge an Abfall ist in der Stadt Zürich seit Jahren mit rund 300 kg Abfall pro Person und Jahr stabil. Gleichbleibend ist auch die Recyclingquote von separat gesammelten Stoffen wie Glas, Papier, Karton und Plastik, die rund 45 Prozent der gesamten Menge ausmachen. Auch wenn gewisse Kreisläufe etabliert sind, z. B. die Sammlung und Verwertung von Bioabfall oder die nahezu 100-prozentige Rückgewinnung von Metallen aus dem Siedlungsabfall, ist das Potenzial noch beträchtlich, Produkte und Materialien im Kreislauf zu halten.