Die vorliegende Publikation ist die erste von drei Veröffentlichungen, welche die Wiederverwendung von tragenden Bauteilen im städtischen Pilotprojekt Recyclingzentrum Juch-Areal in Zürich-Altstetten untersucht und dokumentiert. Der erste, nun vorliegende Teil beschreibt den Prozess der Wiederverwendung tragender Elemente aus Stahl und Beton der Vor- und Bauprojektphase (SIA 31–32). Anhand folgender drei Fallbeispiele werden die Beschaffung, Prüfung, Eignung, Demontage, Transport, Lagerung und die Vorbereitung für den Wiedereinbau dokumentiert: Stahlkonstruktion der Traghalle Recyclingzentrum Hagenholz, Faserbetonplatten aus dem Sicherheitsstollen des Kerenzerbergtunnels sowie Beton-Pilzstützen mit Deckenelementen aus der Schellinghalle Rümlang.
Der zweite Teil der Studie wird den Prozess der ausführenden Bauarbeiten (SIA 51–53) mit Re-Use Bauteilen beschreiben und dokumentieren. Im dritten Teil werden die Treibhausgasemissionen und Kosten ausgewertet.
Die erste Studie zeigt, welche Faktoren für eine erfolgreiche Vor- und Bauprojektphase entscheidend sind. Neben Bauherrschaften und Planenden, die bereit sind, neue Wege einzugehen, muss die Wiederverwendung von Bauteilen so früh wie möglich in die Projektplanung integriert werden. Nur so kann eine agile Projektorganisation gelingen, die die Herausforderungen des Bauens mit wiederverwendeten Bauteilen in neue Prozesse übersetzt z. B. neue Rollen wie Fachspezialist*in kreislauforientiertes Bauen, veränderte Terminplanung, Bauteilsuche via Bauteildatenbank, Logistik- und Lagerplanung, Integration Datenmanagement mittels Bauteilpässen, Qualitätssicherung von Bauteilen, Haftungsfragen, Normen und Beschaffung.
Die Studie adressiert aus diesem Grund (Fach-)Planende und Bauherrschaften wie die öffentliche Hand, die auf Basis dieser Dokumentation frühzeitig die Wiederverwendung von Bauteilen in die Planung miteinbeziehen können.