Stadthausquai 17
8001 Zürich
Perfekt geschminkt im pastellfarbenen Kleid hält sie das selbstgebackene Sauerteigbrot in die Kamera, zeigt ihre makellose Küche und gibt Tipps zum Verwöhnen des Ehemannes. Immer häufiger taucht in sozialen Medien die Figur der sogenannten «Tradwife» auf. Sie verkörpert ein idealisiertes Bild von Weiblichkeit, Familie und Care-Arbeit und inszeniert traditionelle Geschlechterrollen als attraktiven Lebensstil. Dabei knüpft sie an reale Erfahrungen der Care-Krise an, insbesondere die strukturelle Überlastung von Frauen mit Sorgeverantwortung. Gleichzeitig werden diese gesellschaftlichen Probleme reaktionär umgedeutet: Care-Arbeit wird aus der politischen Diskussion herausgelöst, ins Private verlagert und als «natürliche» weibliche Aufgabe dargestellt.
Doch was steckt hinter dieser Bewegung? Ist sie Ausdruck eines antifeministischen Backlash – oder Spiegel ungelöster Widersprüche in der Gleichstellungspolitik? Welche Rolle spielt die Geschlechterbinarität in dieser Bewegung – und wie stabilisiert sie die traditionelle Geschlechterordnung? Und warum gewinnt die Figur der Tradwife gerade jetzt so viel Aufmerksamkeit?
Diesen Fragen widmet sich die Soziologin Viktoria Rösch (sie/ihr) im BiblioTalk vom 11. März 2026.
Eine Veranstaltung im Zeichen des Equal Care Day 2026.
Bei Bedarf steht ein*e Gebärdensprachdolmetscher*in zur Verfügung.