Ob Stalkerware auf dem Smartphone, Bluetooth-Tracker im Alltag, der smarte Staubsaugerroboter oder manipulierte Bilder: Digitale Beziehungsgewalt hat viele Gesichter.
Digitale Technologien sind längst Teil unserer Beziehungen. Sie schaffen Nähe und erleichtern den Alltag. Gleichzeitig können sie zur Kontrolle, Überwachung und Einschüchterung missbraucht werden – oft als Verstärkung bereits bestehender Gewalt in Partnerschaften.
Doch was genau ist digitale Beziehungsgewalt und wie lässt sie sich erkennen? Wie können Betroffene geschützt werden? Und was bedeutet digitale Beziehungshygiene?
Diesen Fragen widmete sich die Geschäftsleiterin von «Tech against Violence» Simone Eymann-Pasquini (sie/ihr) im BiblioTalk vom 6. Mai 2026.
Fabian Weingartner: [Titelfolie] Guten Abend, geschätztes Publikum. Im Namen der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich heisse ich Sie herzlich willkommen beim heutigen BiblioTalk «Digitale Beziehungsgewalt - Erkennen, Einordnen, Handeln». Mein Name ist Fabian Weingartner. Ich leite Projekte bei der Fachstelle für Gleichstellung und organisiere die BiblioTalks - diese Veranstaltungsreihe. Vorab, heute geht es um Gewalt in Beziehungen. Es werden auch Beispiele dazu erwähnt. Sie dürfen natürlich jederzeit den Raum verlassen und eine Pause einlegen. Gerne begrüsse ich auch unsere heutige Referentin Simone Eymann von Tech against Violence. Schön bist du hier!
Fabian Weingartner: Die Fachstelle für Gleichstellung ist das Kompetenzzentrum und die Anlaufstelle für alle Geschlechterfragen in der Stadt Zürich. Wir setzen uns ein für die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern und auch von LGBTI-Menschen - also von Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen. Und das in allen Lebensbereichen. Wie Sie sehen, wir befinden uns heute in der schönen Bibliothek zur Gleichstellung. Zu meiner Linken, zu Ihrer Rechten gibt es ganz viele Bücher zum heutigen Thema. Diese Bücher können Sie ausleihen, falls Sie möchten, gratis. Wir sind jeweils dienstags ganztags geöffnet und Donnerstag nachmittags. Erstellen aber auch Medienlisten, falls Sie sich in der Recherche befinden, melden Sie sich bei mir. Es sind rund 6000 Bücher - Habe ich das schon gesagt? - Also es ist eine grosse Vielfalt an Büchern, die auf Sie wartet hier. Und alle weiteren Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Nun übergebe ich an Laura Angst, Projektleiterin im Bereich der geschlechtsspezifischen Gewalt.
Laura Angst: Ja. Guten Abend auch von meiner Seite. Schön sind Sie da bei uns in der Bibliothek zur Gleichstellung. Ich möchte mit einem persönlichen Beispiel einsteigen. Vor ein paar Wochen war ich in den Ferien und habe auf meinem Handy die Nachricht erhalten, dass sich AirPods mit mir bewegen, die nicht mir gehören - also diese Bluetooth Kopfhörer von Apple. Und mein Handy hat mir gesagt, da ist was, das gehört nicht mir. Kurz nach meinen Ferien sass ich dann in einer Weiterbildung zum Thema digitale Beziehungsgewalt bei Simone Eymann und ihrer Kollegin und habe gelernt, dass selbst mit so unschuldigen AirPods Personen digital überwacht werden können. Man kann solche AirPods in eine Tasche schmuggeln und dann herausfinden, wo sich eine Person befindet. Also ähnlich wie mit einem AirTag. Bei mir war das wahrscheinlich einfach meine Reisebegleitung, die auch AirPods mit dabei hatte. Ich hatte danach auch nie mehr so eine Meldung bekommen. Trotzdem, wenn ich heute eine solche Meldung erhalten würde, nach dem Workshop mit Simone, würde ich die Sache wohl genauer anschauen wollen.
Laura Angst: Warum erzähle ich Ihnen diese kleine Reisegeschichte? Ich erzähle das, weil digitale Technologien uns heute alle begleiten und das ständig. Ohne das Smartphone kommt man im heutigen Alltag fast nirgendwo mehr hin. Aber auch andere Gadgets wie eine Smartwatch, die Bluetooth Kopfhörer, AirTags oder auch die smarten Geräte zu Hause werden immer mehr gebraucht. Diese Dinge können uns den Alltag enorm erleichtern. Sie erlauben es uns auch, dass wir uns über Raum und Ort miteinander verbinden und vernetzen und im Kontakt bleiben. Aber sie bergen auch ein grosses Potenzial für Missbrauch. Und genau deshalb sind wir heute Abend hier bei uns in der Bibliothek.
Laura Angst: Das Thema geschlechtsspezifische Gewalt hat bei der Fachstelle für Gleichstellung eine lange Geschichte. Es begleitet uns nämlich seit unserer Gründung vor über 35 Jahren. Gleichstellung gibt es nur ohne Gewalt. Und die Förderung der Gleichstellung ist zugleich zentral für die Prävention von Gewalt. Heute ist geschlechtsspezifische Gewalt leider immer noch Alltag und Realität. In Zürich rückt die Stadtpolizei im Schnitt sechsmal am Tag aus wegen häuslicher Gewalt. Digitale Technologien können häusliche Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt, sie ahnen es verstärken. Mit diesen Geräten ist Kontrolle und Überwachung einfacher und ortunabhängig möglich. Und sie bietet neue Möglichkeiten für Erniedrigung und Einschüchterung. Wer in den letzten Wochen Zeitung gelesen hat, wird über den einen oder anderen Artikel zum Thema gestolpert sein. Die Medienberichte zeigen dabei digitale Gewalt ist nicht anonym und findet anonym im Netz statt. Sehr häufig passiert sie auch im sozialen Nahraum, also in unserem engsten Umfeld, in einer Partner*innenschaft, Ex-Beziehung oder auch sehr oft während oder nach einer Trennung. Vielleicht haben Sie vom Fall gehört, vom deutschen Moderator und Schauspieler Christian Ulmen, der mutmasslich, dieses Verb, dieses Adjektiv ist wichtig, Fake-Profile seiner damaligen Frau erstellt hat. Vielleicht haben Sie auch von der Recherche gehört oder gelesen von CNN, die aufzeigt, dass Telegram und andere Onlineforen ganze Netzwerke für Männer bieten, die dort zusammenkommen und sich Tipps geben, wie sie die eigene Partnerin betäuben, vergewaltigen und dabei filmen können.
Laura Angst: Geschlechtsspezifische Gewalt ist keine Erfindung des digitalen Zeitalters. Sie ist eingebettet in bestehende gesellschaftliche Strukturen, in Machtverhältnisse und Ungleichheiten. Die Autorin und Rechtsanwältin Asha Hedayati trifft das sehr drückend aus. Sie sagt, sie sind ein technisches Upgrade für eine Gewalt, die tief in unseren analogen Machtverhältnissen herrschen. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam genauer hinschauen, auch für uns als Fachstelle. Was genau ist digitale Beziehungsgewalt? Wie erkennen wir sie und was können wir dagegen tun? Genau diese Fragen wird Simone Eymann, unsere Referentin, heute Abend nachgehen. Ich freue mich sehr, dass du da bist! Simone Eymann ist Geschäftsleiterin von Tech against Violence und Expertin im Bereich digitale Paargewalt. Tech against Violence ist ein Schweizer Verein, der sich seit 2020 dafür einsetzt, digitale und niederschwellige Lösungen gegen Gewalt zu entwickeln. Bevor ich das Wort an Simone übergebe, noch ganz kurz zum Ablauf: Es wird jetzt circa ein 40 minütiges Referat geben und danach gibt es Zeit für Ihre Fragen. Ich bitte Sie, dass Sie die Fragen bis zum Schluss aufbewahren. Wir haben dann wirklich genügend Zeit eingerechnet. Und jetzt gebe ich das Mikrofon gerne an dich.
Simone Eymann: [Folie 1] Dankeschön Laura. Schön seid ihr hier. Ein wichtiges Thema. Ein bisschen düsteres Thema. Aber es geht heute darum. Ich kann in 40 Minuten...Ist ein grosses Versprechen, dass ihr das erkennt, einordnet und handeln, dass ihr das alles wisst. Und es geht mir darum, dass es euch einen Anstoss gibt, dass wir diese Sachen diskutieren, dass wir es thematisieren und dass es trotzdem euch Leitplanken gibt. Oder wohin könnt ihr euch wenden? Das ist nicht so einfach in der Schweiz herauszufinden, mit allem, was digital ist und was wir so am machen sind in der Schweiz, was so geht. Das wäre heute so der Anspruch. Ich rede sehr schnell. Ich gebe mir grosse Mühe, mein Papa wäre stolz, das langsam zu tun. Und ihr streckt auf, wenn es doch zu schnell geht. Ich bin Simone Eymann. Das habt ihr gehört.
Simone Eymann: [Folie 2] Heute schauen wir an, eben um zu verstehen, was ist digitale Beziehungsgewalt? Wir reden jetzt allgemein auch in den Medien einfach von digitaler Gewalt. Und mir ist es ganz wichtig, dass ihr heute auch versteht, dass es einen Unterschied macht, wenn ihr die Tatperson kennt oder das nicht der Fall ist, im öffentlichen Raum. Die Ansätze sind verschieden und eben Laura hat es auch gesagt, dass verstärkt Muster und in der Beziehung ist es einfach dann kein rein technisches Problem, sondern eigentlich ein Beziehungsproblem. Und da gehen wir darauf ein. Dann schauen wir an, welche Bedrohungen sind so die häufigsten, denen wir begegnen. Und wie reagiert man da? Wir tauchen ganz kurz ab in Deepfakes und bildbasierte Gewalt, weil das jetzt ein grosses Thema ist. Und wir geben euch Tipps zum digitalen Selbstschutz und zu einer Trennung. Und da ist mir auch ganz wichtig, es ist dann auch separat auf einer Folie. Also eben, leider machen die Plattformen nicht genug und wir sind nicht genug geschützt. Also es geht nicht darum, dass ihr da in der Verantwortung seid, euch selbst zu schützen, aber leider ist es das einzige, was uns bleibt. Deswegen müssen wir uns diese Dinge überlegen.
Simone Eymann: [Folie 3] So, ich gehe jetzt mal weiter. Eben. Tech against Violence, Laura hat uns schon vorgestellt, es gibt uns seit 2020. Wir sind eine Schweizer Non-Profit gemeinnütziger Verein. Unser Zqiel war eigentlich, digitale Technologien oder Lösungen gegen Gewalt zu entwickeln, mal ganz allgemein gegen Gewalt. Und während der Coronakrise lag es uns am Herzen, uns auf Beziehungsgewalt, häusliche Gewalt zu konzentrieren. Und uns geht es immer darum, eine Brücke zu schlagen zwischen Betroffenen dank Technologie zu den Stellen, die es gibt in der Schweiz, und das wird zentral bei der Entwicklung - ist sehr zentral, dass wir zusammenarbeiten mit Betroffenen, aber auch mit einem ganzen Fachbeirat von verschiedenen Expertisen - sei das rechtliche Expertise, sei das eben Opferschutz, sei das Frauenhäuser, also Schutzeinrichtungen, aber eben auch Grafiker*innen, UX-Designer*innen, also die, die diese Webseiten und Apps machen, dass die alle schön zusammenarbeiten und wir dasselbe Verständnis haben.
Simone Eymann: [Folie 4] Digitale Tools für Betroffene - also eben im 2022 haben wir unser erstes Projekt #withyou lanciert. Ich weiss nicht, wer das kennt. Ich frag nicht, sonst deprimiert es mich. Ich hoffe, ihr kennt es alle. Und sonst geht ihr nachher hinschauen, euch das anschauen, Es soll helfen. Also wir haben uns dann auch gefragt was gibt es noch nicht? Es wird schon gemacht. Aber was können wir noch hinzufügen? Wie erkennen wir früher, dass wir in einer gewaltsamen Beziehung sind? Und da die einfache Frage: Wie wohl fühlst du dich in der Beziehung? Also ich habe gehört, dass wir die Folien nachher bekommt ihr die alle? Also im Zweifelsfall...Ich kann mich sonst auch noch kleiner machen, aber ja gut, genau. Also wir wollten uns darauf wirklich auf die Früherkennung von Gewalt - also alles, was emotional ist - konzentrieren. Also die einfache Frage mit einem Fragebogen: Wie wohl fühlst du dich in einer Beziehung? Mal ganz ohne Gewalt zu nennen. 15 Fragen, zehn Fragen davon gehen um das Thema emotionale Gewalt und dann fünf in die körperliche Gewalt.
Simone Eymann: Ganz neu seit ein paar Wochen haben wir auch einen Fragebogen für das soziale Umfeld von Betroffenen, weil das ist oft das Erste, das merkt, dass etwas nicht stimmt. Und da unterscheiden wir eigentlich zwischen nahem Umfeld, also Familie, Freunde, dann das bekannte Umfeld, also Kolleg*innen, Arbeitskolleg*innen und eben auch das grössere Umfeld wie Nachbar*innen. Und das sind dann auch Fragen, die ihr durchspielen könnt, was man da machen kann, wenn man eben Anzeichen... also wie lernt man die Anzeichen richtig lesen und was für Möglichkeiten stehen einem dann offen?
Simone Eymann: Im 2024 haben wir «Safe withyou» lanciert, denn wir haben uns gesagt wenn man ja weiss, dass man in einer gewaltsamen Beziehung ist, wäre es super man würde gerade auch Beweismittel sammeln. Und deswegen dieser Online Speicher, der eben diese sichere Dokumentation von Gewaltvorfällen in der häuslichen Gewalt und bei Stalking zur Verfügung stellt - gratis. Und hier die Idee: Warum macht man das? Man hat ja auch Google und Cloud und sonstige Geschichten. Und wie wir jetzt merken, bei der digitalen Beziehungsgewalt ist es ein wichtiger Punkt, dass diese Dinge nicht auf dem Telefon und nicht bei den Clouddiensten, die man sonst schon benutzt, aufgehoben werden.
Simone Eymann: [Folie 5] Wir gehen weiter, eben seit 2024, also da sind wir dem zum ersten Mal in der Schweiz begegnet mit - da war Stalkerware gerade ein grosses Thema in den Medien - dass wir eben doch uns um die Frage kümmern müssten: Was passiert denn, wenn Technologie benutzt wird, um eben Gewaltmuster zu verstärken? Wenn es also nicht die Lösung ist, sondern eigentlich die dunkle Seite, die Schattenseite der Technologie? Da wurden wir angefragt von Schutzeinrichtungen in der Schweiz und auch von Betroffenen, die Angst hatten um Geolokalisierung eben Stalkerware - wir gehen nachher darauf ein - und wir haben dann ein Projekt beim Bund eingegeben, um eben diese ganze digitale Beziehungsgewalt in der Schweiz zu thematisieren und auch zu koordinieren untereinander. Weil wir halt sehr föderalistisch unterwegs sind, machen gewisse Kantone etwas in diesem Feld, andere in diesem. Und zu schauen, wo sind Expertisen, die wir zusammenführen können, um doch dieses Wissen zu bündeln und Handlungsanweisungen zu geben. Und dafür sind wir im steten Austausch. Ich freue mich, dass hier ein Buch der deutschen Kollegin «Geschlechtsspezifische Gewalt in Zeiten der Digitalisierung» hier auffliegt. Weil mit den deutschen Kolleg*innen arbeiten wir sehr eng zusammen, auch mit England, die ganze Stellen haben - bei der Einrichtung wie die DAO in England, die haben eine ganze Abteilung, die sich um digitale Gewalt kümmert und auch Apps überprüft und so, also die sind da schon viel weiter als wir. Aber eben die Idee war, das Wissen zu bündeln, auch zu schauen, was machen andere Staaten in diesem Bereich.
Simone Eymann: Für Betroffene haben wir so ganz einfache Leitfäden auf withyou hochgeladen. Wir lancieren aber im September diesen Jahres eine neue Seite, die "digital violence info" heisst. Also ihr seht das dann nachher auch, wo wir halt zu digitaler Gewalt insgesamt also sensibilisieren möchten. Das tun wir zusammen mit der Public Discourse Foundation, die eben alles anschaut, was im öffentlichen Raum passiert, also den öffentlichen Diskurs analysiert. Also das habt ihr auch so Dinge wie Hate Speech oder eben Deepfakes, wenn ihr die Leute nicht kennt, die Tatperson nicht kennt, so diese Geschichten.
Simone Eymann: Wir sensibilisieren Fachpersonen, das heisst, wir bieten seit letztem September so gratis Onlineseminare für Fachpersonen an und die Themen, die wählen wir so aus, weil wir gefragt haben, bei der DAO zum Beispiel, was sind so die wichtigsten Themen, die es momentan gibt. Hier auch, ganz wichtiger Punkt, wir haben in der Schweiz keine Zahlen zu digitaler Gewalt insgesamt und zu digitaler Beziehungsgewalt noch weniger. Also wir wissen nicht, wie viele Deepfakes in der Schweiz, wir wissen nicht, wie viele Stalkerwares installiert werden. Wir fliegen ein bisschen blind. Deswegen müssen wir uns auf die Leute konzentrieren, die mit Betroffenen zusammenarbeiten und uns sagen können, was sie sehen im Alltag. Und ebenso die Geolokalisierung, Deepfakes, Smart Homes - ist ein grosses Thema - Tracker. Und eben seit dem April haben wir auch digitale Fachsprechstunden, die wir einmal in der Woche anbieten. Zwei Slots für Fachpersonen, um Fragen zu stellen. Und da sind wir zusammen mit zwei Experten für Informationssicherheit, die uns begleiten. Und da ist auch ganz wichtig: Man kann mit Leuten mit IT-Hintergrund reden, aber die haben nicht unbedingt das Wissen, was genau in einer Schutzeinrichtung problematisch ist, was in einer gewaltsamen Beziehung die Lösung sein könnte, weil die ist komplexer, wie wir nachher gerade sehen. Im Juni lancieren - wir haben viel zu tun, merke ich gerade. Im Juni lancieren wir ein Fachkräfteportal zum Thema digitale Beziehungsgewalt, auch so hinter Login, wo Fachstellen sich anmelden können. Und da laden wir regelmässig Leitfäden hoch. Und das ist ganz wichtig, dass es hinter Login ist, weil die Sprache ist eine andere für Fachpersonen, als wenn man direkt zu Betroffenen spricht. Und wir können dort auch immer sicherstellen, dass die letzte Version online ist. Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass in diesem - Wir haben viele Projekte, wir sind ein kleines Team und eine meiner Mitarbeiter*innen ist hier. Sie war vorher auf dem Bild abgeschnitten. Alena Thöni. Schön bist du da.
Simone Eymann: [Folie 6] Digitale Beziehungsgewalt verstehen. Was ist digitale Gewalt? Also hier eben. Was ist digitale Beziehungsgewalt?
Simone Eymann: [Folie 7] Es ist keine neue Erscheinung, oder? Und wie das Laura auch vorhin so schön gesagt hat, es ist eine Erweiterung bestehender Gewaltmuster mit digitalen Mitteln und also interessant und gut zu wissen - also gut zu wissen, wir müssen es wissen - ist, dass nach der Trennung sich oft das eigentlich ins Digitale verschiebt oder weil das oft das Einzige ist, was man noch hat von der Person. Also ganz wichtig Digitales ermöglicht es halt dann irgendwie, dass es einfach rund um die Uhr möglich ist, die Person zu erreichen. Also es setzt sie fort, die Gewalt, es verstärkt sie und es erweitert sie. Und das ist also ganz eng verknüpft online Gewalt und offline Gewalt. Es gibt auch zum Beispiel in Frankreich wird es als eigene Gewaltform dargestellt und definiert. Ich finde es gut zu sagen, es ist verknüpft mit bestehenden Mustern. Es verstärkt emotionale und physische Gewalt. Um ein paar Beispiele zu nennen.
Simone Eymann: [Folie 8] Jetzt haben wir viel von Deepfakes gesprochen in den Medien. Es gibt aber noch ganz andere Formen: Standortüberwachung, oder? Das ist das heimliche Tracken über Apps oder über Geräte, über Clouddienste - wir gehen nachher noch darauf ein. Das ist auch sehr eng verknüpft mit dem heimlichen Zugang zu Geräten und Konten. Es gibt auch in Beziehung, dass es so erzwungen wird, aber dann weiss die Person davon - das ist noch mal etwas anderes - auch nicht gut. Dann, das Belästigen und Bedrohen, so Flutnachrichten, Drohungen, Hatespeech, auch ebenso Beleidigungen online auf den sozialen Netzwerken und dann eben echte oder KI-generierte Bilder ohne Zustimmung, die verbreitet werden oder sogar einfach gedroht wird, dass man sie verbreitet. Kontrolle rund um die Uhr oder unabhängig vom Ort. Und das macht es besonders schwer sich zu schützen.
Simone Eymann: [Folie 9] Das sind anonymisierte Fallbeispiele. Ich hatte noch viel mehr, aber ich musste sie ein bisschen kürzen, sonst kommen wir hier nicht durch. Wir haben eben die Anfragen, die wir bekommen, oder die Fälle, von denen wir hören, ist zum Beispiel - also ich muss sagen, wir arbeiten viel mit Frauenhäusern, darum sind es hauptsächlich Frauen-Männer-Beziehungen so bis jetzt. Aber es gibt auch Männer, die uns anfragen nach Hilfe. Also ein Mann, er hat bemerkt, dass seine Freundin alles weiss, also den genauen Standort kennt. Und hatte einfach Angst, dass er Stalkerware auf seinem Telefon hatte aber eigentlich, meist - wie wir das nachher sehen - war es einfach ein Konto, das geteilt wurde, und so über die Find-My-App-Konten Emails...Also erstens mal das Konto wurde geteilt und deswegen konnten Emails und Fotos und Standorte übertragen werden. Also das war in dieser Sache keine technologische Hexerei, sondern einfach, man hatte das Konto geteilt und das irgendwie vergessen oder nicht gewusst, was das bedeutet.
Simone Eymann: Dann AirTag in der Tasche versteckt. Das ist auch ganz spannend, oder? Also spannend, eigentlich eher traurig...Dass AirTags, das ist Apple, es gibt auch die Chipolos oder andere Tracker, die in einer Tasche versteckt werden und dann eben verfolgt werden. Und da war das noch so glaube ich, dass Apple kein Warner, keine Warnung gemacht hat. Das haben sie mittlerweile eingestellt - wie du das gesagt hast mit den AirPods...Also die grossen Konzerne, hinken dem auch hintendrein - das merken wir, es wird nicht nichts gemacht, aber es ist halt immer sehr zeitverschoben. Und dann tauchte der Mann plötzlich im Cafe auf und...Sie hatte einen Arzttermin, den sagte sie ab und er ist plötzlich vor ihr aufgetaucht und das machte extrem Angst, oder? Also du bist mit deiner Freundin und plötzlich steht dein Mann vor dir, obwohl du gar nichts gesagt hast. Also so. Dann AirTags auch oft in Teddybären von Kindern eingenäht. Das hören wir immer wieder, vor allem, wenn Schutzeinrichtungen aufgesucht werden oder dass auch Spielzeuge benutzt werden, um eben die Personen zu tracken.
Simone Eymann: [Folie 10] Die Auswirkung, das ist mir ganz wichtig, weil oft hören wir so Empathy Gap, nennt man das, mangelnde Empathie für diese Betroffenen, so «ist doch nur online, oder?» Oder eben bei Deepfakes: «bist ja nicht du» oder irgend...einfach, dass wir aufhören, das so anzugehen, sondern dass wir das ernst nehmen als Gewalt. Und eben die psychischen Auswirkungen, Angstzustände, Depressionen, das Gefühl von ständiger Überwachung ist wirklich unheimlich. Auch die soziale Isolation. Man zieht sich zurück aus dem sozialen Umfeld. Man hat ja auch Angst, irgendwie. Man bringt andere in Gefahr. Oder man wird sonst manipuliert. Und es gibt keinen sicheren Rückzugsort mehr. Also man...wo geht man hin? Es ist wie 24 Stunden jeden Tag - also immer. Berufliche Folgen oder Konzentrationsprobleme, Fehlzeiten bis hin zum Jobverlust. Auch mit Deep Fakes kann es Reputationsschäden geben - man zieht sich zurück. Oder eben Auswirkungen auf die Kinder. Ein grosser Faktor auch bei dieser Gewalt oder die von diesen Belastungen mit betroffen sind.
Simone Eymann: [Folie 11] Was so wichtig ist bei der digitalen Beziehungsgewalt, ist die Risikoanalyse. Ich weiss nicht, wie viele Fachpersonen hier im Raum sind, aber es ist auch wichtig für die Betroffenen selber oder Leute, die mit dem Thema konfrontiert sind, abzuschätzen, was ist meine Situation und in welche Gefahr gebe ich mich, wenn ich mich technologisch trenne, wenn ich befürchte, ich habe Stalkerware, mache ich sie weg, mache ich sie nicht weg. Es ist nicht immer dieselbe Ausgangslage. Das heisst, es kann sein, dass eine Täuschung bei einem gewaltsamen Partner oder bei einer gewaltsamen Partnerin besser ist als die Entfernung der Stalkerware.
Simone Eymann: [Folie 12] Und deswegen sagen wir immer, wendet euch an Fachstellen, um eure Situation einzuschätzen. Denn es bleibt ein Beziehungsproblem und nicht ein technisches Problem. Also ihr müsst wissen in welcher Situation befindet ihr euch, um die richtigen Massnahmen zu treffen, weil sonst könnte es gefährlich werden. Und das ist uns ganz wichtig, euch mitzugeben. Also nicht jede Massnahme ist in jeder Situation sicher oder sinnvoll. Falsche Schritte können die Situation verschlimmern und ihr seht dann auch nachher, wenn ihr einen Tracker entdeckt: Wo nehmt ihr den weg oder wo nehmt ihr die Batterie aus? Das sind die Fragen, die ihr euch stellen müsst, um euch nicht in Gefahr zu begeben.
Simone Eymann: Und das ist für uns eben ganz wichtig, dass es die Ressourcen, die gibt es eigentlich schon für Betroffene. Wir haben Opferberatungsstellen, Frauen-, Männer- und Mädchenhäuser in der Schweiz. Wir haben auch die Nummer 142 endlich bekommen. Und eben das ist...Es handelt sich um ein Beziehungsproblem, redet mit Fachpersonen über die Situation. Und dann? Eben, es gibt auf unserer Webseite diese kurzen Leitfäden. Aber eben, ich finde das noch schwierig dort den Betroffenen, wenn sie so weit sind, dass sie wissen, dass sie einen Standort abschalten möchten oder wenn sie sich trennen möchten, ist es ein guter Anhaltspunkt. Aber unsere Empfehlung wirklich auch dort, das zusammen mit einer Fachperson zu tun und dann eben ab Herbst September diese Webseite öffentlich zum Thema.
Simone Eymann: [Folie 13] Kapitel zwei: Bedrohungen erkennen und reagieren. Also hier sind so die grössten Themen sind wirklich Geolokalisierung und da gehört Stalkerware auch dazu, aber eben auch so Smart-Home Risiken. Ich weiss nicht, ob ihr euch das schon überlegt habt. Ich weiss nicht, ob es in der Schweiz schon so angekommen ist. In England und in Deutschland ist es das. Bei uns sind wir uns glaub noch nicht so bewusst, was das ist und dass es ein Problem sein könnte. Deswegen spreche ich das kurz an. Ich kann euch heute leider nicht zeigen, wie ihr euren Router zurücksetzt und alles, aber das ist theoretisch möglich und es gibt einem viel Empowerment. In all diesen dunklen Geschichten, soll es doch für euch auch Messages geben, dass ihr gewisse Sachen in die Hand nehmen könnt.
Simone Eymann: [Folie 14] Denn die Praxis zeigt - wir haben keine Zahlen. Aber eben diese Gespräche mit Fachpersonen mit Betroffenen - dass es oft keine komplexen Überwachungstechnologien sind, die eingesetzt werden. Denn häufig reichen geteilte Passwörter, gemeinsame Konten, geteilte Geräte, Zugriff auf Familien-Apps oder eben Social Media, geteilte Standorte, Fotos. Also man kann auch auf Social Media kann man ein Foto hochladen ohne Standort. Man kann aber mit so Webseiten wie GeoGuessr kann man relativ genau rausfinden, wo man ist in dem Foto. Also versucht das mal, Es ist wirklich spannend, sendet ein Foto an jemanden und oder jemand schickt euch ein Foto und ihr sagt wirklich relativ genau, wo die Person ist. Also das sind so die häufigsten Dinge, die wir sehen und eben Faktor Kinder, dass Kinder oft eben auch unbewusst zum Überwachungsinstrument werden. Über diese gemeinsamen Geräte und Familienapps und Standortfreigaben. Also immer wenn ihr Kinder habt, auch mitdenken, was da alles passiert.
Simone Eymann: [Folie 15] Geolokalisierung, also eben Tatpersonen nutzen verschiedenste Technologien, um den Standort der betroffenen Person zu überwachen und eben oft ohne deren Wissen. Die Bandbreite reicht von hochentwickelter Technologie bis zu alltäglichen Mitteln. Und hier habt ihr so eine Liste, ist relativ klein - ihr bekommt sie nachher. Also eben erstmal so Geräte wie Smartphones oder Computer, also alle Geräte, die ihr habt. Da kann es sein, dass Standortdaten da und Browserverlauf und Textnachrichten und Anrufe alles angeschaut werden kann. Social Media - ich habe es erwähnt - ebenso Standorttags oder Stories, Aktivitätsstatus, aber eben auch - ich weiss nicht, ob das zu Social Media gehört, ich habe es mal hier reingenommen - aber eigentlich auch WhatsApp, ist nicht wirklich Social Media, aber eigentlich auch dort könnt ihr verbunden sein mit anderen Geräten...geteilte Konten - ich müsste es vielleicht darüber nehmen. In gemeinsame Cloud oder E-Mail-Konten. Können auch Streaming sein - Netflix. Wie schlimm ist das? Aber trotzdem kann es euch vielleicht sagen, wo sich jemand einloggt. Aktivitäten und Kommunikation, dann Abrechnung per Post. Also wir machen das immer noch rein. Das kann online kommen, kann aber auch per Post kommen. Also wenn gewisse Abrechnungen noch an dieselbe Adresse gesendet werden und die Tatperson noch Zugriff hat, dann sieht die das, oder? Also wenn man gegangen ist oder und dann wird geschickt, wo die Kreditkarte eingesetzt worden ist, ist das auch etwas. Das ist analog, kann aber auch per E-Mail kommen.
Simone Eymann: Dann die ganzen Wearables, Smartwatches, Fitnesstracker, dann die ganzen Fitnesstracker mit Standort Freigaben, Tracker wie Bluetooth-Tracker, AirTags, Chipolos oder dann gibt es auch GPS-Tracker, die sind dann nicht mit Bluetooth verbunden und da müsst ihr so ein Spionagegerät euch anschaffen, die diese erkennt. Also es ist nicht so ganz einfach. Die können in Taschen, Autos oder Kleidung, Spielzeugen versteckt sein. Also Tracker, das sehen wir relativ oft, jetzt im Alltag. Fahrzeug-Tracker habe ich noch mal spezifisch rausgenommen, weil wir nachher noch was dazu sagen. Mit GPS-Geräten im Auto oder eben Bluetooth versteckt oder eben auch eingebaut in Autos. Genau, Stalkerware habt ihr vielleicht gelesen darüber? Wird auch viel Spyware und Spouseware genannt? Aber eigentlich handelt es sich um Stalkerware, versteckte Apps, die installiert werden und da kann wirklich alles gelesen werden.
Simone Eymann: [Folie 16] Ich gehe jetzt auf ein paar von diesen Dingen ein. Und mir ist ganz wichtig, dass ihr heute hier heraus läuft und die App AirGuard kennt, die ist von der Technischen Universität Darmstadt. Kennt die jemand? Nein. Okay. Das ist eigentlich so diese App, wo die Spezialisten und Spezialistinnen sich einig sind, dass sie am besten funktioniert, um Bluetooth-Tracker zu erkennen. Also lädt die mal runter. Die ist gratis und dort ist es noch unheimlich, weil es doch scannt, was alles um einen herum passiert, und erkennt so Muster. Wenn etwas lange einem folgt - man kann wirklich draufklicken und schauen, was für ein Tracker ist es. Und so bekommt ihr ein bisschen mit, wie bei den AirPods, aber eben auch wenn es nicht Apple ist, bekommt ihr mit oder was ist um euch herum? Was verfolgt euch? Also es soll euch nicht wahnsinnig machen, oder? Aber wenn ihr zum Beispiel euch in eine Schutzeinrichtung begeben möchtet und vorher sicherstellen möchte, dass keine Bluetooth-Tracker um euch herum sind, ist das eine gute Art, das zu machen. Denkt einfach daran, dass wenn es in Stoff eingenäht ist und mit viel Pullovern oder Kleidungsstücken im Koffer ist, ist es ein bisschen schwierig. Man muss es doch ein paar Mal drüber laufen lassen. Ja, aber das ist so eines der Tools, das wir empfehlen können.
Simone Eymann: Und dann eben auch die Frage: Wenn ihr so einen Tracker findet, was macht ihr dann mit dem? Also unser unsere Empfehlung ist hier, dass man sich an einen neutralen Ort begibt und dort die Batterie rausnimmt. Je nachdem wie gefährlich das ist. Also wenn ihr nicht gefunden werden möchtet, dann müsstet ihr das irgendwo rausnehmen, wo ihr nicht möchtet, dass die Person euch dort findet. Weil sonst wird der letzte Standort übermittelt und in einer Schutzeinrichtung kann das dann sein, dass es dieses Frauenhaus ist und dann ist es eine Gefahr für alle in diesem Haus. Also wir können nachher auch noch Fragen stellen dazu. Wenn hier auch Fachpersonen von Schutzeinrichtungen sind, dann einfach noch ein Hinweis. Wir sind gerade dran, ein Set zu erstellen, weil das ist ja der Extremfall. Man geht in eine Schutzeinrichtung, das Gefahrenpotenzial ist extrem hoch. Also dort empfehlen wir auch Metalldetektoren und RF-Tracker, oder? Um wirklich sicherzustellen, dass nichts dabei ist oder im Extremfall auch die Taschen zu wechseln oder die Koffer. Ja, weil dort ist das Gefahrenpotenzial einfach am grössten.
Simone Eymann: [Folie 17] Stalkerware: Anzeichen und Schutz. Ich habe ja bereits gesagt, Spouseware, Spyware hören wir auch immer und das sind Apps, die heimlich auf einem Gerät installiert werden. Und dafür braucht die Tatperson eigentlich physischen Zugang zum Telefon und zur Bildschirmsperre und circa 30 Minuten ungestörten Zugang. Und so kann etwas installiert werden. Es gibt auch ganz viele. Es gibt auch komplexere Systeme, aber es ist eher nicht die Regel. Das sind so die Markt Apps, die ihr findet. Interessant ist es auch zu wissen, dass es auf dem iPhone weniger Stalkerware gibt als auf Android, weil da müsst ihr jailbreaken, das iPhone, dass es das zulässt, dass es installiert wird. Also wird es ein bisschen komplex, aber die Chance ist kleiner, auf einem iPhone das zu haben, als auf einem Android. Was? Was ist es? Es ist heimlich installiert und es überwacht. Also, wir haben einen Experten für Informationssicherheit, der uns mal so ein Dashboard gezeigt hat: es kostet 100 Franken im Monat und da hat man wirklich Zugang zu allem. Also, man sieht die Nachrichten, man kann ein Foto machen, man kann beide Kameras bedienen, man liest die Textnachrichten mit. Also es gibt einem wirklich vollen Zugang zu allem. Das heisst auch deswegen die Gefahr, wenn ihr Stalkerware drauf habt und ihr macht auch neue Konten, dann sieht die Person, was ihr da eingebt und wo ihr seid. Also es ist so wirklich der schlimmste Fall, weil da ist wirklich das Telefon eigentlich muss weg und nicht mehr benutzt werden und von einem Profi zurückgesetzt werden. Ihr könnt es deinstallieren, wenn ihr das Gerät zurücksetzt, aber das auch an einem sicheren Ort. Also das ist so der Extremfall.
Simone Eymann: Die Anzeichen: Wie wisst ihr, dass es drauf ist? Also zuerst müsst ihr euch mal die Frage stellen: Was ist die Tatperson beruflich? Ist es ein Cybersecurity-Experte oder eine Cybersecurity-Expertin? Ist es jemand, der im Geheimdienst arbeitet? Ist es ein Polizist oder eine Polizistin? Oder arbeitet die Person eben sonst in der Cybersecurity? Dann kann es sein, dass es komplexer ist. Dann ist es immer so..das ist auch so das Extremste...dann muss es einfach weg, das Gerät, oder? Weil da ist die Chance...oder einfach im Moment in eine Faraday-Tasche gesteckt werden - ich zeige euch das gleich. Also es wird heiss - das Gerät. Das sind so Warnzeichen. Es verbraucht extrem schnell Akku, also man bemerkt das dann, am Morgen lädt es auf und um 12:00 ist es eigentlich durch - der Akku ist dann leer. Ihr müsst die Apps anschauen, dann seht ihr irgendwie, es gibt eigenartige Apps, von denen ihr noch nie was gehört habt. Manchmal ist es einfach auch so gemacht, dass diese Apps System App heissen oder sie heissen Tastaturerweiterung um uns eben zu täuschen - und mit so einem Zahnrad.
Simone Eymann: Ja, Schutz. Also eben keine überstürzten Aktionen. Zuerst Beweise sichern und vorsichtig handeln, Fachberatung suchen wieder. Oder ist es gescheit diese Stalkerware zu deinstallieren oder alles zurücksetzen? Bringt euch das mehr in Gefahr? Oder nicht? Oder auch wieder da das Problem und eben je nach Situation das Gerät zurücksetzen und auf ein neues Gerät wechseln - das sagen wir. Aber dann ist wichtig, wenn ihr mal ein neues Gerät habt. Und es gibt auch die Möglichkeit, das einfach Clouddienste verbunden sind, dass sie euch nicht wieder verbindet mit den alten. Ja, also es ist etwas komplex, man kann es aber schon...Also wir entwickeln so Leitfäden, die man durchspielen kann. Genau. Und hierzu möchte ich einfach noch sagen, eben also diese Stalkerwaregeschichte - es macht extrem Angst, es ist möglich, es ist billig, aber es kann auch sein...Es können eben auch geteilte Konten sein. Also es ist nicht immer diese schlimmste Variante, die passiert, aber man muss halt einfach auch vom Schlimmsten ausgehen. Deswegen schaut euch das wirklich genau an, schaut, dass euer Gerät auf dem neuesten Stand ist, weil diese Apps hinken immer hinterher in der Entwicklung. Das heisst, wirklich Softwareaktualisierungen macht das.
Simone Eymann: [Folie 18] Smart-Homes. Ich habe da nicht mehr so viel Zeit. Aber wir machen jetzt weiter. Smart-Homes: Risiken und Absicherung. Smart-Home - ich weiss nicht, wem das ein geläufiger Begriff ist, aber wir haben immer mehr vernetzte Geräte, die uns im Alltag begleiten. Das können eben...die eben auch zur Überwachung und Kontrolle missbraucht werden. Es kann sein, dass es automatische Schlösser sind zu Türen. Es kann sein, dass es auch einfach Beleuchtungsanlagen sind, Thermostate. Oder es gibt auch Kühlschränke, die verbunden und smart sind. Das ganze Amazonuniversum mit Alexa. Also denkt da auch dran, dass das genutzt werden kann. Wir haben auch ein Beispiel von einer einfachen Katzenfütterungsmaschine, die automatisch irgendwie in Live Modus diese Videoaufnahmen der Katzen auf eine Webseite lädt. Und man weiss das oder vergisst das am Anfang. Diese Dinge werden auch einfach gehackt, weil sie ja nur Katzenfuttermaschinen sind. Aber wir haben...meine Kollegin und ich haben uns das ein paar Stunden angetan und wir sehen doch relativ viel, was in diesem Haus passiert. Also man sieht Leute, die hinten auf die Toilette gehen oder die mal nackt durchlaufen. Diese Dinge...ist nicht immer das erste, aber denkt es mit. Wenn ihr euch trennt, Smart-Home-Geräte können zur Überwachung missbraucht werden. Auch die ganze Roboterstaubsauger Geschichte ist nicht ohne, weil die machen Karten von der Wohnung, die können auch so Muster aufzeichnen, wann ihr zu Hause seid oder nicht, oder wenn diese Konten vorher verbunden worden sind oder geteilt wurden.
Simone Eymann: Was das Gute ist an diesem...also die good news bei den Smart-Home-Geräten ist, dass man die eigentlich alle physisch ausschalten kann. Also vielleicht noch zum Problem: Wo ist denn das Problem? Sagen da...Vielleicht eben Überwachung. Man sieht, wer zu Hause ist, man erkennt Muster, man weiss, wann jemand nicht zu Hause ist. Das andere, was ich noch sagen wollte, ist auch der Psychoterror. Es gab dann jemanden der so Thermostat immer rauf gesetzt hat und der Familie war dann heiss und kalt. Also es kann...Es tönt so einfach, aber es ist nicht wahnsinnig angenehm. Also diese Dinge können...Die Geräte können ausgeschaltet werden, Passwörter aller Geräte und Apps können geändert werden - das ist möglich. Man muss es einfach mitdenken. Und eben die geteilten Zugänge auch dort kann man entfernen. Man kann auch Resets machen und dann eben alles neu aufsetzen. Oder wenn man es einfach nicht mehr will, dann wird man es los, oder? Das einzige hier ist so Amazon Universen sind extrem kompliziert, also da sich wieder daraus zu verabschieden oder Leute rauszukicken, wenn man nicht Inhaber*in des Accounts ist, ist extrem komplex. Also wir haben uns das auch ein bisschen angetan, um das zu studieren und da haben wir auch Leitfäden - wenn das irgendjemanden passiert, könnt ihr euch gerne an uns wenden.
Simone Eymann: Ganz wichtig ist mir, diese Message, die ihr auch mitnehmen könnt. Versucht mal Zugang zu eurem Router zu bekommen und zu schauen wie ändere ich mein WiFi Passwort, Weil dort seht ihr eigentlich, welche Geräte mit eurem WiFi verbunden sind. Und das ist etwas, was ganz einfach ist. Also ich bin zwar bei Tech against Violence nicht ein super Techie, aber ich war da extrem stolz, weil das so einfach ist, dass ich mich verbinden konnte. Und es ist so, machen nicht viele Leute. Oder es ist entweder der Mensch von der Swisscom, der das installiert, oder eben der Partner. Aber es gibt einem so eine Message of Empowerment. Ich kann das und ich kann das ändern, wenn ich es will. Und es ist nicht so schwierig. Wir haben da auch Leitfäden und wenn euch das interessiert, kann ich das auch in die Präsi tun. Wie bekomme ich Zugang zum Router und wie schaue ich mir das an. Wenn ihr Lust habt, mache ich das noch rein. Hätte heute einfach den Rahmen noch gesprengt.
Simone Eymann: [Folie 19] Deepfakes und bildbasierte Gewalt - grosses Thema im Moment eben.
Simone Eymann: [Folie 20] Was sind das? Deepfakes sind manipulierte Bilder, Videos und Audioaufnahmen mittels KI und eben sind täuschend echte Aufnahmen und Fälschungen. Oder man weiss eigentlich gar nicht mehr, ist es echt oder nicht? Und für die Betroffenen spielt es nicht so eine Rolle, oder? Also weil es ist ein Bild von ihnen, das zirkuliert online und das ist nicht angenehm, ob es echt ist oder nicht. Und da hören wir auch oft so empathy gap: «Ja, bist ja nicht du, ist ja egal», aber nein, eben nicht. Was passiert ist, dass diese Bilder dann oft...sie zirkulieren und bis sie weg sind von den Plattformen, sind sie oft schon hinter geschützten Pornoseiten, wo man dann gar nichts mehr machen kann. Also das ist wirklich so, glaube ich...so das Thema, wo man...einfach jede*r kann, ein Deepfake von einem machen. Das ist momentan leider Sache in der Schweiz und in vielen Ländern ausser in China, wo man das nicht darf. Aber bei uns ist es leider so, dass jede*r, eigentlich auch Jugendliche - ihr habt das gesehen beim Fall, bei den Schülerinnen und Schüler - man kann das erstellen, es ist sehr einfach, gratis. Es ist eine Spielerei, oder? Und dann hat es einfach Konsequenzen für die Personen, die das fast nicht mehr wegbekommen. Denn das Internet vergisst nicht. Und eben, es sind manipulierte Inhalte...Es wird...Es geht um Missbrauch - diese Bilder und Videos werden ohne Zustimmung sexualisiert und verbreitet. Und eben überwiegend geht es gegen Frauen und Mädchen. Wir sehen in allen Zahlen...Studien sind rar spannenderweise. Wir haben wenige gefunden, die jetzt auch... angeschaut haben im Januar gerade. Also eben diese Zahlen sind doch...machen Angst.
Simone Eymann: Und eben hier auch ganz wichtig: Das ist Teil des Kontinuums geschlechtsspezifischer Gewalt. Und wenn wir gerade hier im Rahmen sind, ist es mir auch ganz wichtig zu sagen, dass wir aufhören müssen, den Begriff Revenge Porn zu verwenden. Oder wir verwenden ihn und erklären, was das Problem dabei ist. Weil leider erkennt man viel noch...Revenge Porn spricht viele an und viele wissen, um was es geht. Aber eben, es geht nicht um Rache. Es geht nicht um Pornografie, sondern es geht um Gewalt. Es ist so wie diese Täter Opfer Umkehr, wenn wir von Revenge sprechen. Niemand hat das verdient. Also, warum ist das eine Rache? Also ja, das ist mir wichtig, euch mitzugeben in Bezug zu Beziehungsgewalt. Also, in einer Studie haben wir gefunden, dass eben knapp die Hälfte der Fälle der Tatpersonen sind Expartner*innen. Das ist eben auch dieses nahe Umfeld, dass hier eben auch eine grosse Rolle spielt.
Simone Eymann: Und eben, was kann man da machen? Beweise sichern, das ist ganz wichtig. Immer die URL zu sichern und keine Fotos von Minderjährigen bei euch runterzuladen, weil da könntet ihr schon ein Problem haben nachher strafrechtlich - alles pornografische mit Minderjährigen, auch wenn ihr es nur als Beweismittel sammelt ist problematisch. Dann eben bei den Plattformen melden. Und das Problem ist halt...Ich weiss nicht, wer schon mal was gemeldet hat bei Plattformen, aber es ist nicht immer gerade sehr aufbauend. Vor allem jetzt seit letztem Jahr auch Meta, Moderationen sind nicht mehr so...Freedom of Speech und Expression ist viel wichtiger als alles andere. Ist manchmal sehr zermürbend. Es gibt Plattformen wie StopNCII, Stop Non-Consensual Image Distribution of something...die einen Vertrag haben mit den grossen Plattformen und da geht es schneller das weg zu machen, weil hier ist eben so «time is of the essence». Je schneller das weggeht, desto desto kleiner die Chance, dass es dann noch weiter viral geht. Wir sagen hier immer...Das Schwierige ist hier, man muss sich...Das passiert einem, es macht Angst - ich muss mal schauen, ob das nachher noch kommt.
Simone Eymann: [Folie 21] Ja, genau. Hier ist alles erklärt. Stop Non-Consensual Intimate Image Abuse, heisst es. Die Plattform für Erwachsene und für Kinder und Jugendliche Click and Stop ist in der Schweiz. Take it Down ist international und die Fedpol hat ein Meldeformular für verbotene Pornografie mit Minderjährigen. Und eben da geht es in der Regel eigentlich schneller beim Melden, als wenn man das alleine tut. Und eben, es ist so frustrierend, weil man so viel machen muss. Es passiert einem und es ist so zermürbend, dass einem das passiert und es ist mit Scham behaftet. Man will eigentlich nicht darüber sprechen. Man ist schon sehr allein bei diesem Thema. Und ich glaube ebenso, dann auch wie erklärt man das der Familie, wenn plötzlich solche Sachen herumschwirren - ob man es ist oder nicht. Es können auch echte Bilder sein oder die man mal gemacht hat. Immer wieder die Frage: Wieso bist du denn online? Wieso hast du denn dieses Foto geteilt? Bist du nicht dumm oder so? Das hören wir oft und das ist einfach nicht okay. Es ist ganz, ganz schlimm. Das kann jede*r machen von einem in einem Zoom Call, oder? Das ist wirklich sehr sehr schlimm. Und deswegen hier diese spezialisierten Plattformen, die euch helfen können, eben hier.
Simone Eymann: [Folie 22] Verantwortung. Digitaler Selbstschutz.
Simone Eymann: [Folie 23] Ich habe es am Anfang erwähnt. Es ist wichtig zu betonen, dass diese digitale Gewalt niemals die Schuld oder Verantwortung der Betroffenen ist. Die Verantwortung liegt bei der Tatperson. Und dann kann man auch die Plattformen reinnehmen, die solche Dienste anbieten. Und eben weil diese Plattformen nicht genügend reguliert werden und eben, dass diese Durchsetzung durch Gesetzgebung und Plattformbetreiber von entscheidender Bedeutung ist, geht es hier jetzt darum, in diesem Kapitel: Wie kann ich meine Sicherheit in der Zwischenzeit erhöhen bis systemische Lösungen greifen? Also wir reden jetzt momentan viel von Gesetzen, aber eben bringt es etwas, wenn wir jetzt diese Plattformen verbieten? Diese Plattformen sind oft in Ländern, wo die Rechtslage sehr schwierig ist. Wie kann man die denn genau für die Accountability zur Rechenschaft ziehen? Genau. Aber es ist nicht so ganz einfach.
Simone Eymann: [Folie 24] In der Zwischenzeit...Wir reden oft von digitaler Hygiene oder digitaler Beziehungshygiene. Ich glaube eben - Laura hat das auch vorhin gesagt - unsere Geräte können immer mehr und ich glaube, die können täglich mehr und wir hinken ein bisschen hintendrein in der Wichtigkeit dieses digitalen Selbstschutzes, dieser Gerätesicherheit und Passwörter. Ich weiss nicht, wie viele Leute 1234 auf ihrem Bildschirm haben oder vielleicht das Geburtsdatum ihres Kindes. Also da ist es uns wirklich ein Anliegen, auch zu sensibilisieren und dieser Raum ist auch sehr wichtig. Passwortsicherheit: eigentlich sagen wir zusammen auch mit dem Cyberpeace Institute in Genf keine geteilten Passwörter und keine geteilten Geräte. Das wäre so der Idealfall. Aber weil wir alle wissen oder in Beziehungen ist es...man vertraut sich, vor allem am Anfang teilt man alles oder ist auch ein Zeichen, ein Liebesbeweis, Eifersuchtsthematiken...Also wir wissen das nicht, dass das nicht oft der Fall ist. Deswegen möchten wir es aber trotzdem sagen. Eigentlich wäre das der Idealfall. Also wählt starke, einzigartige Passwörter für jedes Konto idealerweise oder benutzt Passwortmanager. Das gibt es nun. Oder es gibt sogar Passkeys. Wir empfehlen hier bei Passwortmanager Bitwarden oder 1Password. Ich weiss nicht, wie viele Leute schon von Passkeys gesprochen haben. Ich glaube, das ist so ein bisschen die Zukunft der Passwörter. Aber das wollte ich heute Abend nicht auch noch aufbringen, weil es sonst verwirrt. Aber das ist schon...wenn ihr das schon macht, ist es schon mal super.
Simone Eymann: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und dann eben schauen, auf wen geht das, dass das nicht authentifiziert wird über die Tatperson. Gerätesicherheit: eben die einfache Bildschirmsperre - was ihr eingebt beim Telefon, um es zu entsperren, ist so wichtig und jede*r teilt es. Also ich glaube, die meisten teilen das. Nein. Oh, sehr schön. Ich bin so froh. Verdient fast schon einen Applaus. Genau. Aber das ist auch ganz wichtig. Biometrie einrichten...Dieser Code gehört eigentlich wirklich nur euch. Es ist der Schlüssel zu so vielem, zu Bankkonten und überhaupt. Und es geht auch um ökonomische Gewalt eigentlich bei dem Thema ja auch, weil plötzlich dann Konten leer geräumt werden können. Und ja, die Möglichkeiten sind unendlich. Dann eben auch, dass man sagt: Hey, Betriebssysteme und Apps müssen aktuell sein, weil dann habt ihr so die letzten Sicherheitsvorkehrungen drin, die die Plattform dann doch irgendwann updaten, unbekannte Apps regelmässig prüfen und entfernen. Also ich habe mir das angewöhnt, dass ich meine Apps regelmässig anschaue und dann so was ich nicht kenne, lösche ich. Und wenn es eine SystemApp ist, dann könnt ihr sie nicht löschen. Und wenn es euch 1000 Notifying «Nein, nicht löschen» und so angibt, ist es auch ein bisschen speziell, oder? Dann könnt ihr auch vermuten, dass ihr lieber löschen, löschen drückt oder? Oder das Gerät zurücksetzen. Genau: schauen, mit welchen Geräten man verbunden ist. Also viele wissen das nicht und es ist mir auch wichtig, dass ihr das mitnehmt. In euren iPhones, in euren Android gibt es eingebaute Sicherheitschecks, die heissen glaube ich Safety Check bei iPhone und Security Check, glaube ich bei Android. Ich kann es noch einbauen und dort könnt ihr schauen mit welchen Apps ihr verbunden seit. Es leitet euch eigentlich durch so eine Einschätzung. Und das ist eigentlich sehr hilfreich. Die meisten kennen es leider nicht.
Simone Eymann: Und eben schaut auch, dass das eure Geräte nicht unbeaufsichtigt sind oder dass ihr die immer in der Nähe behaltet. Standortdienste nur für notwendige Apps aktivieren. Man kann wirklich von App zu App gehen und schauen welche Standorte da angeschaltet sind und so live StandortSharing regelmässig prüfen. Oder seid ihr noch da am Live Sharen wo ihr gerade seid? Und Familien-Ortungs-Apps: das ist so ein ganz spezielles Thema, auch ein bisschen ein frustrierendes, weil momentan, wenn es...kann es nur eine Person aufsetzen und wenn die Person die Person ist, die Gewalt ausübt stellt es uns vor ein Riesenproblem, weil wir die nicht einfach zurücksetzen können. Wir können das Gerät nicht ändern. Man kann dann nichts mehr machen mit dem Gerät und den Apps...Für Kinder...Wenn das der Fall ist, dass die Tatperson noch diesen Account managt, dann gibt es wirklich nichts anderes als Telefon...alle Accounts neu und wenn möglich auch eine neue Telefonnummer, weil sonst geht gar nichts mehr. Das ist der Extremfall bei Kindern.
Simone Eymann: [Folie 25] Digitale Trennung: Das ist auch wenn ihr euch entscheidet, aus der Beziehung zu gehen oder die Beziehung zu verlassen, gibt es verschiedene Massnahmen, die getroffen werden müssen. Und das glaube ich, wo wir uns...das, was wir lernen müssen, ist, so ein digitales Inventar zu haben. Wo sind wir überall? Wo sind wir verbunden mit anderen Konten? Wo gibt es Sicherheitslücken? Und das geht halt schon einen Moment - so ein Digital Assessment - auch für die Opferberatungsstellen - das geht manchmal bis zu 45 Minuten oder auch bei Frauenhäusern oder Mädchenhäusern, um zu verstehen, wie ist man wo verbunden ist lange und leider halt etwas, das man jetzt auch noch tun muss, nebst allem, was auch noch sonst...was es sonst noch zu tun gibt. Und ich glaube Bern war da - die Stalking Fachstelle - die erste, die so eine digitale Trennungsliste einfach auf Word hatte und wir haben mit ihnen zusammengearbeitet jetzt, um eben das noch ein bisschen auszubauen und eben auf der Plattform, die wir dann lancieren, werden wir das auch online schalten. Auf withyou gibt es jetzt so diese einfachen Schritte eigentlich alle Konten, Passwörter ändern, Geräte anschauen, was ist verbunden oder nicht? Man sieht eben auf WhatsApp und sonstigen Einstellungen auch mit Apps und Diensten, sieht man eigentlich, mit wem die Accounts verbunden sind. Aber eben, es ist aufwendig und wenn man irgendwo eins vergisst, kann es dann trotzdem sein, dass es ein Problem wird. Ja, aber wir können nicht alles, aber wir können schon viel besser, wenn wir all diese Sachen...Wir können es schon viel besser, wenn wir all diese Dinge beachten. Also Clouddienst und eben dieses Standort-Sharing, das ich euch vorhin schon gesagt habe. Ich bin schon fast in der Überzeit.
Simone Eymann: [Folie 26] Dass ich das euch auch noch mitgegeben habe: die Faraday-Tasche. Kennt ihr Faraday-Taschen? Ihr wisst es, ich weiss es. Aber das sind so Taschen, die eigentlich jegliche Signalübertragung blockieren. Die kann man auf Plattformen bestellen. Testet sie einfach vorher, weil wir haben auch schon Taschen bestellt, die dann einfach nicht funktioniert haben. Also vielleicht eben beim Anbieter schnell kontrollieren, ob das gute Anbieter sind und eben auch die Grösse. Ich habe mir im Stress wollte ich mir eine neue Tasche bestellen und die kam dann und war so gross. Und wenn es dann eben eine Risikosituation ist, es muss irgendwie auch angedacht sein, aber Schutzeinrichtungen haben die normalerweise, aber da stellt die wirklich sicher, dass nichts mehr übertragen wird. Denn selbst ein Telefon in einem Flugzeugmodus kann immer noch übertragen. Und das ist eben so die Wichtigkeit, wenn wirklich so der Extremfall ist: ab in die Faraday-Tasche, bis die nächsten Schritte getroffen sind und man sich das wirklich...Die durchdachte Entnahme auch: wann und wo nimmt man das raus und was passiert dann mit dem Gerät? Weil es kann ja nicht für immer dort drin bleiben.
Simone Eymann: [Folie 27] Physische Tracker erkennen, ich habe es vorhin gesagt. Eben, das ist auch so, wenn ihr geht, wenn es gefährlich ist, wenn ihr nicht möchte, dass jemand euch verfolgt, schaut, ob physische Tracker rum sind. Eben Schutzeinrichtungen der Schweiz werden unsere Empfehlungen erhalten, dass irgendwie dreifach zu tun in Zukunft, weil eben nicht immer alle alles erkennen. Das ist so der zweite Punkt.
Simone Eymann: [Folie 28] Und eben Geräte und Zugänge absichern. Ich habe es ja schon ein paar Mal erwähnt, das ist einfach das Letzte. Social Media und Kommunikation auch ganz wichtig, dass ihr schaut, was teilt ihr? Was teilen auch Kinder auf Social Media? Dass das auch noch mal speziell angeschaut wird und dann im Heimnetzwerk wirklich das Passwort ändern. Ich gebe euch da wirklich dann nachher noch die Instruktionen mit. Etwas wollte ich noch sagen: Wenn wir Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung und auch biometrische Daten besprechen, es gibt die Möglichkeit, dass manchmal Fotos ein Telefon aufmachen können. Also haben wir schon gehört. Also es ist nicht immer nur...immer noch besser als alles, was wir sonst haben. Aber es gibt auch...wenn die Geräte dann jemand in die Hand bekommt, dass es versucht werden kann mit Fotos und das dann auch funktioniert.
Simone Eymann: [Folie 29] Ja, letztes, das ist mein letztes Slide, glaube ich. Dann bin ich wirklich durch. Ja, Beweissicherung, Dokumentation: eben, es ist wichtig, eine saubere Dokumentation zu machen, weil es eben hilft, Vorfälle nachvollziehbar festzuhalten. Es ist immer noch Beziehungsgewalt. Alles hilft was ihr aufschreibt und was ihr euch abspeichert: Nachrichtendrohungen, WhatsApp, SMS, Stalking, Vorfälle mit Datum, Uhrzeit, Screenshots von Profilen, Posts mit so viel Informationen wie möglich. URLs, wenn es um Fakes geht, aber eben auch...Es kann auch sein...Mich hat letztens jemand gefragt, wie beweist man, dass man einen Tracker drauf hatte? Man macht ein Foto, aber wird dann die vor Gericht...? Es kann auch behauptet werden - oder wir hatten es gerade einen Fall: ja, das war einvernehmlich. Und das ging dann durch. Okay, das wurde dann abgewiesen spannenderweise. Also wer will schon einen Tracker auf seinem Auto? Aber ja, das ist eben so...Tracker schauen wir noch, jetzt gerade mit Juristen und Juristinnen, wie wir da besser sensibilisieren sensibilisieren können. Vielleicht auch das Rechtssystem in der Schweiz, dass das meistens nicht einvernehmlich ist, weil sonst wüsste man ja, wo der Tracker ist oder müsste nicht suchen gehen. Aber gut, das ist bei Trackern aber dann auch mit verbundenen Geräten. Also wenn ihr bei diesen Übersichten seht, dass Geräte verbunden sind, die ihr nicht kennt, macht einen Screenshot davon oder bevor ihr sie entfernt. Das ist noch wichtig. So könnt ihr beweisen, dass jemand Zugriff hatte auf eure Konten und ihr das nicht wusstet.
Simone Eymann: Und zuletzt wieder Safe withyou. Ich habe es schon erwähnt. Das ist unser spezialisierter Online-Speicher. Wir merken jetzt wirklich in den Beratungen mit Fachstellen, dass es immer wieder das gleiche Problem ist. Beweismittel sind auf dem Telefon. Das Telefon hat Stalkerware. Man kommt fast nicht mehr an diese Beweismittel ran, ausser man geht wirklich das forensisch absichern. Und es ist einfach ein Riesenproblem. Und hier ist es halt...Klar kann jemand...Jede Person kann, wenn sie Zugriff hat auf die Konten, könnte auch der Safe geknackt werden, weil dann ist einfach alles möglich. Aber es ist immer noch die sicherste Variante, anstatt eben mit geteilten Konten und Clouds zu arbeiten. Jetzt bin ich doch nicht eine Punktlandung. Fünf Minuten zu viel. Ich bin hier für Fragen und für eine Diskussion.
Laura Angst: [Folie 30] Ja. Vielen Dank, liebe Simone, für deinen Vortrag, dein Referat, dein Input, auch die Einblicke in deine Arbeit. Ich habe dich ja schon einmal gesehen, aber ich habe wieder sehr viel gelernt, auch für mich selbst. Ich hoffe, Sie auch, liebes Publikum. Der Vorteil der Moderator*innenrolle ist, dass ich die erste Frage stellen darf. Danach sind sie dran. Ich hatte eigentlich zwei vorbereitet. Etwas, das du schon ein bisschen angesprochen. Du hast bei den Deepfakes schon ein paar Handlungsoptionen aufgeführt. Ich habe das so verstanden, dass wir das auch als Beobachter*in, als Bystander*in machen können. Wir bei der Fachstelle für Gleichstellung haben auch das Projekt «Zürich schaut hin». Da geht es um den gemeinsamen Kampf gegen Sexismus, Homo und Transfeindlichkeit. Es geht viel um Zivilcourage, also wie wir eben nicht wegschauen, wie wir eingreifen können. Gibt es bei der digitalen Beziehungsgewalt auch noch andere Tipps von deiner Seite, wie wir uns zivilcouragiert einsetzen können? Eben als Bystander*in, also als Person, die etwas beobachtet, vermutet.
Simone Eymann: Also ich glaube, da gibt es mehrere Schienen oder Möglichkeiten. Eines ist einfach: der Person, wenn ihr sie kennt zuzuhören, sie ernst zu nehmen oder das mit ihr zu spiegeln, hilft schon sehr um sich nicht allein zu fühlen, um auch nicht das Gefühl zu haben, man spinnt. Oft hat man das Gefühl, man spinnt oder die Person weiss, wo ich bin. Das ist unglaublich. Da hilft zuzuhören. Ihr alle wisst jetzt, dass es diese Komponente gibt, oder? Und könnt das besser einordnen. Dann aber auch, wenn ihr etwas seht und da geht es vielleicht darum, um den öffentlichen Raum oder auf sozialen Netzwerken, wenn ihr Hassnachrichten seht, Beleidigungen oder eben Deepfakes, dass man die meldet. Je mehr melden, desto grösser ist die Chance, dass etwas dann auch heruntergenommen wird. Wir haben, auch wenn es um...Wir hatten einen Fall mit Tiktok, weil Tiktok sehr liberal ist mit Inhalten und auch bei Beleidigung das nicht unbedingt wegnimmt. Uns einfach sagt, das ist deine Meinung und da kann man einfach...Da haben wir auch vom Projekt zu Stop hate Speech her... Was macht man mit Gegenrede, wenn man sieht, man schreibt etwas drunter...Wir wissen wissenschaftlich von der ETH geprüft, dass Empathie sehr gut funktioniert. Also wenn ihr etwas Empathisches drunter schreibt, hilft es, dass so etwas nicht unkommentiert zirkuliert. Weil es geht immer auch um die vielen Mitlesenden, die dann plötzlich das Gefühl haben, das ist okay. Sondern man sagt, das ist nicht okay. Also wenn man sich das traut, ist immer noch eine Frage. Oder wenn man nicht selber auch Angst hat. Und eben dann wird auch die Inhalte werden weniger geliked - ist auch eine Studie, die im Dezember rausgekommen ist, dass wenn man mit Empathie reagiert, liken die anderen weniger diesen Content, also etwas, das helfen kann. Ja.
Laura Angst: Und mit Empathie natürlich mit der betroffenen Person...
Simone Eymann: Genau, nicht mit der Tatperson. Das habe ich jetzt mal so vorausgesetzt in diesem Raum. Aber gut. Schön, hast du es nochmal gesagt.
Laura Angst: Ja. Und die zweite Frage. Ich weiss, es hätte eigentlich auch noch Platz in der Präsentation finden sollen. Du hast das auch schon etwas erwähnt mit der Gesetzgebung in Deutschland rund um diesen Fall von Christian Ulmen, ist auch immer wieder die Forderung aufgekommen nach Gesetzen oder Gesetzesentwürfen, die eben spezifisch die digitale Beziehungsgewalt miteinbeziehen. Kannst du kurz etwas darüber erzählen, wie die Lage in der Schweiz ist?
Simone Eymann: [Folie 31] Es ist einfach so vielschichtig, oder? Weil wir sind in einem Bereich, wo häusliche Gewalt eigentlich eine Straftat...Das fällt eigentlich alles in der digitalen Beziehung unter die Beziehungsgewalt. Das sind einfach Komponenten, die dazu führen. Jetzt eben. Von was spricht man genau, wenn man digitale Gewalt erwähnt? Das sind verschiedene Artikel.
Simone Eymann: [Folie 32 & 33] Ich hatte mal Folien vorbereitet. Eben das kann zu Stalking, Nötigung, Drohungen. Also kann als StGB Strafrecht sein unbefugtes Eindringen in Datenverarbeitungssysteme - wenn jemand uneinvernehmlich Geräte und Konten Zugriff darauf bekommt oder sich erschafft, besser. Und eben Verletzung des Geheimen oder Privatbereichs, dann eben auch Verleumdung, üble Nachrede, , Datenschutzgesetz, Persönlichkeitsschutz, Pornografie. Das sind so die vielen, vielen rechtlichen Möglichkeiten, die wir haben in der Schweiz. Also wirklich, da in diesem Fall auch dort rechtliche Unterstützung sich suchen, um den Fall wirklich abzuklären. Bei der bildbasierten sexualisierten Gewalt oder alles was mit Minderjährigen ist, fällt unter Artikel 197 StGB unter Pornografie. Und es gibt im Strafrecht auch das unbefugte Weiterleiten von nichtöffentlichen sexuellen Inhalten, das unter Strafrecht gestellt wird und gefälschte Inhalte mit Ehrverletzungsdelikten oder Identitätsmissbrauch. Also wir haben Grundlagen, das ist ein bisschen: was zeigt die Praxis? Spannenderweise haben wir zwei Bundesgerichtsentscheide vom letzten Jahr, die doch sehr wegweisend sind. Also eines war, dass eine Frau mittels KI zu einer minderjährigen Person gemacht worden ist. Und es war ein sexualisierter Inhalt. Und da hat das Bundesgericht entschieden: Das spielt keine Rolle, ob das echt ist oder nicht. Das ist verbotene Pornografie. Und das ist trotzdem in allem, was manchmal trist ist und wir nicht Plattformen regulieren müssen. Wir müssen uns an diesen Dingen halten, oder?
Simone Eymann: Und das Zweite ist noch eben, wo es einen Bundesgerichtsentscheid. Wo es unter Körperverletzung dann abgehandelt wurde. Also, es gibt doch ein bisschen Hoffnungsschimmer. Aber wir sind jetzt dran, oder ihr habt es gehört. Auch die Grüne Partei ist, glaube ich, daran zu schauen, wie wir das besser regulieren können. Wichtig ist...Spannend ist auch noch im Ausland zu schauen, wie das so gehandhabt wird. Weil zum Beispiel Dänemark stellt Recht auf Körper, Gesicht und Stimme ist ein Recht und alles was verletzt wird dort oder was nicht einvernehmlich auch unproblematische Deepfakes gemacht werden, ist eigentlich nicht okay. Das ist ein anderer Zugang zum Thema. Ja.
Laura Angst: Es gab schon die erste Nachfrage. Wir zeichnen den BiblioTalk auf und stellen den nachher zur Verfügung. Deshalb, wenn ihr eine Frage habt, einfach gerne ins Mikrofon sprechen. Ich bringe das...
Frage 1: Also es ist tatsächlich keine Frage, sondern eine Klärung: laut Strafgesetzbuch ist jede sexuelle Abbildung von Minderjährigen. Früher hat man dem Kinderpornografie gesagt, also unter 18.
Simone Eymann: Ja, unter 16, ja, da steht das falsch. Genauso unter 18. Ja, genau. Ja. Danke.
Laura Angst: Dankeschön. Ja, ich nehme mit. Es gibt noch sehr viel zu tun. Es gibt aber auch Handlungsoptionen. Und ich weiss, wir haben ein diverses Publikum jetzt hier. Die Bühne ist euch, Ihnen.
Simone Eymann: Vielleicht noch einen Hinweis zu den Rechten. Wir haben uns das lange überlegt im Team, was jetzt da helfen könnte, aber es ist halt schon eine Signalwirkung, wenn man weiss, dass das Produzieren, dieser Erstellen eigentlich illegal ist. Dass eigentlich die Person, die das erstellt, weiss, eigentlich darf ich das nicht, ohne dass das einvernehmlich ist, weil die Plattformregulierung soll auch passieren, aber das ist halt eben die Plattformen gehen nicht weg, die wechseln die URLs, die wechseln Standorte. Die zu regulieren ist unglaublich schwierig. Aber wenn wir wissen oder ich darf das eigentlich nicht oder es ist das Bild von jemandem anderen, könnte das Signalwirkung haben, denke ich. Wie das rechtlich gemacht wird, ist mir nicht klar. Ich bin keine Juristin, aber das wäre so ein Weg, oder weil das auch den Jugendlichen zeigt oder das ist strafbar. Das ist keine Spielerei. Aber jetzt bitte fragen.
Laura Angst: Gibt es erste Fragen aus dem Publikum?
Simone Eymann: [Folie 31] Also falls alle erschlagen sind. Also es ist sehr viel Infos, aber es soll euch wirklich so als Anstoss dienen. Und wenn ihr auch später noch Fragen stellen möchtet, ist hier die Adresse und ihr könnt euch gerne an uns wenden, aber ich lasse euch weiter hirnen.
Frage 1: Dann stelle ich eine Frage, weil du auch gerade Jugendliche erwähnt hast. Das ist mein Publikum. Ich bin arbeite bei der Fachstelle Sexualpädagogik und Beratung und im Gespräch mit Jugendlichen fällt mir das auf, dass das für sie ganz normal ist, eben Standort zu teilen in Paarbeziehungen. Und ich bin eine Generation, ich kann mir das nicht vorstellen. Ich glaube, ich weiss nicht mal, wie man das macht. Und wenn ich ins Gespräch gehe, sagen sie auch häufig: Ja, aber meine Mutter, mein Vater hat ja auch meinen Standort, und ich finde das so schwierig im Gespräch. Also, wann ist es okay? Wann ist es nicht mehr okay? Und du merkst es ja erst, wenn es nicht mehr okay ist. Am Anfang ist es immer okay. Also ich weiss da wie nicht richtig, wie reagieren, wenn sie das so sagen mit den Eltern. Die haben ja auch meinen Standort und zwar schon, wenn sie das erste iPhone oder was gekriegt haben. Hast du da eine Idee? Wie kommunizieren?
Simone Eymann: Danke für die Frage. Das ist etwas, dem wir oft begegnen. Eine Frage. Also gut, ich glaube auch. Also ich bin auch aus der Generation, die keine Standorte geteilt hat. Und es macht mir persönlich auch Sorgen, weil wir so diese Sicherheitsdenken oder oft ist es ja Standort-Teilen garantiert mir Sicherheit: jemand weiss, wo ich bin und ich glaube, da wird es einfach, die Grenzen zu erkennen, wann, wann die überschritten werden, ist nicht mehr möglich, oder? Also die, die wachsen so auf und ich denke klar, das ist dort einigermassen einvernehmlich, obwohl ich nicht weiss, wie einvernehmlich das ist von den Eltern aus zum Beispiel. Es ist auch so Gruppendruck, dass man das einfach macht, oder? Also ich sage immer, wenn es für einen okay ist, dann macht es. Ich finde es schwierig in Zukunft, eben weil dann einfach dieses Tracken wird so normal. Wir können da Überwachung oder gibt es ganz viele Diskussionen helfen Kameras oder nicht? Sich sicherer zu fühlen? Das ist ein bisschen was ähnliches. Ich habe auch keinen Tipp, aber ich glaube einfach noch mal anzuregen, was Konsens ist, noch mal. Oder dass Sie auch das recht haben zu sagen das müsst ihr nicht. Also ihr habt ein Recht auf Privatsphäre online auch und dass das eben, wenn euch das gut tut und euch das sicherer fühlen lässt. Also wir haben Zürich schaut hin, wir sind in einer Welt, wo wir doch auf der Strasse schauen oder wo wir uns begeben, wo wir manchmal auch Angst haben, oder? Und wenn das hilft, gut. Aber eben, dass man da auch nein sagen kann. Aber eben, es ist gesellschaftlich schon eine Richtung, die mir etwas Bauchschmerzen macht.
Simone Eymann: Und spannend ist noch, wir haben noch ein Jugendprojekt, also zwei Jugendprojekte. Alena ist auch dabei, die wir aber für alles was Social Media sind...Und auch Social Media Pausen zu machen. Weil dort geht es ja auch oft auf Snapchat und so um Teilen von Standorten und Dingen, wo wir mit der ETH zusammen anschauen, was das so macht mit Jugendlichen, wenn sie so Pausen machen und diese Apps eben alle nicht sind. Und da müssen wir vielleicht mal anschauen, was das bedeutet für die Überwachungsapps, weil da werden wir Probleme mit den Eltern haben oder diese auszuschalten. Und ich habe oft, auch wenn ich die Vorträge habe über diese Stalkerware, die häufigsten, die mir sagen Ja, aber das System, ich brauche das für meine Kinder, das ist so oft. Oder wo man einfach sagen muss okay, das ist speziell. Ja, also ich will jetzt niemanden verurteilen aber meine Meinung.
Laura Angst: Ja, also ich wollte das auch noch ergänzen. Es gibt ja auch Fälle, wo dann häusliche Gewalt... wo Kinder betroffen sind. Diese Überwachungsform von: Ich weiss, wo mein Kind ist. Das kann auch sehr problematisch sein, dass dann das betroffene Kind nicht an einen sicheren Ort oder ein sicheres Gespräch suchen kann, weil die Eltern ja auch ständig sehen, wo sie sind. Also ich weiss nicht, ob das ein Argument ist, dass bei den Jugendlichen zieht heute aber vielleicht einfach generell die Gefahr aufzeigen, die die lauert.
Simone Eymann: Also wir sehen das vor allem bei Mädchenhäusern - grosses Thema diese Eltern-ÜberwachungsApps Und wie macht man das dann? Und auch das Verständnis, dass man eben das Telefon dann im Moment wechseln muss und man halt diese ganzen Apps nicht hat, diese Realität dann auch abgeschnitten zu sein von all dem ist nicht einfach. Ja, aber das ist die Extremfälle vielleicht mit denen argumentieren oder das Recht auf das man da eigentlich ein Recht auf Privatsphäre auch hat. Ja.
Laura Angst: Danke. Gibt es weitere Fragen?
Frage 2: Vielen Dank. Sehr interessant, Ihnen zuzuhören und ich bin da total fachfremd, aber war total fesselnd. Auch beängstigend. Mich hätte es jetzt auch einfach Wunder genommen, auch wegen digitalen Skills, digitaler Affinität. Weiss man etwas über die - ich sage jetzt mal - Clustergeneration dieser Täter*innen, die eben diese digitalen Tools brauchen? Hätte dann so gedacht, sind vielleicht eher jüngere Leute, aber weiss man da etwas oder ist es auch noch... Tappt man da noch etwas im Dunkeln?
Simone Eymann: Sehr spannende Frage, aber wir tappen da auch im Dunkeln. Also meine Einschätzung ist, dass wir alles finden und eben...Also mir ist es immer noch wichtig zu sagen oder die Tatpersonen, die meisten, wenn sie nicht in dieses Cluster fallen von Cyber Security Experten, Geheimagenten, Polizisten oder eben gerade bei Salt oder Swisscom arbeiten und Zugriff auf alles hat. Oder noch bei Google und Apple und all den Arbeiten, dass wenn wir die mal wegnehmen, dann sind es doch häufig Leute, die einfach googeln oder die einfach eine Internetrecherche machen und schauen, wie kann ich das machen? Und dann gibt es 1000 Videos und Handkehrum um euch zu schützen oder das zu blockieren gibt es diese auch. Also ihr wisst nicht, Also man weiss nicht weniger, wenn man betroffen ist, als die Person, die das ausübt. Aber es ist nicht eine exakte Wissenschaft. Wir haben keine Zahlen. Aber ich denke auch, je jünger und je affiner mit Technologie, desto mehr Möglichkeiten werden sich auch aufzeigen. Aber so eben. Man muss nicht davon ausgehen, dass es Tech Cracks sind, die das machen. Nein. Also vielleicht nur zu den Zahlen, ich habe jetzt gelesen, ich habe ein Interview gegeben in der Basellandschaftlichen Zeitung, und die haben dort recherchiert und herausgefunden, dass das Bundesamt für Statistik jetzt auch Deepfakes erfassen möchte. Wie genau das gemacht wird, ist mir nicht ganz klar, weil darum ist es ja auch Meldungen geben.
Frage 3: Ja, vielen Dank für den Input. Meine Frage war eigentlich genau diese so zu den Zahlen, weil jetzt ein paar mal erwähnt wurde, dass das einfach keine Zahlen bestehen. Und ich wollte fragen, gibt es Länder wo da schon Forschung betrieben wurde? Und eben wie würde man überhaupt oder wie kommt man überhaupt an diese Zahlen?
Simone Eymann: Guter Punkt, oder? Weil oft in den Opferberatungsstellen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst das ja nicht, oder was passiert. Das fällt dann unter die häusliche Gewalt oder unter das Stalking. Aber welche Art - es gibt gewisse Hinweise. Deutschland macht das, erfasst die Zahlen zu digitaler Gewalt, glaube ich, und digitale Beziehungsgewalt auch. Das hilft. Aber ihr seht auch dort sie sind auch am Limit oder wie wir auch. Ich glaube, was uns hilft, ist wirklich, sich zu orientieren an den Fällen, die wir...die kommen und von ihrer Beziehungsgewalt erzählen und dort das für uns aufzunehmen und mit den Expertinnen und Experten Rücksprache zu halten, was sie am meisten antreffen. Und da eben bei den Tatpersonen ist die Rückmeldung, die wir haben von den wenigen Stellen in der Schweiz, die digital Assessments machen. Also Frauenhäuser machen das schon immer, die mussten sich immer schützen. Das ist nicht was Neues, sind einfach, die Möglichkeiten werden immer noch mehr. Aber eben dort ist auch klar der Hinweis. Meistens sind es eben nicht so versierte Leute und meistens ist es kein grosses Problem, komplexes Problem. Das sind eben so Umfragen die wir machen, um ein bisschen mehr zu erfahren. Und ich frage mich, ob das Bundesamt für Statistik das Deepfakes anschaut. Aber eben gibt es dann auch eine Möglichkeit, dass man die Kriminalstatistik, die Polizeiliche Kriminalstatistik in der Beziehungsgewalt dann anschaut. Gibt es Komponenten von...In den Beleidigungen, ist das auch online oder spielt das vielleicht auch keine Rolle? Oder es ist einfach dasselbe? Ist auch eine Möglichkeit, aber Geolokalisierung und noch tracken, würde mich interessieren. Oder wie viele Stalker wird wirklich installiert? Ja.
Fabian Weingartner: Gibt es weitere Fragen?
Frage 5: Ich weiss nicht ob das zu persönlich ist aber wir haben immer mehr und mehr Probleme, psychische Probleme bei Jugendlichen und oft hat das dann auch damit zu tun. Wie stellen Sie sich vor, dass wir als Gesellschaft beitragen können, so dass man in der Schweiz mehr Erhebungen macht? Also mehr Zahlen bekommt, dass man wirklich dort etwas bewegt? Was können wir machen? Weil das Problem ist gross, aber irgendwann wird es überhört. Und jetzt frage ich mich wie haben das die andere Länder geschafft, dass wir das nicht schaffen? Was müssen wir machen?
Simone Eymann: Also wir sind jetzt gerade mit der ETH Zürich dran, über eben Jugendliche und soziale Medien und Wohlbefinden eine Studie zu machen. Eben das sind vor allem diese Social Media Pausen. Oder was macht das mit Jugendlichen? Welche Auswirkungen hat das? Das wäre, so die erste Studie in der Schweiz zu dem Thema. Ja, aber das ist, ich sag euch, mit Jugendlichen Umfragen zu machen ist eine riesen Herausforderung, weil man da durch die Erziehungsdirektionen gehen muss. Und ich bekomme ganz viele Anfragen zu Gesundheitsfragen, allerlei Geschichten. Und dann geht es noch über eben die Schuldirektoren, weil so kann man am besten die Jugendlichen erreichen Und dann geht es über die Eltern, die sagen ja oder nein. Am Schluss auch die Jugendlichen, die, die sagen können Nein, ich will das nicht oder. Also wir sind daran. Wir versuchen so 180 Klassen in der Schweiz anzupeilen, um sowas mal anzuschauen. Was macht das mit den Leuten auf das Wohlbefinden. Aber es gibt auch viele Jugendliche, die sagen....So das ist der kollektive Ansatz, dass eine ganze Klasse diese Pause zusammen macht, um zu schauen oder weil dann ist man weniger unter Druck, dass eine*r hats, eine*r hat es nicht. Aber eben, ich glaube, wir müssen mal so anfangen und dann weiter schauen. Aber es ist einfach, glaube ich, auch schwierig, diese Studien zu machen, oder? Ich glaube, ich schaue Alena an, die tagtäglich...Wie viele Schulen schreibst du an? Tagtäglich? Viele. Viele. Ja, also...Aber wir fangen da mal an und hoffen, dass wenigstens so...Und wie man es nennt. Ist auch schwierig, weil das dann von Hass zu reden ist...Nicht immer...Oder Schule Jugendliche beim Namen zu nennen oder eben jetzt mal soziale Medien und Wohlbefinden und dann diese Pausen, um zu schauen. Und dann vielleicht eben die Idee wäre, dass wir per Ende Jahr so eine erste Webseite haben, die vor allem zuerst mal Fachpersonen und Eltern erklärt. Was ist das Problem von digitaler Gewalt? Weil das fehlt zu bisschen gebündelt in der Schweiz gibt viele andere Anlaufstellen, die Cybermobbing anschauen und so, aber das ist ein anderes Projekt. Noch bis Ende Jahr, dass wir eine Webseite haben, die erklärt, was ist digitale Gewalt für Jugendliche? Was hat das für Formen? Was kann das digital auch Gutes machen? Oder es kann auch verbinden und man muss es nicht immer verteufeln. Wir haben jetzt die ersten Studien, dass diese Bans, diese Verbote gar nicht viel bringen, oder? Was ist so, um uns besser zu orientieren - vor allem mit der ETH ist es gut, weil es so wissenschaftlich gestützt und kuratiert ist, so dass wir wissen, das sind die Studien, die wir auf die wir stützen können, auf die wenigen Studien, die es gibt. Aber das wäre so ein Portal. Oder um zu sagen, das ist Jugendliche online Gewalt und sie wirklich so Tipps, wo wir wissen, dass sie helfen. Zum Beispiel im Ausland gibt es Tipps «no screens in the bedroom ever» so als erster...Keine Bildschirme im Schlafzimmer. Also so vielleicht so ganz einfache Empfehlungen als Eltern, die man befolgen könnte. Aber Alena ist da auch dran am Inhalte zu erarbeiten. Wir können euch dann mehr erzählen Ende Jahr. Aber es ist nicht so eben...Die ganze Jugend anzugehen ist nicht nur, nicht nur einfach, aber es fängt mit dem an, nur noch schnell zur Medienkompetenz oder wenn wir nicht mit der Jugend anfangen, dann dann hinken wir immer hintendrein. Das ist doch was wir...Deswegen für uns auch - wir haben gesagt, wir müssen Jugend angehen, weil sonst hinken wir immer hintendrein, wenn wir nicht früher anfangen. Ja, bitte schön.
Frage 5: Vielleicht schliesst die Frage gleich an: Was wäre dann vielleicht Ihre Handlungsempfehlung, wenn man betroffen ist? Also vielleicht einfach die Analogie zu Rassismus-Meldung, wo es wichtig ist, es nicht nur bei der Polizei zu melden, sondern eben vielleicht auch an den gängigen Stellen. Was würden Sie da raten? Vielleicht über die 142 oder noch irgendwo an einer anderen Stelle zu melden? Einfach vielleicht auch im Hinblick auf diese Datenerfassung.
Simone Eymann: Also im Moment glaube ich das 142 die gute Lösung ist, weil es eben nach wie vor ein Beziehungsproblem ist. Um das einzuschätzen oder wie hoch ist das Gefahrenpotenzial? Was sind die nächsten Schritte? Alles, was digital ist immer der Plattform melden. Und je mehr Leute melden, desto besser. Also das sind so diese, in der Beziehungsgewalt, die Stellen oder wenn es akute Bedrohung gibt, dann geht zur Polizei. Also wenn es wirklich das ist, auch ganz wichtig, dann geht lieber zur Polizei, als dass ihr 142 anruft in dem Moment. Also es ist eine Abwägung, aber ich denke, das sagen wir euch immer 142, Opferberatungsstellen, Frauenhäuser erster Anlaufpunkt weil eben Beziehungsproblem.
Simone Eymann: Und für das Digitale. Das ist eben die spannende Frage in diesem Projekt. Weil wie bekommt man dann...Also man hat die Beziehung verlassen, man ist in Sicherheit. Man hat diese Geräte irgendwie neutralisiert oder die sind sicher. Wie geht denn das Leben weiter? Weil oft merken wir, die digitale Souveränität zurückzubekommen, wer macht das mit einem? Und das ist meine Frage ein bisschen für das System und ich glaube die abschliessende auch mit den Forderungen, vielleicht für diese 16 Tage gegen Gewalt. Wie bekommen wir...Jetzt haben wir Forensik Nurses, wie bekommen wir so Cyber Nurses hin oder so? Also wo wende ich mich hin, wenn ich dann nachher wieder meine digitale Souveränität möchte? Und wer begleitet mich mit diesen Einstellungen, dass es nicht wieder heisst, machen Sie mal für mich? Oder dass wir, dass wir lernen diese Mechanismen selber lernen. Und da habe ich noch keine abschliessende Lösung. Also eben auch die technische...Fachstellen bilden sich fort aber eben, manchmal wird es schon sehr technisch. Und wo meldet man sich denn...Also eines ist so dieses Beziehungsding. Und das andere ist dann eben die technische Lösung dafür oder die technische...Und da sind wir jetzt am Arbeiten, daran, wie wir uns da besser aufstellen. Also im Moment können wir das ein bisschen abdecken mit unseren Informationssicherheitsexperten und Fragen beantworten. Aber eben, in Zukunft wäre es schön, wenn jeder Kanton so eine Stelle hätte, die das anschaut mit den mit den Betroffenen.
Simone Eymann: Ja, ja, sonst und ich glaube, in jedem Kanton ist es ein bisschen anders. Also meine Idee war jetzt mal, dass wir vielleicht mal mit einem Kanton als Pilot mal schauen oder ich habe ein Referat Ende Juni, wo wirklich Polizei, Opferhilfe, Frauenhaus und ich dort sitzen an einem Tisch und die Gleichstellungs...Nein die Prävention von häuslicher Gewalt Stelle. Wir sitzen alle in einem Panel und das wäre so ein guter Moment, um zu schauen, was ist da, was wäre eine Möglichkeit? Aber ich glaube auch da in jedem Kanton wieder anders. Es ist...manche Kantone outsourcen das - ich weiss, in Zürich habt ihr glaube ich, eine Firma, wo so Reinigung von Telefonen übernommen wird. Also es gibt so verschiedene Ansätze, aber wenn ihr bis Ende Jahr bis Ende Projekt so Empfehlungen hätten, auch dort oder was braucht es in jedem Kanton, um diese Reinigung zu machen? Und das ist gut und dass die Leute sicher sind. Aber wie geht es nachher weiter oder wie machen wir es? Wie stellen wir sicher, dass die Leute dann wirklich wissen, was sie zu tun haben in Zukunft digital und nicht wieder den gleichen Fehler machen? Also es ist nicht bei der...Nicht der Fehler der Betroffenen, aber nicht diese Wege wieder einleiten, die sie in diese Situation bringt. Ja.
Frage 5: Diese Kurse bei der Polizei waren sehr schnell voll, da hat man gar keine Chance gehabt. Wieso macht man das nicht öfters? Wenn da wirklich die Anfrage so gross ist. Auch hier. Heute war es sehr schnell voll, oder? Das Thema berührt uns, das Thema bewegt uns, aber es wird einfach gemacht und dann ist es schon gemacht. Es braucht viel mehr.
Simone Eymann: Viel mehr.
Laura Angst: Kann ich hier noch eine kleine Antwort darauf geben? Der BiblioTalk wird ja aufgezeichnet. Sie können den dann auch nachhören. Er wird transkribiert. Die Folien von Simone werden Ihnen dann auch zur Verfügung stehen. Also diese Informationen sind dann auch da und zugänglich über unsere Webseite. Genau.
Simone Eymann: Also ich glaube, was gut wäre, wenn wir in Zukunft...Es gibt halt einfach verschiedene die technologisch versiert sind und das selber sich in Videos anschauen können, können wir etwas online stellen als withyou. Da können wir Leitfäden oder auch Videos: Wie mache ich das? Ich glaube, das ist schon möglich, dass wir das zur Verfügung stellen können und relativ schnell, aber eben dann die Frage ist, wenn es wirklich bei Null anfängt und wenn der persönliche Kontakt ja manchmal auch wichtig ist in dieser kalten, digitalen Welt. Dass man mit einer Person sitzt, die einem etwas zeigt oder irgendwie ja, aber ich, ich bin mir das auch am überlegen, weil das ist dann ein wichtiger Punkt in Richtung Medienkompetenz oder wie geht man mit diesen Dingen um, diese digitale Hygiene? Ja.
Laura Angst: Ich glaube, Sie dürfen das Gespräch sonst nachher gerne auch bilateral noch, einfach weil es schwierig ist von der Akustik und fürs Transkript. Gibt es von der Zeit noch her eine letzte Frage. Ja.
Frage 6: Also vielleicht ein radikales Weiterdenken. Ich möchte anschliessen an das Votum vorher, wo es um die Jugendlichen ging. Also ist es nicht so, dass wir also quasi als Eltern ja auch Vorbilder sind, wie wir umgehen mit Medien und wenn wir unsere Kinder ungefragt tracken, ihnen das als Normalität mitgeben, dass man einfach getrackt ist. Also sie wachsen getrackt auf und ich glaube, viele Eltern sind sich nicht bewusst und denken, sie machen etwas Gutes, was das eben auch bedeutet. Also dass man da vielleicht auch ein bisschen mehr Prävention machen könnte. Es gibt ja auch andere Möglichkeiten, seinen Kindern etwas beizubringen, dass sie sicher sind.
Simone Eymann: Ja, absolut. Also hier geht es eben vor allem dann wieder ums Heimliche. Das ist noch schwieriger, finde ich, als wenn man es den Kindern sagt, oder? Das ist doch noch eine grössere Grenzüberschreitung. Aber absolut. Wir sind Vorbilder und es ist einfach manchmal so schwierig, mit Eltern über diese Dinge zu reden oder weil sie so eingeschossen sind, manchmal auf eine Idee. Und irgendwie müssen wir da eine Sprache lernen oder wie man zeigt. Oder was ist ein Extremfall oder wo so etwas schiefgeht. Oder was könnte mit ihren Kindern passieren, wenn sie sich das angewöhnen? Vielleicht Beispiele oder was nachher in der Beziehung passiert und dann plötzlich eben geht es manchmal wirklich um Leben und Tod, oder? Also wir sind in der momentanen Statistik oder müssen wir von diesen Dingen sprechen. Und da ist auch die Verantwortung bei den Eltern auf jeden Fall und das Vorleben von diesen Dingen aber auch einen Raum zu schaffen, wo man über diese Dinge reden kann. Es ist auch nicht in jedem Haushalt so, oder? Ja, ja.
Laura Angst: Ich glaube, sie ist auch wichtig zu betonen, dass das ist ja auch eine Ressourcenfrage. Also man muss das Wissen haben, man muss die Zeit haben, dieses Gespräch zu führen. Und ich denke, deshalb ist es auch wichtig, dass wir als Fachstelle, wie von Ihnen richtig gesagt, diese Themen auch aufnehmen. Die sind für uns ja auch neuer. Wir sind auch keine Expert*innen. Und dass man darüber spricht und vielleicht diesem Empathy Gap, den du mehrmals erwähnt hast, dass man da halt wirklich, dass man hinschaut, dass man sich informiert, dass man etwas macht, wenn man die Ressourcen dazu hat. Dann danke ich dir nochmals ganz herzlich, Simon, für dein Referat und deine Zeit hier und darf das Mikrofon nochmals an Fabian übergeben.
Fabian Weingartner: Super, Danke auch von mir, Simon.
Simone Eymann: Soll ich mich hinsetzen oder.
Fabian Weingartner: Du darfst dich hinsetzen, wenn du möchtest. Applaus. Herzlichen Dank. Genau. Ich halte mich kurz. Es ist warm. Der Apero wartet. Am 16. Juni ist der nächste Bibliotalk zum Thema...zum Jubiläum...zum Gleichstellungsgesetz. 30 Jahre feiern wir. Kommt unbedingt vorbei. Und am 18. Mai, anlässlich des IDAHOBITs, findet eine Ausstellung statt, hier in der Bibliothek zum Thema Bi+ Pride and Visibility. Für beide Veranstaltungen könnt ihr euch noch anmelden. Können Sie sich noch anmelden. Entschuldigt, wenn ihr euch allgemein für Tätigkeiten der Fachstelle interessiert, ihr könnt euch einschreiben beim Newsletter. Der ist draussen. Und alles weitere auf der Webseite. Und ja, herzlichen Dank und schön wart ihr da. Und jetzt gehen wir in den Apero.