Die HFRB bietet unter einem Dach Aus- und Weiterbildungen für alle professionellen Rettungsberufe an. Sie nimmt in der Deutschschweizer Rettungsszene eine zentrale und einzigartige Rolle ein. Wie sie entstanden ist und wie sie sich verändert hat, lesen Sie in der folgenden Chronik.
Seit dem 14. August 2023 werden im neuen Bildungszentrum Blaulicht (BZB) Rettungsdienst, Berufs- und Milizfeuerwehr, Polizei sowie Zivilschutz und die Führungsstäbe für die Bewältigung von Grossereignissen unter einem Dach aus- und weitergebildet.
Das BZB ist dem Sicherheitsdepartement (SID) angegliedert. Der Auftrag zur operativen Betriebsführung wurde an SRZ vergeben. Als Bereich von SRZ ist die HFRB sowohl für die Betriebsführung des BZB als auch für die Bildungsangebote verantwortlich.
Im Gebäude und auf dem Übungsgelände lassen sich vielfältige Einsatzsituationen inszenieren. Die Einsatzkräfte trainieren in einer realitätsnahen Umgebung. Dank der modernen Infrastruktur und der Bereitstellung von Material, Logistikdienstleistungen sowie dem vielfältigen Gastronomieangebot kann sich die Kundschaft ganz auf die Wissensvermittlung und den Kompetenzerwerb konzentrieren.
Das Ausbildungszentrum Rohwiesen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Als der Bau vor über 40 Jahren konzipiert wurde, standen noch andere Nutzungsideen im Vordergrund. Deshalb wurde vor längerer Zeit bereits ein Projekt zum Neubau des Zentrums gestartet. Das Vorprojekt wurde im Jahr 2016 abgeschlossen und 2018 startete das Bauprojekt des neuen BZB (Bildungszentrum Blaulicht).
Im Sommer 2018 zog die HFRB in ein Provisorium an der Hagenholzstrasse 110 um. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) bot auf vier Stockwerken die optimalen Räumlichkeiten, um den Schulbetrieb während der Bauphase aufrechtzuerhalten.
Das Gelände und die Aussenanlagen an der Orionstrasse blieben während dieser Zeit in Betrieb.
Die Geschäftsleitung von Schutz & Rettung beschloss, dass sich die HFRB auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Organisationen aus dem Bevölkerungsschutz konzentrieren soll. Alle Bildungsangebote orientieren sich seither diesem Beschluss. Im Auftrag des städtischen Sicherheitsverbundes führt die HFRB als einzige Anbieterin den Berufsfeuerwehrlehrgang für die Deutschschweiz durch. 2016 wurde der Vorbereitungslehrgang für die Höhere Fachprüfung für Führungspersonen in Rettungsorganisationen lanciert. Teilnehmende aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz erwerben gemeinsam Führungskompetenzen.
Anfang 2013 bündelte Schutz & Rettung sämtliche Ausbildungsangebote sowie die rettungsberuflichen Aus- und Weiterbildungen in einem organisatorischen Bereich: «Höhere Fachschule für Rettungsberufe» (HFRB). Dazu gehören das gesamte damalige Gelände des Ausbildungszentrums Rohwiesen in Zürich-Nord, inklusive eines öffentlichen Restaurants (während der Bauzeit kein Restaurant vorhanden). Zum Angebot gehörte bis August 2019 auch die Fachstelle für Arbeitssicherheit der Stadt Zürich (EKAS). Noch immer bei SRZ angesiedelt ist das Brandverhütungsprogramm für Kindergarten- und Volksschüler*innen der Stadt Zürich, KigaSchu.
Mit neuen eidgenössischen Vorgaben für die Ausbildung zur dipl. Rettungssanitäterin HF und dipl. Rettungssanitäter HF darf sich die Bildungsinstitution seit 2008 «Höhere Fachschule» nennen. Die Schwerpunkte des Ausbildungsangebotes sind strukturierte Lehrgänge, welche die Studierenden auf einen eidgenössischen Abschluss vorbereiten:
- Transportsanitäterin und Transportsanitäter mit eidg. Fachausweis
- Rettungssanitäterin und Rettungssanitäter mit eidg. Diplom HF
- Berufsfeuerwehrfrau und Berufsfeuerwehrmann mit eidg. Fachausweis
Der Zusammenschluss der Sanität Zürich, inklusive Rettungsschule, und der Feuerwehr zu Schutz & Rettung Zürich im Jahr 2001, brachte weitere Ausbildungsangebote mit sich:
- Lehrgang für Transportsanitäterinnen und Transportsanitäter
- Lehrgang für Berufsfeuerwehrleute
Die Fachschule für Rettungsberufe wurde 2004 neu ausgerichtet und einer Schulkommission unterstellt, um die hohen Ansprüche an die Berufsausbildung erfüllen zu können. Dies führte zur Umbenennung in «Fachschule für Rettungsberufe».
Innerhalb der Sanität Zürich entstand eine eigenständige Rettungsschule, die ab 1994 auch externe Lernende ausbildete. Aufgrund der Bestimmungen des Schweizerischen Roten Kreuzes führte die Rettungsschule Sanität Zürich ab 1999 einen umfassenden dreijährigen Diplomlehrgang durch. Schon damals verfügten unsere Lehrkräfte über anerkannte Abschlüsse in der Erwachsenenbildung.
Bis in die frühen 1980er-Jahre waren medizinische Massnahmen ausschliesslich den Ärzt*innen vorbehalten. Sanitätsangehörige nahmen fast vorwiegend Patiententransportaufgaben wahr. Im Laufe der Zeit reifte die Erkenntnis, dass bereits am Notfallort eine kompetente medizinische Versorgung der Patient*innen nötig ist. Die Sanität Zürich entschloss sich, ihre Sanitäter*innen anlässlich interner Kurse entsprechend auszubilden. In der Folge wurde der Kursumfang stetig erweitert. Bereits 1987 schlossen die ersten Angehörigen der Rettungssanität ihre Ausbildung gemäss der Richtlinien des Interverbandes für Rettungswesen (IVR) – nach ca. 500 Schulstunden – bei der Sanität Zürich ab.