Bettwanzen reisen unbemerkt mit Gepäck oder über befallene Möbel zu Ihnen nach Hause. Sie saugen nachts Blut von Mensch und Tier und verstecken sich tagsüber in Ritzen. Wenn Sie Bettwanzen vermuten, fangen Sie einige ein und lassen Sie sie von einer Fachperson prüfen. Eine sichere Bekämpfung ist nur durch eine professionelle Schädlingsfirma möglich.
Eine ausgewachsene Bettwanze ist 4 bis 6 mm lang und flach, vollgesogen kann sie fast 10 mm lang werden und ähnelt im Aussehen einem Apfelkern. Die fünf Larvenstadien sehen ähnlich aus wie die Erwachsenen, sind aber heller und kleiner (ab 2 mm). Die ovalen Eier sind weisslich, etwa 2,5 mm lang und 0,5 mm im Durchmesser. Sie werden an die Unterlage angeklebt.
Seit 2006 steigen die Meldungen zu Bettwanzen exponentiell. 2016 wurden der Schädlingsprävention 164 Fälle gemeldet. Darin nicht eingerechnet sind Personen, die sich direkt an Schädlingsbekämpfungsfirmen gewendet haben. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl Betroffener somit nochmals höher liegt. Von 1994 bis 2005 waren es noch unter 20 Meldungen pro Jahr.
Gründe für die weltweit beobachtete Zunahme der Bettwanze sind:
- Vermehrte Verschleppung durch stark angestiegene globale Mobilität und Reiseaktivität
- Bildung von Resistenzen durch falsche Anwendung von Insektiziden
- Verbot von gefährlichen, aber sehr wirksamen Insektiziden
- Technisch schwierige Bekämpfung, auch für Schädlingsbekämpfungsfirmen
Es lohnt sich, die Ferienunterkunft (Hotel-, Motelzimmer, Ferienwohnung, Airbnb, gemieteter Camper, etc.) vor der ersten Übernachtung auf Bettwanzen zu kontrollieren. Sie ersparen sich hohe Bekämpfungskosten und viel Ärger, wenn Sie einen Bettwanzenbefall schon beim Start des Urlaubs erkennen und nicht nach Hause einschleppen.
Räumen Sie Ihren Koffer noch am Reisetag aus. Nehmen Sie den Koffer nicht in Ihre Wohnung, sondern deponieren Sie ihn im Freien (Balkon). Alle Kleider, die bei 60°C waschbar sind, sollten gewaschen werden. Andere Kleider können Sie für eine halbe Stunde bei 50°C im Wäschetrockner behandeln. Kleinere Gegenstände lassen sich im Tiefkühler für mehrere Tage bei -17°C einfrieren. Das Innere des leeren Koffers sollten Sie im Freien mit einem Insektizidspray behandeln. Vor dem nächsten Gebrauch müssen Sie den Koffer mit einem feuchten Lappen reinigen.
Nein, das ist nicht eindeutig möglich. Jeder Mensch reagiert anders auf Stiche und zwei von zehn Person reagieren gar nicht auf die Stiche von Bettwanzen. Die Lage der Stiche kann einen Hinweis geben, aber Sicherheit hat man nur mit dem Finden einer Bettwanze oder der typischen Kotflecken.
Eine Übertragung von Krankheiten konnte in der Praxis bis jetzt nicht nachgewiesen werden. Es ist jedoch möglich, dass man auf die Stiche allergisch reagiert oder dass sich durch das Kratzen eine Sekundärinfektion entwickelt.
Eine seriöse Schädlingsbekämpfungsfirma bekämpft nur, wenn entweder Tiere oder eindeutige Spuren (Kotflecken, Häutungsreste) gefunden wurden, oder ein Bettwanzenspürhund einen Befall angezeigt hat. Andere Parasiten wie Flöhe oder Milben müssen mit anderen Methoden bekämpft werden und manchmal befinden sich die Stich-Verursacher auch im Garten oder an einem anderen Aufenthaltsort der Gestochenen. In diesem Fall nützt eine Bekämpfung in der Wohnung gar nichts.
Alle uns bekannten Fallen zum Nachweis von Bettwanzen sind unseres Wissens nicht zuverlässig. Der beste Köder ist immer noch der Mensch. Bei Zimmertemperatur braucht eine Bettwanze etwa alle drei Tage eine Blutmahlzeit. Schlafen Sie zwei Tage auf dem Sofa und dann wieder im Bett. Machen Sie in der Nacht mehrere Kontrollen und fangen Sie die aus ihren Verstecken hervor kriechende Bettwanzen ein.
Spuren von Bettwanzen sind dunkle Kotflecken bei Ritzen und Spalten (am Bettgestell, bei Steckdosen, bei Bodenleisten, hinter Bildern etc.), in denen sich die Bettwanzen verkriechen.
Nein, Sie brauchen eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma. Die Fachleute wissen, wo und wie sie bekämpfen müssen. Holen Sie mehrere Offerten von professionellen Schädlingsbekämpfungsfirmen mit eidgenössischer Fachbewilligung ein. Das klar definierte Ziel muss die vollständige Ausrottung sein. Mit Insektensprays aus der Drogerie/Apotheke erreichen Sie die sehr gut in Ritzen und Spalten versteckten Tiere nicht. Schlimmstenfalls bringen Sie die Wanzen mit der Sprayaktion dazu, sich in der ganzen Wohnung zu verteilen, oder es wandert ein Teil der Population sogar in benachbarte Wohnungen.
Auch aushungern ist nicht möglich. Ein Teil der Bettwanzen kann bei Zimmertemperatur bis zu einem halben Jahr ohne Blutmahlzeit überleben. Bleibt der Mensch zu lange vom Schlafzimmer weg, fangen die Wanzen an, aus dem Zimmer abzuwandern und verteilen sich in der ganzen Wohnung oder wandern über Leitungsschächte und andere Durchgänge in benachbarte Wohnungen.
Konventionell mit Insektiziden. Es braucht mindestens zwei Behandlungen im Abstand von zwei bis drei Wochen, da die Eier durch die Insektizide nicht abgetötet werden. Die behandelten Räume sollten erst wieder betreten werden, wenn der insektizide Belag getrocknet ist.
Nebst einer Behandlung mit Insektiziden wird auch die thermische Behandlung – Raum aufheizen oder Gegenstände tiefgefrieren – praktiziert. Mit Silikatstaub (Diatomeenerde) steht eine biologische Methode zur Verfügung, mit der zum Beispiel Schlupfwinkel wie Hohlräume hinter Fussleisten behandelt werden. Angepasst an die jeweilige Situation werden diese Bekämpfungsmethoden auch kombiniert angewendet.
Wenn Sie die Tiere selbst eingeschleppt haben, beispielsweise aus den Ferien oder mit Second-Hand Möbeln, müssen Sie die Bekämpfung selbst bezahlen. Ist die Ursache des Bettwanzenbefalls unklar und sind mindestens zwei Parteien in einem Haus betroffen, muss die Vermieterin oder der Vermieter die Bekämpfung bezahlen.
Eine Behandlung schützt nicht vor einer Neueinschleppung.
Nein, in der Regel verstecken sich Bettwanzen an und in Möbeln und sogar Elektrogeräten. Deshalb zügeln Sie die Wanzen einfach mit und verbreiten sie so weiter. Es ist wichtig, dass vor dem Umzug eine professionelle Bekämpfung durchgeführt wird.