Psychische Gesundheit ist eine wichtige Grundlage für unser Wohlbefinden. Wenn sie beeinträchtigt ist, kann sich das auf viele Lebensbereiche auswirken. Ein gutes psychisches Wohlbefinden hilft dabei, den Alltag besser zu bewältigen. Das gilt besonders auch im höheren Alter.
Psychische Erkrankungen sind Veränderungen im Denken, Fühlen, Wahrnehmen oder Verhalten. Diese Veränderungen können belasten und den Alltag erschweren. Sie betreffen nicht nur die Person selbst, auch für Angehörige und nahestehende Menschen kann es eine Belastung sein.
Psychische Erkrankungen entstehen meist durch mehrere Faktoren zusammen. Die genauen Ursachen sind nicht immer vollständig bekannt. Fachpersonen gehen davon aus, dass verschiedene Einflüsse eine Rolle spielen können:
- biologische Faktoren
- psychische Belastungen
- soziale Situationen
- persönliche Lebensumstände
Wie stark genetische Faktoren beteiligt sind, wird von Fachpersonen unterschiedlich eingeschätzt. Häufig treten psychische Krisen nach starken Belastungen auf. Das können zum Beispiel Probleme im Beruf, in der Familie oder in der Partnerschaft sein. Auch Veränderungen im Alter können eine Rolle spielen, zum Beispiel:
- Pensionierung
- körperliche Einschränkungen
- der Verlust von nahestehenden Menschen
- weniger soziale Kontakte, Einsamkeit
Psychische Erkrankungen können in unterschiedlichen Formen auftreten und Menschen auch im höheren Alter betreffen. Häufige Krankheitsbilder sind:
Bei einer Abhängigkeit braucht eine Person immer wieder eine bestimmte Substanz oder ein Verhalten, um sich besser zu fühlen oder den Alltag zu bewältigen. Mit der Zeit kann die Kontrolle darüber verloren gehen. Abhängigkeit kann sich auf Substanzen wie Alkohol oder Drogen beziehen, aber auch in Verhaltensweisen wie Glücksspiel zeigen.
Angststörungen können mit anhaltender Angst oder übermässigen Sorgen verbunden sein, beispielsweise um die Gesundheit oder die Bewältigung des Alltags. Zwangsstörungen können sich durch wiederkehrende Gedanken oder Handlungen äussern, etwa häufiges Kontrollieren oder Reinigen.
Eine Belastungsstörung kann nach sehr belastenden oder erschreckenden Erlebnissen entstehen. Ein Trauma ist ein Erlebnis, das so überwältigend war, dass es nur schwer verarbeitet werden kann. Mögliche Folgen sind zum Beispiel Schlafstörungen, innere Anspannung, Albträume, Flashbacks (Erinnerungen, die plötzlich wieder auftauchen). Die Symptome können direkt nach dem Ereignis auftreten oder auch erst später.
Bei einer bipolaren Störung wechseln sich verschiedene Phasen ab. Es gibt depressive Phasen mit Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit. Dazwischen können Phasen mit sehr viel Energie und Aktivität auftreten.
Depression ist eine Krankheit, die die Stimmung stark beeinflusst. Betroffene fühlen sich oft über längere Zeit traurig, erschöpft oder antriebslos. Es gibt leichte, mittelgradige und schwere Depressionen. Die Dauer kann unterschiedlich sein.
Persönlichkeitsstörungen beeinflussen das Denken, Fühlen und Verhalten über einen langen Zeitraum. Das kann den Umgang mit anderen Menschen erschweren. Auch der Alltag kann dadurch belastet sein. Die Ausprägung ist sehr unterschiedlich. Sie kann sich beispielsweise in einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typ) zeigen.
Eine Psychose ist ein Zustand, in dem die Wahrnehmung, das Denken oder das Erleben stark verändert sind. Betroffene nehmen Dinge manchmal verändert wahr. Das kann zum Beispiel Hören oder Sehen von Dingen betreffen, die andere nicht wahrnehmen. Schizophrenie ist eine Form der Psychose, bei der diese Symptome über längere Zeit auftreten.
Belastungen lassen sich nicht immer vermeiden. Menschen können jedoch lernen, besser damit umzugehen. Wichtig ist es, die eigenen Stärken zu kennen und zu nutzen. Auch kleine Veränderungen im Alltag können helfen, wie beispielsweise:
- soziale Kontakte pflegen
- sich regelmässig bewegen
- neue Dinge lernen oder ausprobieren
- auf ausreichend Erholung achten
Mehr Informationen finden Sie in der Broschüre «Sich Gutes tun». Auch unter den Tipps zur Vorbeugung von psychischen Erkrankungen finden Sie Anregungen für Ihren Alltag.
Unterstützung suchen und anbieten
Es ist wichtig, über Belastungen zu sprechen. Das kann mit einer vertrauten Person oder einer Fachperson sein. Nehmen Sie Ihre eigenen Beschwerden und diejenigen von Angehörigen ernst, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick eher klein und unbedeutend scheinen. Hilfreiche Gesprächstipps unterstützen Sie dabei, das Thema anzusprechen.
Psychische Erkrankungen zeigen sich sehr unterschiedlich. Manche Menschen ziehen sich zurück, andere reagieren gereizt oder unruhig. Es ist sinnvoll, frühzeitig Hilfe zu suchen. Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle, wenn Sie sich unsicher fühlen. Das gilt besonders, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Ich fühle mich oft niedergeschlagen oder antriebslos.
- Ich habe häufig Angst oder bin ständig besorgt.
- Ich habe keine Energie, um in den Tag zu starten.
- Meine Gedanken kreisen ständig.
- Ich bin oft gereizt oder aggressiv.
- Ich fühle mich hoffnungslos.
- Ich habe Gedanken, nicht mehr leben zu wollen (Suizidgedanken).
- Ich bin abhängig von Alkohol oder Medikamenten.
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