Bevor ich nach Zürich kam, habe ich eine Sprachschule für Erwachsene geleitet. Für mich ist Sprache weit mehr als nur ein funktionales Werkzeug, um im Beruf zu funktionieren. Sie ist die Brücke zu echter Begegnung: Erst durch die Sprache erschliessen wir uns eine andere Kultur und können einem Menschen mit all seinen Ideen und Gedanken wirklich begegnen.
Ich hatte das Glück, Menschen zu unterrichten, die eine Sprache als Hobby gelernt haben. Aber wenn Sprache kein Hobby ist, sondern eine alltägliche Notwendigkeit, ist das Leben ohne sie extrem hart. Lesen und schreiben zu können hilft dabei, Ideen zu teilen, Freunde zu finden und einfach mehr zu verdienen. Wenn einem diese Worte fehlen, spürt man sofort, wie schwierig das Leben wird – eine Erfahrung, die ich aus meinem eigenen Alltag nur zu gut kenne.
Dazu kommt: Ich studiere an der ETH, wo ich in den letzten vier Jahren Teil unserer internationalen Gemeinschaft war und einige Erfahrungen sammeln konnte. Obwohl wir einen immer grösseren Teil der Studierenden ausmachen, sind wir im Zürcher Alltag oft kaum sichtbar – fast losgelöst vom Leben in der Stadt. Viele Menschen, die hier studieren oder eine Ausbildung machen, möchten nichts lieber, als wirklich dazuzugehören und ihren Beitrag zu leisten, stossen dabei aber nicht nur auf diese Distanz, sondern auch auf harte administrative Hürden beim Einstieg in das lokale Berufs- und Alltagsleben.
In meiner Arbeit im Ausländerbeirat möchte ich genau diese Erfahrungen zusammenbringen: Menschen dabei unterstützen, die Sprachbarrieren abzubauen, die den Alltag so schwer machen; unserer internationalen Gemeinschaft mehr Sichtbarkeit verschaffen, damit wir nicht länger losgelöst vom Zürcher Leben bleiben; und Hürden in Bildung und Beruf abbauen. Vor allem möchte ich dazu beitragen, dass Menschen nicht am Rand stehen, sondern eine Stimme haben und die Chance bekommen, wirklich dazuzugehören.
Nationalität/Herkunft: Russland
Beruf/Tätigkeit: Student
In Zürich seit: 2022
Sprachen: Deutsch, Englisch, Russisch
Before I came to Zürich, I ran a language school for adults. I believe that language is far more than just a functional tool to get by at work. It is the bridge that makes genuine connection possible: through language, we open the door to another culture and truly encounter another human being with all their ideas and thoughts.
I was lucky enough to teach people who learned a language as a hobby. But when language isn't a hobby, but an everyday necessity, daily life without it is extremely hard. Being able to read and write helps you share ideas, find friends, and simply earn more. When you don't have those words, you immediately feel how tough life gets—an experience I know all too well from my own daily life.
Alongside this, I study at ETH, where over the past four years I have been part of our international community and gathered some experience within it. Even though we make up an increasingly large share of students, we are often barely visible in Zurich's daily life—living almost detached from it. Many people who study or train here want nothing more than to truly belong and contribute to the city, yet they face not only this disconnect, but also tough administrative hurdles when trying to transition into local life and work.
In my work on the Ausländerbeirat, I want to connect these exact experiences: helping people overcome the language barriers that make daily life so hard, bringing visibility to our international community so we are no longer living detached from Zurich, and dismantling the hurdles in education and employment. Above all, I want to help ensure that people don’t remain on the sidelines, but have a voice and the opportunity to truly belong.
Nationality: Russian
Job/Occupation: Student
In Zürich since: 2022
Languages: English, German, Русский