Gemeinsam mit der Schulanlage Seefeld bildet die Schulanlage Mühlebach die Schuleinheit Riesbach. Um den steigenden Schulraumbedarf im Quartier Riesbach zu decken, wurde das Sporthallengebäude und der Zwischenbau erweitert. Das Schulraumangebot umfasst neu zwei Kindergarten- und sechs Primarschulklassen im Tagesschulbetrieb.
Die historische Schulanlage mit Schulhaus (1876) und Sporthalle (1880) wurde nach den Plänen von Adolf und Fritz Brunner erbaut. Im Jahr 1950 wurde das Schulhaus und die Sporthalle mit einem Zwischenbau von Otto Dürr ergänzt. Die Schulanlage ist heute im kommunalen Inventar der Denkmal- und Gartendenkmalpflege aufgelistet. Die Instandsetzung und Erweiterung erforderte daher besondere Rücksichtnahme auf den schützenswerten Bestand.
Die Stadt führte einen Architekturwettbewerb durch, den das Architekturbüro Adrian Streich Architekten AG und Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten für sich entscheiden konnten. Im Rahmen der Instandsetzung wurde die Gebäudehülle energetisch saniert, die Statik wo nötig verstärkt, die Geschossdecken brandschutz- und schalltechnisch ertüchtigt und die Schulanlage barrierefrei erschlossen. Bei der Instandsetzung der Innenräume wurden denkmalgeschützte Elemente in bauzeitlicher Art erhalten oder restauriert. Die Instandsetzung erfolgte in enger Absprache mit der städtischen Denkmalpflege.
Mehr Schulraum wurde im Bereich der Sporthalle und des Zwischenbaus geschaffen. Die Sporthalle wurde vollflächig unterkellert. Nach dem Rückbau des Dachstuhls wurde das Gebäude mit einem neuen Geschoss in ökologischer Holzbauweise erweitert. Die Höhe des Zwischenbaus wurde an die Höhe der Sporthalle angepasst und ebenfalls um ein Geschoss aufgestockt. Eine Regenerierküche, Mensa sowie Garderoben mit Toilettenanlagen und Nebenräumen sind im Erdgeschoss eingerichtet. Ein neuer Treppenhauskern verbindet die drei Geschosse des Zwischenbaus mit der Sporthalle. Durch den Rückbau eines Teilbereichs des Zwischenbaus ist ein kleiner Hof zwischen Schule und Sporthalle entstanden, der nun als überdachte Verbindung zwischen den Gebäuden dient und über eine Rampe einen barrierefreien Zugang zu beiden Trakten ermöglicht.
Nebst der Instandsetzung der historischen Gebäudesubstanz wurden die gebäudetechnischen Anlagen ersetzt. Die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien wird über Erdwärmesonden sichergestellt. Eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Sporthalle deckt zudem einen Teil des Stromverbrauchs ab. Das Schulhaus erreicht nach der Instandsetzung den Standard Minergie für Modernisierungen; die Sporthalle und der Zwischenbau erreichen den Standard Minergie-P für Neubauten. Die Anforderungen gemäss Minergie-ECO werden erfüllt. Im Sommer wird via Freecooling über die Leitungen der Fussbodenheizung gekühlt. Neue Lüftungsanlagen sorgen zudem für ein gutes Raumklima in den Klassenzimmern.
Im Aussenraum der Schulanlage wurden Massnahmen zur lokalen Hitzeminderung und Förderung der Biodiversität umgesetzt. Der dichte Grüngürtel mit grossen Bäumen um die Parzelle wurde mit einem lichten grünen Saum ergänzt. Ein vielfältig bepflanzter Kiesrasen dient neu als Spiel- und Aufenthaltsbereich. Auch der bestehende Brunnen wurde instandgesetzt.
- Bauzeit 2024–2026
- Architektur Adrian Streich Architekten AG, Zürich
- Bauleitung Steiner Hutmacher Bauleitung AG, Zürich
- Landschaftsarchitektur Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten, Zürich
- Bauingenieurwesen Synaxis AG, Zürich
- HLKS-Planung energiehoch4 AG, Zürich
- Elektro-Planung Mettler + Partner AG
- Auswahlverfahren Architekturwettbewerb im selektiven Verfahren nach SIA 142, (einstufig, anonym), Juli 2021
- Ausführungskredit CHF 25,279 Mio. inkl. PV-Anlage und Provisorium
CHF 10,484 Mio. gebundene Ausgaben
CHF 14,795 Mio. neue Ausgaben - Adresse Mühlebachstrasse 71, 8008 Zürich