Die 1959 von den Architekten Roland Gross, Hans Escher und Robert Weilenmann erbaute Schulanlage Riedenhalden in Zürich-Affoltern ist im kommunalen Inventar der Denkmalpflege gelistet. Die Schule umfasst heute Kindergarten-, Primar- und Sekundarklassen, die ab dem Schuljahr 2026/27 im Tagesschulbetrieb geführt werden. Um die erforderlichen Verpflegungsräume für die Tagesschule bereit zu stellen, wurde die über 100-jährige Turnhalle umgebaut und der 1946 errichtete Anbau ersetzt. Künftig werden täglich rund 400 Mahlzeiten für Schüler*innen der Primar- und Sekundarstufe bereitgestellt. Der Umbau stärkt die bestehende Schulanlage und schafft einen zentralen Ort für Verpflegung und Begegnung.
Augenfällig ist das neue Dach, welches die umgebaute Verpflegungshalle mit dem neuen Anbau verbindet und als architektonisches Ganzes erscheinen lässt. In die Alte Turnhalle wurden eine Gastroküche und Verpflegungsbereiche eingebaut. Dank der überhohen Raumstruktur bietet eine neue Galerie nun zusätzliche Sitzplätze, was die gleichzeitige Verpflegung von Schulkindern unterschiedlichen Alters ermöglicht. Die grosszügigen Fenster nach Nordosten wurden freigehalten. Sie bieten gemeinsam mit dem überhohen Raum einen direkten räumlichen Bezug zur Schulanlage. Die neuen Dachfenster sorgen nicht nur für mehr Tageslicht in der Verpflegungshalle, sie dienen auch der Hitzeminderung und Nachtauskühlung in den heissen Sommermonaten. Der Anbau aus den 1940er-Jahren wurde ersetzt, um für Garderoben, WC-Anlagen, Neben- und Technikräume und den Lift genügend Flächen zu schaffen. Dank dem Ersatz der Bodenplatten konnte das Niveau dem Aussenraum angeglichen werden, was nun zusammen mit dem neuen Lift einen separaten und hindernisfreien Zugang zu den Verpflegungsbereichen im Erdgeschoss und auf der Galerie ermöglicht.
Das Projekt orientiert sich an den städtischen Klimazielen sowie am Immobilienstandard «Meilenschritte 23». Die Planung folgte konsequent den Prinzipien von Design-for-Disassembly. In erster Hierarchie sind Bestand und Untergeschoss des Anbaus die Basis für ein dauerhaftes Haus, das auch spätere Umnutzungen aufnehmen kann (Durability). Anbau und Galerie wurden in Leichtbauweise errichtet, wobei alle Komponenten ausschliesslich durch mechanische Verbindungen gefügt wurden, wodurch sie später leichter wieder getrennt werden können. In dritter Hierarchie wurden bestehende Bauteile, wo möglich, erhalten oder wiederverwendet (Re-Use).
Die erforderliche Heizleistung wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe aus erneuerbaren Energien gewonnen. Die Photovoltaik-Anlage der ewz leistet einen Beitrag zur fossilfreien Stromversorgung. Dank der ertüchtigten Gebäudehülle kann der Energieverbrauch reduziert werden. Die neuen Dachfenster dienen der Hitzeminderung und Nachtauskühlung in den heissen Sommermonaten. Die Umgebung wurde ökologisch aufgewertet und mit biodiversitätsfördernden Elementen gestaltet.
Insgesamt schafft die neue Betreuungseinrichtung die räumlichen Voraussetzungen für eine zeitgemässe Tagesschule und verbessert die Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig wird ein bestehendes Gebäude weitergenutzt und sinnvoll in die Zukunft geführt.
- Bauzeit 2025–2026
- Generalplanung/Architektur Merett Architektur GmbH, Zürich
- Baumanagement tm Bauplanung, Zürich
- Landschaftsarchitektur Haag Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich
- Bauingenieurwesen WaltGalmarini AG, Zürich
- Elektroingenieur enerpeak AG, Dübendorf
- HLKS-Ingenieur Kalt + Halbeisen Ingenieurbüro AG, Zürich
- Bauphysik Lemon Consult AG, Zürich
- Auswahlverfahren Planerwahl im selektiven Verfahren, März 2023
- Ausführungskredit CHF 7,675 Mio.
- Adresse Riedenhaldenstrasse 200, 8046 Zürich