Die neue Sekundarschule in Zürich-Affoltern schafft dringend benötigten Schulraum für ein stark wachsendes Quartier. Die Anlage bietet Platz für 20 Sekundarklassen sowie zwei Reserveklassen im Tagesschulbetrieb und beherbergt zudem Räume der Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ). Ergänzt wird sie durch eine moderne Doppelsporthalle, attraktive Sport- und Freiflächen sowie einen Schulgarten. Mit der Doppelnutzung der Verpflegungs- und Betreuungsräume durch die benachbarte Primarschule Wolfsblick entstehen wertvolle Synergien. Die Sportanlagen stehen ausserhalb der Unterrichtszeiten auch Vereinen und der Quartierbevölkerung zur Verfügung. So entsteht ein lebendiger Bildungs- und Begegnungsort, der die Entwicklung von Affoltern sinnvoll ergänzt und das Quartier langfristig stärkt.
Die Stadt Zürich führte einen Architekturwettbewerb durch, den das Architekturbüro MSA Meletta Strebel Architekten zusammen mit Freiraumarchitektur GmbH für sich entscheiden konnte. Sie entwarfen einen neuen Schulhaustyp in Kleeblattform, welcher den modernen Clusterunterricht ideal in die Parklandschaft der Wohnsiedlung Unteraffoltern der 1970er-Jahre integriert. Die Clusterflügel sind in Holzsystembauweise erstellt rund um eine zentrale Erschliessung aus recycliertem Ortbeton. Die inneren Trennwände werden in Leichtbauweise ausgeführt und ermöglichen eine flexible Nutzung. Natürliche und sichtige Materialien werden mit Bedacht auf die Wiederverwendbarkeit zusammengefügt und bestimmen neben der sichtbaren Tragstruktur die räumliche Atmosphäre. Die drei identischen, ineinander geschobenen Kuben gewährleisten allseitig einen Bezug zum Aussenraum mit grosszügigen Grünflächen und Baumpflanzungen. Über den zentralen Allwetterplatz ist die neue Schulanlage mit der bestehenden Primarschule verbunden.
Im Innern werden die unterschiedlichen Nutzungen über ein grosszügigs Foyer und eine starke Mitte erschlossen. Die Gebäudegrundform ermöglicht aber auch eine Abtrennung der Nutzungen, wo dies gewünscht ist, wie zum Beispiel zwischen den Mensen für die Primar- und Sekundarstufe. Teamzimmer, Spezialräume und Aufenthaltsräume sind im 1. Obergeschoss angeordnet, die Schulraumcluster im 2. und 3. Obergeschoss. Sie bestehen aus längsausgerichteten gut belichteten Klassenzimmern, Gruppenräumen und einem vielfältig nutzbaren zentralen Raum. Die Räume für die Musikschule befinden sich im 1. Untergeschoss, die Doppelsporthalle mit kleiner Zuschauerinfrastruktur im 2. und 3. Untergeschoss.
Der Neubau im Minergie-P-ECO-Standard ist in den oberen Geschossen als Holzsystembau mit Holz-Beton-Verbunddecken geplant. Die inneren Trennwände werden in Leichtbauweise ausgeführt und ermöglichen eine flexible Nutzung. Eine umlaufende Holzfassade mit Lisenen in leichter Konstruktionsweise bildet zusammen mit den vorgehängten Brise Soleil und den Fensterelementen die äussere Hülle. Die verwendeten Holzbaustoffe stammen zu 65 Prozent aus der Schweiz und zu 35 Prozent aus dem grenznahmen Ausland, was zu einer Verbesserung der Treibhausgasbilanz des Gesamtgebäudes beiträgt. Für die Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Energien ist die Schulanlage an den Fernwärmeverbund Wolfswinkel angeschlossen. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert Strom für den Eigengebrauch.
Ein Beitrag zur Biodiversität leisten die neu zur Pflanzung vorgesehenen einheimischen Baumarten wie Berg- und Spitzahorn, Zitterpappel, Stieleiche und Hainbuche in Ergänzung zum bereits bestehenden Baumbestand. Die Baumpflanzungen und der grosse Anteil an unversiegelten Flächen erhöhen den Kühlungseffekt auf Gebäude und Freiflächen und tragen in Kombination mit den umlaufenden Brise Soleil an der Fassade auch zur Hitzeminderung der Schulanlage bei.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Immobilien Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Ausführungskredit CHF 80,6 Mio.
- Politischer Prozess Die Vorlage zum Objektkredit wurde von der Zürcher Stimmbevölkerung am 25. September 2022 mit 87,4 % Ja-Stimmen angenommen.
- Generalplanung, Architektur MSA Meletta Strebel Architekten AG, Zürich
- Landschaftsarchitektur Freiraumarchitektur GmbH, Luzern
- Holzbauingenieurwesen Pirmin Jung Schweiz AG, Sargans
- Auswahlverfahren Architekturwettbewerb im offenen Verfahren nach SIA 142 (einstufig, anonym) mit 59 Teams, Dezember 2020
- Bauzeit 2023–2026