In den 1960er-Jahren war das Auzelg-Quartier am nördlichen Stadtrand von Schwamendingen verkehrstechnisch nur unzureichend erschlossen. Die Stadt errichtete daher eine Siedlung mit Personalwohnungen für die Mitarbeitenden der Kehrichtverbrennung und Kläranlagen, da die Belegschaft rund um die Uhr im Einsatz und auf einen kurzen Arbeitsweg angewiesen war. Tempi passati: Heute ist das Gebiet gut an das Verkehrsnetz angebunden, und die Wohnungen werden an die breite Bevölkerung vermietet.
Fünf abgewinkelte, zweigeschossige Baukörper gruppieren sich um zwei offene Höfe. Diese Anordnung schafft geschützte Bereiche und gewährleistet trotz kompakter Bauweise eine hohe Privatsphäre.
Ursprünglich schlicht gehalten, erhielten die Fassaden im Rahmen der umfassenden Sanierung 2012/13 eine verputzte Dämmung und eine farbliche Neugestaltung. Die neuen Farbtöne verleihen dem Erscheinungsbild Wärme, während grossformatige Hausnummern Akzente setzen und die Architektur spielerisch auflockern.
Die klare Gebäudestruktur mit ihren charakteristischen Linien blieb erhalten. Auch die markanten Fensterbänder, ein zentrales Element der Fassadengliederung, wurden beibehalten. Dank dieser Gestaltung wirkt die Siedlung heute aufgeräumt, funktional und zugleich einladend.
Die Siedlung umfasst insgesamt 44 Wohnungen, je zur Hälfte 3,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von 70 bis 84 Quadratmetern. Bei der Sanierung blieben die Grundrisse unverändert. Die Wohn-Esszimmer erstrecken sich über die gesamte Gebäudetiefe und profitieren von den breiten Fensterbändern, die für viel Tageslicht sorgen. Verglaste Balkone ermöglichen eine Nutzung über das gesamte Jahr.
Das Raumangebot wird ergänzt durch Werkstätten, Bastelräume, Lagerräume sowie einen gedeckten Autoabstellplatz. Die Waschküchen und Keller sind ebenerdig zugänglich, was den Alltag erleichtert und viele Wege verkürzt.
Die beiden Innenhöfe dienen als gemeinschaftliche Begegnungszonen, in denen Kinder spielen und Bewohnerinnen sowie Bewohner ins Gespräch kommen können. Die überdachten Parkplätze sind geschickt ins Gelände integriert, ohne die Gestaltung der Höfe zu beeinträchtigen.
Die Siedlung ist eingebettet in ein grünes, ruhiges Quartier. Familiengärten zur Glatt hin, Spiel- und Freiflächen sowie ruhige Höfe schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität und fördern nachbarschaftliche Begegnungen.
In der Nachbarschaft befinden sich ein Kindergarten, ein Kinderhort, eine Primarschule sowie der Quartiertreffpunkt «Baracke Auzelg». Damit ist eine wohnortnahe Grundversorgung gewährleistet, die insbesondere Familien entgegenkommt.
Die Haltestelle Auzelg befindet sich direkt neben der Siedlung und wird von der Glattalbahn sowie mehreren Tram- und Buslinien bedient. Von hier aus sind Stadtteile wie Oerlikon, Schwamendingen und Dübendorf ebenso gut erreichbar wie der Flughafen und der Hauptbahnhof Zürich. Die ehemals abgelegene Lage hat sich zu einem verkehrstechnisch bestens angebundenen Wohnumfeld gewandelt.
Bereits beim Bau der Wohnsiedlung wurde auf ressourcenschonendes Bauen Wert gelegt: Teilweise eingegrabene Untergeschosse reduzierten den Aushub, das Erdmaterial wurde vor Ort wiederverwendet, und kompakte Baukörper mit guter Dämmung prägen bis heute die umweltbewusste Bauweise.
Seit den frühen 1990er-Jahren wird die Siedlung mit Fernwärme beheizt. Im Rahmen der Sanierung erhielten die Gebäude eine kontrollierte Wohnraumlüftung, Dreifachverglasung sowie eine verbesserte Wärmedämmung, wodurch der Energiebedarf deutlich gesenkt wurde. Damit erfüllt die Überbauung den Minergie-Standard.
- Baujahr 1969–1970
- Architektur Walter Gautschi, Otto Rotach
- Instandsetzungen Sanierung Fassade / Flachdach (1979); Fernwärmeanschluss (1991/92); Etappierte Sanierung innen und aussen (2012/13), Projekt: TK Architekten AG, Totalunternehmer: HRS Renovation AG
- Raumprogramm 44 Wohnungen, 5 Lager/Werkstätten, 11 Bastelräume, 17 Garagenplätze, 23 Parkplätze im Freien, 2 Motorradplätze
- Mietzinse Kostenmiete (freitragend und subventioniert)
- Adresse Opfikonstrasse 132–140, 148–160, 8050 Zürich