Die Stadt Zürich erwarb 2013 das rund 10 1 00 Quadratmeter grosse Areal von den SBB. Der Kaufpreis entsprach den Vorgaben der kantonalen Wohnbauförderung. Mit dem Verkauf erfüllten die SBB eine frühere Zusicherung zugunsten des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Das Grundstück liegt zwischen der stark befahrenen Hohlstrasse und dem offenen Gleisfeld. Entwickelt und umgesetzt wurde das Projekt von der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW), der Stiftung Familienwohnungen (SFW) und Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ). Die Überbauung umfasst 265 Wohnungen und bietet bezahlbaren Wohnraum sowie Orte der Begegnung für alle Altersgruppen.
Im Jahr 2016 schrieb die Stadt einen Architekturwettbewerb aus, den Gutschoep Architekten und Neuland ArchitekturLandschaft für sich entschieden. Ihr Projekt kombiniert einen langgezogenen Baukörper mit einem 24-geschossigen Hochhaus. Diese Anordnung schafft zwei gemeinschaftliche Aussenräume und sorgt für eine gute Belichtung aller Wohnungen. Neben den Wohnungen umfasst die Überbauung einen Doppelkindergarten sowie Flächen für Gewerbe, Büros und Ateliers. Die Wohnungen sind nach hohen Qualitätsstandards und mit nachhaltigen und langlebigen Materialien ausgebaut.
Die Fassaden bestehen aus vorgefertigten Betonelementen. Ihre Gestaltung zeigt ein abwechslungsreiches Spiel von Flächen und Öffnungen.
Die sorgfältig entwickelten Wohnungsgrundrisse fördern die soziale Durchmischung in der Wohnsiedlung. Die Wohnungsgrössen entsprechend den Vorgaben der kantonalen Wohnbauförderungsverordnung. Das Hochhaus beherbergt 131 Wohnungen für ältere Menschen der Stiftung Alterswohnungen, während im achtgeschossigen Baukörper die 53 Wohnungen der Stiftung Familienwohnungen und 81 Wohnungen von Liegenschaften Stadt Zürich untergebracht sind. Im Erdgeschoss zur Hohlstrasse stehen rund 1500 Quadratmeter für Gewerbe, Büros und Ateliers zur Verfügung. Der Doppelkindergarten hat einen direkten Zugang zum Gemeinschaftshof auf der Seite des Gleisfelds.
Der Gemeinschaftshof, der grössere der beiden Aussenräume, bietet Spielplätze, Pflanzenbeete und Gartenflächen. Auch der Gemeinschaftsraum ist darauf ausgerichtet. Der zweite Aussenraum liegt zur Hohlstrasse hin und verfügt über Bäume und Sitzgelegenheiten. Ein grosszügiger, zweigeschossiger Durchgang sowie ein Industriegleis verbinden die beiden Freiflächen; das Gleis wird bei Bedarf für Anlieferungen auf das VBZ-Areal Altstetten genutzt.
Ein Mobilitätskonzept reduzierte die Zahl der Autoparkplätze und entlastete damit Umwelt und Baukosten. Bei der Vergabe der Parkplätze werden Personen bevorzugt, die aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen sind. Ergänzend stehen Car-Sharing-Angebote zur Verfügung.
Der Bahnhof Altstetten ist in rund zehn Minuten zu Fuss erreichbar. Die Buslinie 31 verkehrt entlang der Hohlstrasse von Schlieren über den Hauptbahnhof Zürich bis nach Witikon. Ein Fuss- und Radweg entlang des Gleisfelds ist Teil des Projekts. Für Velos stehen Abstellplätze in einer Einstellhalle und auf dem Areal zur Verfügung.
Die Überbauung erfüllt den Minergie-P-ECO-Standard und weist einen niedrigen Energiebedarf in Bau und Betrieb auf. Damit leistet sie einen Beitrag zum Netto-Null-Ziel der Stadt Zürich. Eine Photovoltaikanlage erzeugt erneuerbare Energie direkt auf dem Areal. Die Dachbegrünung ist ökologisch wertvoll und auf die Tier- und Pflanzenarten des angrenzenden Bahnareals abgestimmt. Zusätzlich wurden 39 neue Bäume gepflanzt, um die Biodiversität zu fördern.
- Baujahr 2021–2025
- Architektur Gutschoep Architektur AG, Zürich
- Landschaftsarchitektur Neuland ArchitekturLandschaft GmbH, Zürich
- Auswahlverfahren Projektwettbewerb im selektiven Verfahren nach SIA 142 (einstufig, anonym) mit anonymer Überarbeitung, 2016
- Raumprogramm 265 Wohnungen (1,5 bis 5,5 Zimmer) 81 Wohnungen LSZ, 53 Wohnungen SFW, 131 Wohnungen SAW sowie Gewerberäume, 1 Doppelkindergarten mit Betreuung, Lagerräume
- Mietzinse Kostenmiete
- Ausführungskredit 135,9 Mio. Fr.
- Adresse Hohlstrasse 444–458, 8048 Zürich