Wo früher Waldarbeiter lebten, finden heute Ruhesuchende ein naturnahes Zuhause. 1966 entschied der Gemeinderat, eine Wohnsiedlung für Waldarbeiter am Zürichberg zu errichten – ein Schritt, um dem Personalmangel im städtischen Forstamt entgegenzuwirken. Heute steht die Siedlung allen offen, die dem hektischen Stadtleben entfliehen möchten, ohne auf dessen Annehmlichkeiten zu verzichten. Der nahe Wald spendet im Sommer angenehme Kühle und lädt im Winter zu stillen Spaziergängen ein – ideal für alle, die Natur und Stadtnähe verbinden möchten.
Die 1969 fertiggestellte «Waldarbeitersiedlung» (Geschäftsbericht 1966) besteht aus einer Häuserreihe, die sich an den Hang anpasst. Die einzelnen Häuser sind leicht versetzt zueinander angeordnet. Um dem abfallenden Gelände zu folgen, haben die Gebäude unterschiedlich viele Stockwerke – entweder zwei oder drei. Die Fassaden sind in hellem Grün und gebrochenem Weiss gestrichen, was die Siedlung gut in die natürliche Umgebung einfügt. Auffällige Vordächer kennzeichnen die Eingänge, und die Treppenhäuser sind durch ihre Verkleidung aus grauem Faserzement (bekannt als «Eternit») gut zu erkennen.
Mit 15 Wohnungen zählt die Siedlung zu den kleinsten kommunalen Wohnanlagen der Stadt. Die Raumaufteilung ist funktional: Innenliegende Flure sorgen für eine effiziente Flächennutzung, in den grösseren Wohnungen ergänzt durch einen natürlich belichteten Essbereich. Alle Wohnungen sind zur sonnigen, ruhigen Seite ausgerichtet und bieten Ausblick auf den Hang mit Weideland und Obstbäumen. Versetzte Fassadenbereiche schaffen geschützte Sitzplätze und Balkone – private Rückzugsorte im Grünen. Die Ausstattung umfasst strapazierfähige Eichenparkettböden, helle Wände sowie schlichte, zweckmässig eingerichtete Küchen und Bäder.
Eingebettet in einen gewachsenen Baumbestand profitieren die Bewohnenden von einer naturnahen Umgebung. Die Bäume bietennicht nur Schatten für den Spiel- und Tischtennisplatz, sondern dienen auch als natürlicher Sichtschutz zur Strasse. Die gemeinschaftlich genutzten Aussenflächen fördern Begegnung und Austausch. Zwei grosszügig ausgestattete Waschküchen mit separaten Trockenräumen unterstützen das nachbarschaftliche Miteinander im Alltag. Für Autofahrende stehen drei Garagenboxen zur Verfügung.
Mehrere Ausflugsziele sind von der Siedlung aus direkt zu Fuss über Wanderwege erreichbar – vom idyllischen Sagentobel bis zur tropischen Masoalahalle im Zoo. Auch die Kunsteisbahn, das Wellenbad Dolder sowie der Zürich- und Adlisberg gehören zu den beliebten Zielen in der näheren Umgebung.
Trotz der Randlage ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr gut: Ein Bus hält direkt vor der Siedlung und verkehrt im Halbstundentakt. Er verbindet die Wohnanlage mit den Tramlinien am Zoo sowie den S-Bahnhöfen Stettbach und Dübendorf. Dort findet sich ein vielfältiges Angebot an Einkaufsmöglichkeiten.
Bei der Renovierung 1998 stand Energiesparen im Mittelpunkt. Die Aussenwände erhielten eine Dämmung, neue Fenster wurden eingesetzt und das Flachdach komplett erneuert. Später kam eine umweltfreundliche Pelletheizung dazu. Dank der platzsparenden Bauweise und der harmonischen Einbettung in die Natur fügt sich die Siedlung in die Landschaft ein, ohne viel Fläche zu beanspruchen.
- Baujahr 1968–1969
- Architektur Ernst Neuenschwander
- Instandsetzung Küche, Bad, Fenster, Fassadenisolation, Dach, Eingänge (1998), Projekt: Ernst Neuenschwander; Fassadensanierung (2009)
- Raumprogramm 15 Wohnungen
- Mietzinse Kostenmiete (freitragend und subventioniert)
- Adresse Tobelhofstrasse 210–214, 8044 Zürich