Das Quartier Auzelg liegt am nordöstlichen Rand der Stadt Zürich und wird durch verschiedene Infrastrukturanlagen wie die Autobahn und Bahnlinie sowie landschaftliche Grenzen bestimmt. Obwohl das Quartier vor rund 15 Jahren ans Tramnetz angebunden wurde, ist es von der übrigen Stadt abgetrennt und bildet eine Art Insel am Stadtrand.
Das Entwicklungsleitbild Auzelg bestimmt Ziele und Massnahmen zur langfristigen Quartierentwicklung: Verschiedene Massnahmen in den drei Bausteinen Nord, Mitte und Süd sollen das Wohnbaupotenzial erhöhen, Grün- und Freiräume nutzbarer machen und soziokulturelle Angebote ermöglichen.
Am 15. April 2026 hat der Stadtrat das Entwicklungsleitbild Auzelg beschlossen (STRB Nr. 1360/2026). Gleichzeitig hat der Stadtrat die Umgebung der beiden bereits inventarisierten Sieldungen Auzelg und Au zusätzlich ins Inventar aufgenommen und Teilbereiche bezeichnet, die Spielraum für eine sorgfältige Weiterentwicklung bieten (STRB Nr. 1358/2026). Er legt so neue planerische Ziele für die langfristige Quartierentwicklung fest.
Das Quartier Auzelg ist massgeblich von der Siedlung Auzelg der Stiftung Familienwohnungen (SFW) und der Siedlung Au von Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ) geprägt. Sie bergen Verdichtungspotenzial, sind aber auch im kommunalen Denkmalschutzinventar verzeichnet und von Lärm belastet.
Zudem ist die soziale Durchmischung im Sinne der städtischen Wohnpolitik nicht gegeben. Dies stellt beispielsweise für den Schulbetrieb eine grosse Herausforderung dar. Gleichzeitig fehlen soziokulturelle Angebote und gute Anbindungen an die umliegenden Quartiere. Für eine breitere Altersdurchmischung beabsichtigt die SFW eine Kooperation mit der Stiftung Alterswohnungen (SAW).
Auzelg hat eine sehr gute Ausgangslage, sich sozialverträglich zu entwickeln, da die öffentliche Hand und die SFW grosse Landanteile besitzen. Der Entwicklungsprozess soll auch die Mieter*innen der SFW konsequent schützen.
Mit dem Entwicklungsleitbild Auzelg liegt eine breit abgestützte Grundlage für die weitere Quartierentwicklung vor, welche die räumlichen und sozialen Ziele der Stadt Zürich und der Stiftung Familienwohnungen (SFW) für das Quartier Auzelg festhält. Die Ziele sind als Grundsätze der Entwicklung im Sinne einer Leitlinie zu verstehen. Das Entwicklungsleitbild hält zudem die Massnahmen fest, die zur Umsetzung notwendig sind.
Zur Förderung der sozialen Durchmischung ist eine bauliche Verdichtung notwendig. Dabei wird ein vielseitiges Wohnungsangebot für unterschiedliche Zielgruppen angestrebt – die bestehende Mieterschaft aber konsequent geschützt. Darüber hinaus wird die öffentliche Freiraumversorgung verbessert und soziokulturelle Angebote für alle Altersgruppen angeboten.
Die grossen Wohnbaupotenziale liegen an den Rändern: dort ist der denkmalpflegerische Kontext weniger sensibel und die Lärmimmissionen geringer. Für den Baustein Nord bildet eine Einzonung die Voraussetzung für Wohnungsbau. Gleichzeitig werden in den Bausteinen Mitte und Süd flächengleiche Gebiete ausgezont und neue öffentliche Freiräume ermöglicht. Damit werden erhaltenswerte Strukturen im Innern geschont.
Die vorhandene Siedlungs- und Freiraumqualitäten werden im Sinne der Gartenstadt sorgfältig weiterentwickelt, ergänzt und ausgebaut. Die sanfte Erneuerung des Bestands in Kombination mit einzelnen Ersatzneubauten stärkt die Quartiermitte. Ein vielfältiges Wohnungsangebot, die Aufwertung des öffentlichen Raums sowie quartierdienliche Erdgeschossnutzungen sind weitere Elemente, die zu einer Belebung der Quartiermitte beitragen.
Die Schulanlage wird neu positioniert. Mit der öffentlichen Schul- und Freizeitinfrastruktur entsteht ein wichtiger Nutzungsschwerpunkt im Quartier, der in Kombination mit dem nahegelegenen Quartierpark und dem Quartiertreff zur Belebung der Quartiermitte beiträgt. Der neue Schulstandort liegt – quartierübergreifend betrachtet – an zentraler Lage. Er vernetzt Auzelg mit den umliegenden Stadtteilen und schafft eine neue sozialräumliche Zentralität. Das heutige Schulgebäude Auzelg II beim Baustein Nord wird weiterhin eine öffentliche Nutzung beherbergen (z.B. Kindergarten, Betreuung).
Die Tramhaltestelle Auzelg wird zu einem lebendigen, öffentlichen An-kunftsort fürs Quartier und die angrenzenden Naherholungsgebiete an der Glatt und auf dem Familiengartenareal. Die Wendeschlaufe bietet Platz für Aufenthalt und Begegnung. Die an den Platz angrenzenden Neubauten tragen mit lebendigen Erdgeschossnutzungen zu einem attraktiven Ankunfts- und Aufenthaltsort bei.
Die Opfikonstrasse wird zu einer sicheren Erschliessungsstrasse und Freiraumachse gestaltet. Im Zuge der baulichen Entwicklung im Bau-stein Mitte werden Pflichtparkplätze in die Tiefgarage des Bausteins Nord verlagert, so dass der Strassenraum sicherer und grüner gestaltet werden kann. Bäume, Sträucher und Grünflächen unterstützen den Gartenstadtcharakter.
Mit der baulichen Entwicklung wird auch das Freiraumangebot ausgebaut und ausgehend von den Gartenstadtqualitäten weiterentwickelt. Mit dem Quartierpark in der Quartiermitte sowie den Parks im Norden und Süden wird die öffentliche Freiraumversorgung sichergestellt. Die städtischen Fachplanungen (Stadtnatur, Stadtbäume, Hitzeminderung) bilden dafür in der weiteren Planung eine wichtige Grundlage.
Das Quartier Auzelg wird besser in die dynamisch wachsende Stadtlandschaft Zürich-Nord/Glattal eingebettet und damit der inselartigen Wahrnehmung entgegengewirkt. Die Verbindung über die SBB-Brücke nach Schwamendingen-Zentrum wird aufgewertet und Auzelg mit einer zusätzlichen Bahnquerung (Passerelle) besser mit Saatlen vernetzt.
Vor dem Hintergrund des neuen Schulstandorts werden auch die Wegverbindungen im Auzelg optimiert. Im Weiteren werden die Zugänge zur Glatt und zum Familiengartenareal verbessert und angrenzende Naherholungsgebiete für die Bevölkerung zugänglicher gemacht.
Das Entwicklungsleitbild basiert auf Erkenntnissen aus dem Workshopverfahren, welches von 2023 bis 2024 unter Einbezug verschiedener Fachpersonen sowie einer Dialoggruppe mit organisierten Quartiervertretungen stattfand.
Der Leitbildplan zeigt die zukünftige Entwicklungsperspektive des Quartiers. Die dargestellten neuen Wohnbauten in den Bausteinen Nord, Mitte und Süd stellen beispielhafte Platzhalter dar, wie auch die neue Schulanlage, die Gestaltung der Tramwendeschlaufe und des Vorbereichs der Familiengärten oder die Verkehrsschulungsanlage im Baustein Süd.
Am nördlichen Rand der Auzelg ist eine Weiterentwicklung des Quartiers mit höheren Bauten am Siedlungsrand möglich: Hier ist der Kontext weniger sensibel, die Lärmbelastung gering und die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr sehr gut.
Parallel zur baulichen Entwicklung entsteht ein neuer Freiraum (Park Nord) mit Zugang zur Glatt. Die Tramhaltestelle mit der grossflächigen Tramwendeschlaufe bildet das Eingangstor ins Quartier und wird zu einem attraktiven Ankunfts- und Aufenthaltsort aufgewertet. Angestrebt wird ein öffentlicher und lebendiger Ort, welcher Mobilität, lokale Gartenproduktion sowie Freizeit- und Erholungsnutzung verbindet. Es soll ein Übergangsbereich entstehen zur Bebauung im Baustein Nord und zum angrenzenden Familiengartenareal.
Innerhalb der Siedlungen Au und Auzelg sind Neubauten aufgrund der denkmalpflegerischen und freiräumlichen Qualitäten nur vereinzelt möglich. Gleichwohl ist eine massvolle Erneuerung sowie bauliche und soziale Aktivierung wichtig, um die Quartiermitte aufzuwerten und zu beleben.
Die Absicht der Eigentümerin der Siedlung Auzelg (SFW), die Ersatzneubauten der Stiftung Alterswohnungen (SAW) zukommen zu lassen, unterstützt die Bestrebungen, die Mitte besser zu durchmischen. Der im Zusammenhang mit dem südlich angrenzenden Quartierpark geplante Quartiertreff mit einem soziokulturellen Angebot wird in die Siedlung Au integriert und damit der Übergang von der Siedlung in den öffentlichen Quartierpark gestaltet.
Mit der Anordnung der Schule an der Bahnlinie und den nördlich davon angelegten Aussenanlagen wird ein freiräumlicher Puffer zur Siedlung Auzelg geschaffen und kann dem Erhalt des umfangreichen Baumbestands Rechnung getragen werden. Zur Sicherstellung des Schulraumbedarfs ist eine drei- bis viergeschossige Primarschulanlage für 15 bis 18 Klassen sowie zwei Kindergärten, Betreuung und eine Doppelsporthalle vorgesehen. Die Schulaussenräume sind ausserhalb der Schulbetriebszeiten öffentlich zugänglich.
Beim Baustein Süd ist aufgrund der besonderen Lage ein Höhenakzent gut vorstellbar. Mit einem Hochhaus kann trotz eingeschränkter Bebaubarkeit aufgrund einer Stromleitung die Ausnützung ausgeschöpft werden. Zudem eröffnet ein Höhenakzent in verschiedener Hinsicht Chancen:
- Sichtbarkeit Auzelg in der Stadtlandschaft Zürich-Nord,
- Kleinerer Fussabdruck des Gebäudes und dadurch grösserer Freiraum
- Höhere Anzahl Wohnungen
- Aktivierung und Belebung des südlichen Quartierteils.
Im Entwicklungsleitbild wird eine Kombination von Wohnbauprojekt und Verkehrsschulungsanlage aufgezeigt. In der weiteren Planung sind die betrieblichen Anforderungen vertieft zu klären und die Machbarkeit zu prüfen.
Parallel zur baulichen Entwicklung entsteht ein neuer Freiraum (Park Süd) mit Zugang zur Glatt.
Die Umsetzung des Entwicklungsleitbilds erfolgt über einen langen Zeitraum. Insbesondere für diejenigen Teilbereiche, die eine Anpassung der Richt- und Nutzungsplanung erfordern, ist mit einem längeren Planungshorizont zu rechnen. Aufgrund der verschiedenen Planungsverfahren sind Verzögerungen oder Unwägbarkeiten nicht auszuschliessen.
Die bauliche Realisierung erfolgt etappenweise ab frühestens 2034. Zu Folgeprojekten (Wettbewerbe, Studien, Gestaltungspläne) wird laufend an dieser Stelle informiert.
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