Das Gemeinschaftszentrum (GZ) Wipkingen war vor 60 Jahren das erste seiner Art auf Stadtzürcher Boden und erwies sich als Erfolgsmodell: Der soziokulturelle Begegnungsort für das Quartier erfreut sich noch immer grosser Beliebtheit. In den letzten Jahren ist mit der zunehmenden Verdichtung des Wohnraums in den umliegenden Quartieren der Nutzungsdruck auf die Angebote des Gemeinschaftszentrums gestiegen. Die GZ-Anlage wird aktuell erneuert und instandgesetzt.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Gebäude Immobilien Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Park Grün Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
- Objektkredit CHF 19,52 Mio.
Gebundene Ausgaben CHF 8,35 Mio.
Neue Ausgaben CHF 11,17 Mio. - Politischer Prozess Objektkredit durch Gemeinderat genehmigt
- Architektur/Bauleitung deplus Architekten GmbH / dierealisatorin.ch
- Landschaftsarchitektur planikum GmbH
- Auswahlverfahren Planerwahl, 2016
- Bauzeit 2024–2026
(Etappierung Bauzeit Spielplatz - Teilbereiche ab Mitte Dezember 2025 zugänglich)
Das Ensemble von Pavillonbauten unter Bäumen ist im kommunalen Inventar der Denkmalpflege enthalten. Der Architekt Alfred Trachsel und Pro-Juventute-Zentralsekretär Alfred Ledermann initiierten 1954 auf dem am rechten Limmatufer gelegenen Areal den ersten «Robinsonspielplatz» in der Schweiz. Dieser bestand aus einem Bauspielplatzbereich und dem heute noch teilweise bestehenden Kleinkinderspielbereich und bot damit einen Ort für alle Altersstufen. 1956 wurde ein kleines Toilettenhäuschen (2006 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, heute Ampèrestrasse 2) beim Spielplatz errichtet. Als Ergänzung mit Räumlichkeiten für den Winter- und Schlechtwetterbetrieb entstand 1956–1958 mit dem Theater- oder Mehrzweckbau am Standort der heutigen Ampèrestrasse 6 (1985 abgebrannt und wieder aufgebaut) und den sogenannten Freizeitwerkstätten (Ampèrestrasse 4) das eigentliche Gemeinschaftszentrum Wipkingen. Der Architekt Hannes Trösch gruppierte die mit gedeckten Erschliessungswegen verbundenen Holzpavillonbauten winkelartig um die Spielanlage. 1958–1960 wurde die Anlage um das sogenannte Seminargebäude für Freizeitleiter (Breitensteinstrasse 19a) und zwei kleine Nebenbauten (Breitensteinstrasse 19s und 19r) im nördlichen Bereich der Anlage ergänzt. Das Seminargebäude war nach Plänen der Architektin Fernande Bitterli-Jaggi ursprünglich für die «Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit 1958» (SAFFA) auf der Landiwiese und dort als Moststube «Zum roten Apfel» erstellt worden. Die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten der Anlage bleiben im Rahmen der Instandsetzung weitgehend erhalten und werden gestärkt. Aktuelle Anforderungen an den Betrieb und die Gebäudetechnik erfordern jedoch einen Ersatz des 1985 in Folge eines Brandes wiederaufgebauten Pavillons an der Ampèrestrasse 6. Der kompakte Neubau für den heutigen «Blauen Saal» entsteht auf der gleichen Grundfläche. Das überhohe Dach und die schlichte Holzfassade zeichnen das neue Gebäude aus, in dem zudem eine Teeküche, Büro-und Serviceräume für den Betrieb, ein vielfältig nutzbarer Kursraum sowie die gebäudetechnischen Anlagen Platz finden.
Das beliebte «Kafi Tintefisch» wird neu zusammen mit dem Sekretariat im Zentrum der Anlage an der Breitensteinstrasse 19a zu finden sein. Damit wird die ehemalige SAFFA-Trinkhalle, die vor der Instandsetzung als Werkgebäude genutzt worden ist, wieder näher an seine ursprüngliche Zweckbestimmung geführt und zum Dreh- und Angelpunkt des Gemeinschaftszentrums. An der Ampèrestrasse 4 werden künftig wieder Werk-/Atelierräume zur Verfügung stehen. Die Gebäude werden gesamthaft instandgesetzt und energetisch optimiert. Die Abstellplätze für Velos und Kinderwagen sowie Sitzgelegenheiten für Kafi-Besuchende werden unter den Verbindungsdächern angeordnet. Die Sand- und Wasserspielbereiche und der zentrale Spielbereich «Märliwald» werden neuen Sicherheitsstandards angepasst und erneuert.
Die Anlage wird an den geplanten ewz-Nahwärmeverbund am Wipkingerplatz angeschlossen und mit bis zu 100 Prozent Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt werden können. Der Baumbestand auf dem gesamten Gelände bleibt weitgehend erhalten und wird mit Neupflanzungen von Bäumen ergänzt. Für mehr Schatten sorgen in ein paar Jahren auch neue Bäume an den Rändern des Wipkingerparks.