Das Gesundheitszentrum für das Alter Grünau wurde nach Plänen des Architekten Walter Moser gebaut. Es ist Teil der Überbauung Grünau, die zwischen 1974 und 1979 als neues Quartier mit Wohnungen und städtischer Infrastruktur entstanden ist. Heute besteht das Gesundheitszentrum aus einem Hauptgebäude und einem Personalgebäude. Nach 45 Jahren Betrieb entsprechen beide Gebäude in baulicher, betrieblicher und energetischer Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Um das Gesundheitszentrum weiterzuentwickeln und die Treibhausgasemissionen möglichst gering zu halten, soll das Hauptgebäude erhalten und instandgesetzt werden. Für das Personalgebäude ist ein Ersatzneubau geplant.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Immobilien Stadt Zürich,
ewz – Elektrizitätswerk der Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Generalplanung und Architektur Franziska Sebastian Müller Architekten GmbH, Zürich
- Baumanagement GMS Partner AG, Zürich-Flughafen
- Bauingenieurwesen Schmidt + Kündig Ingenieure AG, Jona
- Landschaftsarchitektur BÖE studio, Zürich
- Bauphysik-/Nachhaltigkeitsplanung Gartenmann Engeneering AG, Zürich
- Auswahlverfahren
Architekturwettbewerb im selektiven Verfahren für Generalplanende nach SIA 142 mit 11 Teams (einstufig, anonym), Januar 2026
Das modernisierte Gesundheitszentrum für das Alter Grünau wird dereinst anstelle der bestehenden 83 Plätze neu 120 Plätze für Bewohner*innen mit einem mittleren bis hohen Betreuungs- und Pflegebedarf in spezialisierter Pflege sowie mehrere Wohnbereiche für an Demenz erkrankte Menschen anbieten können. Hinzu kommen sorgfältig gestaltete Aussenräume. Mit öffentlichen Nutzungen soll das Gesundheitszentrum Grünau auch künftig eine Brücke schlagen zum Quartier und so zur Umsetzung der städtischen Altersstrategie 2035 beitragen. Diese setzt auf Offenheit der städtischen Altersinstitutionen gegenüber den Quartierbewohner*innen.
Gebäude zu erhalten, heisst nicht nur sie zu bewahren, sondern auch sie für die Zukunft weiterzuentwickeln. Das Siegerprojekt verbindet Alt und Neu überzeugend zu einem neuen Ganzen – städtebaulich-architektonisch aber auch räumlich-funktional. Dies erfolgt zum einen durch die Gestaltung des sechsgeschossigen Erweiterungsbaus, der in seiner Form wichtige Merkmale des bestehenden Gebäudes aufgreift. Zum anderen tragen gezielte Ergänzungen und Veränderungen am Bestand dazu bei, ein zusammenhängendes neues Ensemble zu bilden. Dazu gehören beispielsweise die winkelförmige Bauform, durch die ein Hofraum entsteht, die plastische und räumlich gegliederte Fassadengestaltung sowie die deutlich erkennbare Farbgebung in einem markanten Rotton.
Das neue Gebäudeensemble ist städtebaulich gut im Quartier eingebunden und bietet zwei klar definierte Eingangs- und Zugangssituationen. Der neue Haupteingang befindet sich an der Bändlistrasse direkt bei der Tramhaltestelle. Über einen weiteren Eingang auf Quartierplatzebene sind die Verwaltungsräume und öffentlichen Bereiche wie Coiffeur und Podologie, ein Mehrzwecksaal sowie ein grosszügiges Restaurant mit Terrasse gut zugänglich fürs Quartier.
Die Anordnung der geforderten Räume ermöglicht einen effizienten Betrieb und eine gute Orientierung innerhalb des Gesundheitszentrums. In einem die beiden Gebäude verbindenden Sockel, der über zwei Lichthöfe mit Tageslicht versorgt wird, sind die Verwaltungsräume und die öffentlichen Bereiche angeordnet. Auf dem Dach dieses Sockels befinden sich geschützt vor Einblicken zwei naturnah gestaltete Demenzgärten mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten. Von den Zimmern der Bewohner*innen in den oberen Geschossen bietet sich ein Ausblick zum Stadt- oder Parkraum, der eine Teilhabe am Geschehen in der Umgebung erlaubt. Über den öffentlich zugänglichen Therapiegarten auf der Höhe des Quartiersplatzes verbinden sich das Gesundheitszentrum und die Nachbarschaft auf überzeugende Weise. Nebst einem Beitrag zur Biodiversität werden zugleich ein Erlebnisraum und Begegnungsort für die Bewohner*innen und das Quartier geschaffen.
Die Entscheidung, den Bestand weiterzuentwickeln und durch einen Neubau zu ergänzen, hat sich aus Sicht der Wettbewerbsjury als richtig erwiesen. Die Geschichte des Ortes wird mit dem Projekt fortgeschrieben. Das Projekt verbindet Bestand und Neubau zu einem gleichwertigen Ensemble und leistet einen wichtigen Beitrag sowohl zur sozialräumlichen Aufwertung wie auch zu den Umweltzielen.
Durch die Kombination eines Teilersatzneubaus in Holz-Beton-Hybridbauweise mit der Instandsetzung des Bestands lassen sich die Treibhausgasemissionen in der Erstellung gegenüber einem vollständigen Ersatzneubau voraussichtlich um rund 15 Prozent reduzieren. Auf dem Dach und an der Fassade ist eine Photovoltaikanlage geplant, um eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energien sicherzustellen.
Zur Qualitätssicherung von Neubauten setzt die Stadt Zürich auf den Architekturwettbewerb. Umfassende Informationen zum Wettbewerbsverfahren finden Sie im Jurierungsbericht.
1. Rang | 1. Preis
Antrag zur Weiterbearbeitung
- Generalplanung und Architektur
Franziska Sebastian Müller Architekten GmbH, Zürich - Baumanagement
GMS Partner AG, Zürich-Flughafen - Bauingenieurwesen
Schmidt + Kündig Ingenieure AG, Jona - Landschaftsarchitektur
BÖE studio, Zürich - Bauphysik-/Nachhaltigkeitsplanung
Gartenmann Engeneering AG, Zürich - Visualisierungen
Filippo Bolognese Images, Mailand (IT)
2. Rang | 2. Preis
- Generalplanung und Architektur
Fiechter & Salzmann Architekten GmbH, Zürich - Baumanagement
Anderegg Partner AG, Zürich - Landschaftsarchitektur
Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten AG, Bern - Bauingenieurwesen
WMM Ingenieure AG, Münchenstein - Visualisierungen
Filippo Bolognese Images, Mailand (IT)
3. Rang | 3. Preis
- Generalplanung
ffbk Architekten AG, Zürich - Architektur und Landschaftsarchitektur
Nordic Office of Architecture, Kopenhagen (DK) - Bauingenieurwesen
Lüchinger Meyer Partner AG, Zürich
4. Rang | 4. Preis
- Generalplanung und Architektur
BUR Architekten AG, Zürich - Baumanagement
B3 Brühwiler AG, Winterthur - Landschaftsarchitektur
Haag Landschaftsarchitektur, Zürich - Bauingenieurwesen
whp Ingenieure AG, Basel - Haustechnikplanung
RMB, Zürich - Brandschutzplanung
B3 Kolb AG, Romanshorn - Gastroplanung
planbar ag, Zürich - Visualisierungen
Filippo Bolognese Images, Mailand (IT)
Modellfotos: Dominic Büttner, Zürich