Die heutige Schulanlage Bullinger besteht aus dem schützenswerten pavillonartig angelegten Werkjahrschulhaus des Architekten Otto Glaus aus den 1960er-Jahren und einem 2005 ergänzten zweigeschossigen Längsbau von EM2N Architekten.
Die Fachschule Viventa (FSV) bietet in der Schulanlage Bullinger Unterricht für die Berufsvorbereitung an. Für den Ausbau dieses Viventa-Standorts auf bis zu 24 Klassen ist ein Erweiterungsbau für sechs Regelklassen des Berufsvorbereitungsjahrs sowie neu acht Sonderschulklassen der Viventa 15plus geplant. Die Erweiterung erfolgt im Anschluss an eine umfassende Instandsetzung der Schulanlage Bullinger. Vorgesehen ist unter anderem die Erneuerung der Gebäudehülle, Fenster, Oberlichter, Lüftung und Oberflächen. Zudem werden die bestehenden Garderobentrakte und der Werktrakt umgebaut und die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen verbessert.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Immobilien Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Generalplanung und Architektur Schaub Zwicky Architekt:innen GmbH
mit Archobau AG, Zürich - Baumanagement Archobau AG, Zürich
- Landschaftsarchitektur mavo Landschaften GmbH, Zürich
- Bauingenieurwesen APT Ingenieure AG, Zürich
- Bauphysik BAKUS Bauphysik & Akustik AG / Gruenberg + Partner AG, Zürich
- Visualisierungen studio blomen, Meilen
- Auswahlverfahren Architekturwettbewerb im selektiven Verfahren nach SIA 142 mit 10 Teams (einstufig, anonym), August 2026
Aus den Vorgaben der Denkmalpflegekommission abgeleitet, lässt die Aufgabe nur Eingriffe am Längsbau (Erweiterungsbau aus dem Jahr 2005) zu. Das Siegerteam schlägt eine respektvolle Weiterentwicklung der bestehenden schützenswerten Schulanlage vor, indem der Längsbau um zwei Geschosse aufgestockt und an der Nordwestecke hin zur Primarschule Hardau erweitert wird.
Es ist dem Siegerteam gelungen, die einzelnen Bausteine der Schulanlage in eine neue räumliche und architektonische Ordnung einzubinden und überzeugende Verbindungen zu schaffen. Das Tragwerk wird mit einer eingeführten Mittelachse als doppelgeschossige betonierte Wandscheibe, kombiniert mit Fachwerken an den Fassaden in Holz verstärkt. Die Fassadengestaltung und -gliederung bezieht sich mit den drei markanten Betonscheiben im Norden auf die bestehende Architektur.
Geschickt ist auch die Verbindung zwischen dem Längsbau und der Schulanlage aus den 1960er-Jahren weitergedacht. Der direkte Zugang im 1. Obergeschoss der Erweiterung ist direkt mit der Erdgeschossebene des Schulhauses von Otto Glaus verbunden. Diese zentrale Anbindung mündet in eine neue Freitreppe, die auf den grosszügig gestalteten Nordpausenplatz führt. Damit erhält die Schulanlage ein prägnantes Gesicht hin zur Quartiersüberbauung im Norden.
Der Hauptzugang zur Viventa erfolgt, wie bisher, über die Bullingerstrasse, während der Eingang zur Viventa 15plus über die neue Promenade im Norden hindernisfrei erreicht werden kann. Dort ist auch die Zufahrt für Minibusse für die Schüler*innen mit eingeschränkter Mobilität möglich. Nordseitig verfügt das Gebäude über eine grosse Eingangshalle und sorgt mit einer neuen grossen Liftanlage für die hindernisfreie Erreichbarkeit aller Geschosse und einen effizienten Betrieb. Die Lernlandschaften bieten gute Aufenthaltsmöglichkeiten mit hoher räumlicher Qualität.
Dank der geschickten Aufstockung und einseitigen Erweiterung bleibt das Gebäudevolumen kompakt, die Quartierswiese und Quartiersplatz im Osten bleiben frei von Gebäuden und für die Bevölkerung erhalten.
Das Siegerprojekt weist sehr gute ökologische Nachhaltigkeitswerte auf und hat das Potenzial, den Grenzwert 1 zu erreichen. Durch ressourcenschonende Hitzeminderungsmassnahmen werden die Asphaltflächen teils aufgebrochen und der heute stark versiegelte Freiraum im Norden wird zur chaussierten Promenade mit zusätzlichen neuen Bäumen als Aufenthalts- und Begegnungsraum aufgewertet. Insgesamt bietet der Aussenraum Vielfalt für die Schüler*innen, Quartiersbevölkerung, Fauna und Flora.
1. Rang | 1. Preis
Antrag zur Weiterbearbeitung
- Generalplanung
ARGE Schaub Zwicky c/o Archobau AG, Zürich - Architektur
Schaub Zwicky Architekten GmbH, Zürich - Landschaftsarchitektur
mavo GmbH, Zürich - Baumanagement
Archobau AG, Zürich - Bauingenieurwesen
APT Ingenieure AG, Zürich
2. Rang | 2. Preis
- Generalplanung
GP Bullinger AG c/o EM2N AG, Zürich - Architektur
EM2N AG, Zürich - Landschaftsarchitektur
Neuland ArchitekturLandschaft GmbH, Zürich - Baumanagement
HSSP AG, Zürich - Bauingenieurwesen
WaltGalmarini AG, Zürich
3. Rang | 3. Preis
- Generalplanung, Architektur
Baumgartner Loewe Architekten AG, Zürich - Landschaftsarchitektur
Antón Landschaft GmbH, Zürich - Baumanagement
Perita AG, Zürich - Bauingenieurwesen
Ulaga Weiss AG, Basel
4. Rang | 4. Preis
- Generalplanung, Architektur
Müller Sigrist Architekten AG, Zürich - Landschaftsarchitektur
Eberli Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich - Baumanagement
Güntensperger Baumanagement AG, Zürich - Bauingenieurwesen
Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See
Modellfotos: Zsigmond Toth, Zürich