Die Sportanlage Witikon soll umfassend erneuert und erweitert werden. Geplant sind ein modernes Sportzentrum sowie fünf neue Rasenspielfelder nach den Standards des Bundesamts für Sport (BASPO). Sie ersetzen das in die Jahre gekommene Garderobengebäude aus den 1970er-Jahren und schaffen dringend benötigte Sportflächen für Vereine, Schulen und die Bevölkerung.
Das Sportzentrum hat sich zudem ebenfalls als geeigneter Standort zur Deckung von Quartierbedürfnissen erwiesen. Diese umfassen eine Betreuungsinfrastruktur für die benachbarte Schulanlage Looren sowie Räume für das Gemeinschaftszentrum Witikon (GZ Witikon). Diese Mehrfachnutzung schafft wertvolle Synergien – beispielsweise durch die gemeinsame Nutzung des Sportrestaurants oder der Veranstaltungsräume. Um den Spiel- und Trainingsbetrieb für den FC Witikon und Frauen-FC Südost Zürich auch während der Bauzeit zu ermöglichen, sind die Bauarbeiten an den Rasensportfeldern in Etappen geplant und die Baustellenlogistik wird entsprechend angepasst. Der Rückbau des bestehenden Garderobegebäudes erfolgt erst nach Fertigstellung des Neubaus.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Immobilien Stadt Zürich, Grün Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Architektur BUR Architekten AG, Zürich
- Landschaftsarchitektur KuhnLandschaftsarchitekten GmbH, Zürich
- Statik / Holzbau Basler & Hofmann AG, Kriens
- HLKSE, Nachhaltigkeit Amstein + Walthert AG, Zürich
- Auswahlverfahren Architekturwettbewerb im offenen Verfahren nach SIA 142 mit 38 Teilnehmenden, (einstufig, anonym), Juli 2022
- Politischer Prozess Ausführungskredit in Vorbereitung
Der Neubau Sportzentrum Witikon beinhaltet eine Dreifachsporthalle mit Zuschauer-Infrastruktur, Gymnastik- und Krafttrainingsräume sowie einen Laufkorridor für den Leichtathletikbetrieb. Dazu gehören Garderoben für die Sporthalle, die Rasensportfelder, die Leichtathletikanlage mit Rundbahn sowie den ungebundenen Laufsport der Bevölkerung. Das Sportzentrum kann auch für den Rollstuhlsport genutzt werden.
Die fünf Rasensportfelder werden in der Lage sowie in der Grösse zum Teil neu ausgerichtet und, wo möglich, an die Liga-Standards angepasst. Die Leichtathletikanlage inklusive Rasensportfeld sowie Rundbahn werden saniert und instandgesetzt.
Die Planung erfolgte in engem Austausch mit den Sportvereinen. Um möglichst vielen Vereinen dringend benötigte Trainingsflächen zu bieten, sollen zwei Naturrasen- und drei Kunstrasenfelder angelegt werden, die für eine intensive Beanspruchung mit mehr Trainingseinheiten oder Ligaspielen besser geeignet sind. Das Sportrestaurant hat eine Doppelfunktion und kommt nicht nur den Sportler*innen zugute – über Mittag wird es auch als Verpflegungsort für die Schulkinder der Schule Looren dienen. Für das Gemeinschaftszentrum Witikon (GZ Witikon) sind vermietbare Mehrzweckräume mit den entsprechenden Nebenräumen vorgesehen. Diese können von der Quartierbevölkerung zusammen mit einer Küche sowie einem angrenzenden Aussenraum genutzt werden.
Der Neubau wird im Sinne der Netto-Null-Ziele nach dem Minergie-P-ECO-Standard gebaut. Dank dem kompakten Baukörper, der Holzmodulbauweise mit Holz-Beton-Verbunddecken sowie der Nutzung von Solarenergie können die Treibhausgasemissionen in der Erstellung und im Betrieb optimiert werden. Das Holztragwerk wird im Sinne des Design-for-Disassembly mit demontierbaren Verbindungen zusammengesetzt. Die Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Energien erfolgt über Erdsonden, die mit Wärmepumpen verbunden sind. Mit rund 1’400 m² Solarmodulfläche mit einer Leistung von 347kWp kann ein Grossteil des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Auf dem Dach werden biodiverse Lebensräume mit Hügel- und Holzstrukturen für Insekten und Vögel geschaffen. Hinzu kommen Nisthilfen für Mauersegler. Aufgrund ihrer Lage müssen 51 Bäume gefällt werden. Diese werden im Zuge der Neugestaltung ersetzt und der Baumbestand wird auf insgesamt 92 Bäume erweitert (davon ca. 50% Grossbäume). Die Neugestaltung bietet die Gelegenheit zur Entwicklung von ökologisch wertvollen Flächen, die Stärkung der Biodiversität und einer Aufwertung des Gebiets als Naherholungsraum.
Zur Qualitätssicherung von Neubauten setzt die Stadt Zürich auf den Architekturwettbewerb. Umfassende Informationen zum Wettbewerbsverfahren finden Sie im Jurierungsbericht.