Im Frühling 2024 erwarb die Stadt Zürich das 30 000 Quadratmeter grosse, unbebaute Areal Harsplen am östlichen Siedlungsrand von Witikon – im Kaufpreis inbegriffen war ein Bauprojekt der Voreigentümerin. Der Erwerb folgte dem Auftrag des Gemeinderats, aktiv Liegenschaften zu erwerben. Seither hat die Stadt das Projekt weiterentwickelt: Die Qualitäten der Siedlung wurden bestätigt, das Projekt als städtische Wohnsiedlung optimiert und um eine öffentliche Erholungszone für die Quartierbevölkerung ergänzt.
Acht mehrgeschossige Gebäude, grosszügige Plätze und Innenhöfe sowie offene Begegnungs- und Spielorte prägen die künftige Wohnsiedlung. Sie bietet rund 875 Menschen Platz in 367 Wohnungen – vom Einpersonenhaushalt bis zur Grossfamilie – und trägt zum städtischen Ziel bei, bis 2050 ein Drittel aller Zürcher Mietwohnungen in gemeinnütziger Hand zu haben. Ergänzt wird die Siedlung durch einen Dreifachkindergarten mit Betreuungsangebot. Die Zimmeranzahl wurde im Zug der Optimierung erhöht, die Tiefgarage verkleinert und das Angebot an Gewerberäumen gestrafft.
Im Herz der Siedlung liegen zwei Freiräume mit je eigenem Charakter: Der Gartenhof ist die grüne Mitte – dicht bepflanzt, mit einer Wiese zum Liegen und Spielen und frei verschiebbaren Stühlen zum Verweilen. Der Siedlungshof ist der soziale Treffpunkt: Brunnen, Tische und Spielbereiche laden zum Zusammensein ein. Nach aussen öffnet sich die Siedlung zur Katzenschwanzstrasse und zur Witikonerstrasse hin. Neue Wege verbinden die Siedlung mit dem Quartier und den Bushaltestellen.
In der neuen Erholungszone sind verschiedene Angebote geplant. Dazu gehören – wie vom Gemeinderat gefordert – ein Pumptrack für Velos und Skateboards sowie eine ZüriFit-Anlage für Bewegung im Freien und eine Spielwiese für das Quartier. Die Erholungszone soll mit Bäumen, Wiesen, naturnahen Versickerungsflächen, Kieswegen und Sitzbänken gestaltet werden, so dass sie sich harmonisch in die benachbarten Wohnsiedlungen einfügt und einen zusammenhängenden, attraktiven Freiraum für die Bevölkerung schafft.
Die Siedlung bietet Wohnraum für ganz unterschiedliche Haushaltformen: von der 1-Zimmer- bis zur 6,5-Zimmer-Wohnung sowie eine 9-Zimmer-Wohnung. Rund 50 Kleinwohnungen sind speziell für ältere Menschen vorgesehen und werden von der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) verwaltet.
Die Wohnungen werden zur Kostenmiete vermietet: Die Mietzinse decken die Kosten, werfen aber keinen Gewinn ab. Rund ein Drittel der Wohnungen ist subventioniert und wird zu vergünstigten Mieten angeboten. Beispielmieten, Durchschnittswerte (Nettomiete, Referenzzinssatz 1,25 %):
- 2,5-Zimmer: 1100 Fr. (subventioniert) bis 1950 Fr./Mt.
- 4,5-Zimmer: 1585 Fr. (subventioniert) bis 2730 Fr./Mt.
Die Wohnungen werden voraussichtlich 2030 öffentlich ausgeschrieben und gemäss den städtischen Mietbedingungen vergeben. Es gibt keine Warteliste. Wer informiert bleiben möchte, abonniert am besten den Ligi-Newsletter.
Ende 2024 stimmte der Gemeinderat einer Anpassung der Bau- und Zonenordnung zu. Damit kann die Siedlung über die Katzenschwanzstrasse erschlossen werden – und nicht über die stark befahrene Witikonerstrasse. Diese Lösung passt auch besser zur Hanglage des Areals. Seit dem Kauf 2024 haben Stadtrat und Gemeinderat den Projektierungskredit schrittweise auf 13,75 Millionen Franken erhöht.
Im Juni 2027 entscheidet die Stimmbevölkerung über Baukosten von 425,7 Millionen Franken sowie 3,54 Millionen Franken für Pumptrack, ZüriFit-Anlage und Quartierspielwiese. Für den Steuerhaushalt entstehen keine Mehrkosten: Harsplen wird – wie alle städtischen Wohnsiedlungen – nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet, das heisst, die Mietzinse decken alle Kosten, ohne Gewinn abzuwerfen. Stimmt die Bevölkerung Ja, können die ersten Bewohnenden 2031 einziehen.
- Politischer Prozess Volksabstimmung im Juni 2027
- Objektkredit Erwerbskosten (208,7 Millionen Franken) und Baukosten (217,0 Millionen Franken)
- Bauzeit voraussichtlich ab Ende 2027
- Architektur Armon Semadeni Architekten, Zürich, BDE Architekten, Winterthur, und Galli Rudolf Architekten, Zürich
- Landschaftsarchitektur Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur
- Auswahlverfahren Architektur zweistufiger Studienauftrag
- Raumprogramm 367 Wohnungen, 1 Dreifachkindergarten, 1 Gewerbefläche, 83 Parkplätze, 992 Veloabstellplätze
- Mietzinse Kostenmiete, ca. ein Drittel subventionierte Wohnungen
- Adresse Katzenschwanzstrasse, Witikonerstrasse, 8053 Zürich