Die Mittel für den geplanten Dialogprozess Zukunft Rosengarten wurden im Rahmen der Budgetdebatte des Gemeinderats im Dezember 2025 gekürzt. Ein umfassender Meinungsbildungsprozess, wie ihn der Gemeinderat mit der Motion GR Nr. 2020/63 gefordert hat, ist damit nicht mehr möglich.
Dennoch verfolgt die Stadt weiterhin das Ziel, eine tragfähige Lösung für die Rosengartenachse zu finden. Inwiefern ein Dialog mit den Stakeholdern dabei möglich und erwünscht ist und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, muss noch geklärt werden.
Parallel dazu verfolgt die Stadt konkrete Ansätze, um Verbesserungen für die Anwohnenden der Rosengartenachse zu erreichen.
Zwei ebenerdige, behindertengerechte Querungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr.
Nachdem der Stadtrat am 26.2.2025 den Kredit von 3,5 Millionen Franken für den Bau dieser kurzfristigen Massnahmen bewilligt hat, stimmte am 19.11.2025 auch der Gemeinderat dem Bauvorhaben zu.
Das Tiefbauamt reichte am 5. Dezember 2025 den Antrag auf Projektgenehmigung beim kantonalen Amt für Mobilität ein. Der Regierungsrat genehmigte das Projekt nicht. Der Stadtrat wird den Entscheid prüfen und gegebenenfalls Rechtsmittel ergreifen.
Bauvorhaben
Die Stadt möchte die stark befahrene Rosengarten- und Bucheggstrasse für Wipkingen besser überquerbar machen. Dafür sollen bei der Lehenstrasse und der Wibichstrasse neue, ampelgesteuerte Fussgängerstreifen und Veloquerungen entstehen. Die heutigen Unterführungen blieben bestehen. Damit die Busse pünktlicher unterwegs sind, setzt die Stadt auf Staudetektoren, abgestimmte Ampelschaltungen und sogenannte Busschleusen. Gleichzeitig soll der motorisierte Individualverkehr mehrheitlich eine «grüne Welle» erhalten. Die Leistungsfähigkeit für Autos bleibt erhalten.
Querung Höhe Lehenstrasse
Die neue Querungsstelle soll auf Höhe der Lehenstrasse liegen. Damit Fussgänger*innen und Velofahrende mehr Platz haben und sicher unterwegs sind, würde die Einfahrt von der Bucheggstrasse ins Quartier über die Rosengartenstrasse für Autos gesperrt. Die Ausfahrt von der Rosengartenstrasse auf die Bucheggstrasse würde zu einer Trottoirüberfahrt umgebaut. Die bestehende Begegnungszone in der Rosengartenstrasse würde bis zur Bucheggstrasse verlängert und mit mehr Grün und Sitzgelegenheit attraktiver gestaltet. Die Rosengartenstrasse bliebe weiterhin fürs Quartier über die Geibelstrasse und/oder die Scheffelstrasse erreichbar.
Querung Höhe Wibichstrasse
Die zweite Querungsstelle soll auf Höhe der Wibichstrasse liegen. Richtung Bucheggplatz käme eine Schutzinsel hinzu. Der Knoten Wibich-/Bucheggstrasse würde, ausser für die südliche Wibichstrasse, neu mit einer Ampel geregelt. Die alte, nicht normgerechte Trottoirüberfahrt im Norden würde entfernt und durch einen neuen, ampelgesteuerten Fussgängerstreifen ersetzt. Zudem entstünden mehr Platz für den Fuss- und Veloverkehr sowie neue Grünflächen mit Sitzbank und drei Bäumen.
Damit die Busse weniger im Stau stehen, würden sie künftig auf der mittleren Spur fahren. Der motorisierte Individualverkehr würde früher zurückgehalten, sodass die Busse am Stau vorbeikommen und später, via Busspur, auf die rechte Spur wechseln können. So würden sie den Bucheggplatz zuverlässiger erreichen.
Ampelsteuerung Nordstrasse
Auf Höhe der Nordstrasse entstünde eine neue Ampel, die der Buslinie 33 Vorrang gibt. Normalerweise bleibt die Ampel ausgeschaltet und zeigt nur gelbes Blinken. Meldet sich jedoch ein Bus, schaltet sie kurz auf Rot. So wird der talwärts fahrende Verkehr auf der Rosengartenstrasse angehalten und der Bus kann ohne Verzögerung, von der Nordstrasse her, einbiegen. Danach schaltet die Anlage wieder zurück auf gelbes Blinken – bis zum nächsten Bus.
Reduktion der Geschwindigkeit auf Tempo 30 für weniger Strassenlärm
Die Rosengartenachse hat eine lange und politisch bewegte Geschichte. In den letzten Jahrzehnten fand kein Lösungsansatz eine Mehrheit, weshalb bisher keine gesamtheitliche Lösung umgesetzt werden konnte. Eine Tunnel- und Tram-Lösung scheiterte im Februar 2020 an der Urne.
2021 hat der Gemeinderat den Stadtrat mit der Motion (GR Nr. 2020/63) beauftragt, die Rosengartenachse deutlich vom Ziel-, Quell- sowie Binnenverkehr zu entlasten und den Strassenraum – insbesondere für den Fussverkehr – stadtverträglich umzugestalten.