Die Quaianlagen am unteren Zürichsee laden dazu ein, das Seeufer zu geniessen. Seit rund 150 Jahren verbinden sie die Stadt mit dem Wasser und prägen das Bild von Zürich bis heute. Entstanden ist diese einzigartige Promenade durch die Zusammenarbeit der damals noch eigenständigen Gemeinden Riesbach, Zürich und Enge – ein Projekt mit Weitblick, das im Laufe der Zeit stetig erweitert wurde. Um einen noch attrakttiveren Freiraum für die Öffentlichkeit zu schaffen, wird die Quaianlage weiterentwickelt und aufgewertet.
Die neu gestaltete Hafenpromenade wird nahtlos die Promenaden und Parkanlagen am linken Zürichseeufer weiterführen und fügt sich dadurch harmonische in das Gesamtbild der Stadt ein. Sie lädt dazu ein, am Wasser zu verweilen, sich zu begegnen und den See zu geniessen. Durch die Verlegung der Parkplätze, entsteht mehr Grünfläche und kühlt an heissen Tagen durch Verdunstung und später durch den Schatten der Bäume. Im Zuge der Neugestaltung entstehen:
- Neuer Kiosk als Holzbau sowie öffentliche Toiletten. Allgemein zugängliche Laube des Kiosk mit Sitzbank ist das ganze Jahre nutzbar.
- Rund 60 Baupflanzungen. Der heutige Baumbestand wird so weit wie möglich erhalten und einzelne Bäume mit geringer Vitalität werden durch klimatolerantere Baumarten ersetzt.
- Unversiegelte Flächen sowie Vegetationsbänder aus Stauden und Sträuchern für einen vielfältigen Lebensraum für Fauna und Flora.
Der angrenzende «Wabengarten» wird instand gesetzt und sein denkmalpflegerisch wertvoller Charakter gestärkt.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die neue Seewasser-Pumpstation.
Sie ermöglicht einen modernen Energieverbund, der das Gebiet künftig mit Fernwärme und Fernkälte versorgt. Dafür wird Seewasser über rund 500 Meter lange Leitungen aus etwa 15 Metern Tiefe entnommen, zur Pumpstation unter dem neuen Kiosk geführt und nach der Nutzung wieder in den See zurück geleitet.
Dadurch wird die natürliche Energie des Sees effizient genutzt. Ein wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung. Die lokal gewonnene Energie trägt dazu bei, den CO₂-Ausstoss in der Stadt Zürich zu reduzieren. Dieses Teilprojekt setzt ewz um.
Der Ausführungskredit beläuft sich auf 19,133 Millionen Franken. In die Planung sind die Anliegen der Bevölkerung und verschiedener Interessengruppen eingeflossen – unter anderem durch Befragungen und Workshops. Darauf aufbauend wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt und 2021 abgeschlossen. Der Baubeginn ist abhängig von der Verlegung der öffentlichen Parkplätze in das Gebäude Mythenquai 20-28, die für Ende 2026 vorgesehen ist. Die Bauarbeiten sollen bis Frühling 2029 abgeschlossen sein.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Grün Stadt Zürich, Liegenschaften Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Grün Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
- Generalplanung Landschaftsarchitektur Hafenpromenade Gesamtleitung ARGE Schmid Kuhn Landschaftsarchitekten AG, Zürich
- Generalplanung Architektur und Baumanagement /Kiosk ARGE Loeliger Strub Architekten, Zürich und BGS & Partner Architekten
Zur Qualitätssicherung von Neubauten setzt die Stadt Zürich auf den Architekturwettbewerb. Der Wettbewerb wurde im offenen Verfahren für Generalplanende mit 47 Teams nach SIA 142 (einstufig, anonym) durchgeführt und im Mai 2021 abgeschlossen. Umfassende Informationen zum Wettbewerbsverfahren können im Jurierungsbericht nachgelesen werden.