46-01 bis 46-03, 46-06 bis 46-10, 29-13, 40-01
Dieser Nachhaltigkeitsstandard gilt für Textilien wie Kleidungsstücke, Heimtextilien oder Flachwäsche. Er richtet sich an Einkaufsverantwortliche der Stadt Zürich und kann auch für andere Textilprodukte angewendet werden.
Bei der Beschaffung von Textilien sind insbesondere die folgenden Nachhaltigkeits-Hotspots zu beachten:
- Pestizideinsatz und Wasserverbrauch (Baumwolle)
- Gewässerverschmutzung durch Chemikalien in der Textilverarbeitung (Bleichen, Färben, Veredelung)
- Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Ausbeuterische Arbeitsbedingungen (exzessive Überstunden, Tiefstlöhne)
- Strom- und Brennstoffverbrauch bei der Herstellung: Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen
- Bedarfsabklärung
- Beschaffungsgegenstand
- Hotspot-Analyse
- Marktabklärung
- Teilnahmebedingungen
- Nachhaltige Eignungskriterien
- Nachhaltige Mindestanforderungen
- Nachhaltige Zuschlagskriterien
- Angebotsbewertung und Zuschlag
- Vertrag
- Stichproben und Audits
- Monitoring und Controlling
Vor jeder Beschaffung soll eine gründliche Bedarfsanalyse durchgeführt werden. Dabei ist zu klären, ob das Produkt tatsächlich in der vorgesehenen Form und Menge benötigt wird. Alternativen zur Deckung des Bedarfs (z. B. Leasing, Miet- und Modularlösungen) und Massnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft (z. B. lange Nutzungsdauer, ökologisches Design, rezyklierte und rezyklierbare Materialien, Reparaturdienstleistungen) sollen geprüft werden.
- Verhaltenskodex für Vertragspartner*innen der Stadt Zürich
- Transparenz: Lieferkette offenlegen
- Ausfüllen des Textilrechners: Bei komplexen Aufträgen (Uniformen, Arbeitskleider) für die drei wichtigsten Produkte bzw. Produktgruppen (plus Kurzversion mit Angaben zur Lieferkette für drei weitere Produkte)
- Drittaudit auf Stufe Konfektion zur Überprüfung der ILO-Kernarbeitsnormen (diverse Nachweise)
- Schadstoffe Produkt: Standard 100 by Oeko-Tex
- Kontrolliert biologischer Anbau bei reinen Naturfasern
- Luftreinhaltekriterien für Lieferfahrzeuge
- Kreislaufwirtschaft: Keine aufgedruckten Logos
Die relevanten Zuschlagskriterien sind im Textilrechner integriert und werden in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet.
- Soziale: Arbeitsstandards, existenzsichernde Löhne, fairer Handel, Umsetzung ILO-Normen etc.
- Ökologische: Verwendung Recyclingmaterialien, Vermeidung Chemikalien, Biologischer Anbau, Rücknahmesystem für Recycling oder Wiederverwendung etc.
- CO2-Emissionen: Abgeschätzt im Textilrechner
Der Textilrechner berechnet, wie viele kg CO₂eq pro Textilteil im Vergleich zu einem Referenzprodukt potenziell eingespart werden.
¹ TB: Teilnahmebedingung, MA: Mindest- bzw. Mussanforderung, ZK: Zuschlagskriterium
² Kriterienset der Stadt Zürich; Abweichungen sind zu begründen. Optionale Kriterien enthalten weitere Nachhaltigkeitsanforderungen. Für Miet- und Leasinglösungen (Stichwort «product as a service») braucht es ein erweitertes Kriterienset mit anderer Gewichtung und es kann von den vorgegebenen Kriterien abgewichen werden.
³ Empfehlung zur Gewichtung einzelner nachhaltiger Zuschlagskriterien
ª Empfehlung: Bei geringen Volumen und einfachen Ausschreibungen ohne Textilrechner kann davon abgewichen werden.
* Empfehlung: Bei komplexen Aufträgen (Uniformen, Arbeitskleider) ist der Textilrechner für die drei wichtigsten Produkte auszufüllen. Für drei weitere Produkte ist eine Kurzversion mit Angaben zur Lieferkette auszufüllen.
- Stadtratsbeschluss Nr. 976/2014 «Richtlinie ökologische Anforderungen im Beschaffungsprozess»
- Stadtratsbeschluss Nr. 459/2010 «Richtlinie soziale Nachhaltigkeit»
- Selbstdeklaration zur Einhaltung von Anforderungen zur Luftreinhaltung – Mindestanforderungen an Abgasnormen und -Filterung bei Fahrzeugen (Zugriff nur stadtintern)
- Beiblatt direkte Transportdienstleistungen (auf Anfrage; nur stadtintern)
- Textilrechner der Stadt Zürich (Quantis, BSD, BAFU) (auf Anfrage)
- Relevanzmatrix – Orientierungshilfe für Beschaffende und Bedarfsstellen (BAFU, Quantis 2019)