Seit 2006 legt der Stadtrat alle vier Jahre integrationspolitische Ziele fest. Ziel ist, dass sich alle Menschen in Zürich zuhause fühlen und am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilhaben können. Integration wird als gemeinsamer Prozess verstanden, der die gesamte Gesellschaft einbezieht. Soziale Ungleichheit und Diskriminierung stehen diesem Ziel entgegen.
Die Stadt Zürich ist vielfältig und sie ist migrantisch geprägt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, über ein Drittel besitzt keine Schweizer Staatszugehörigkeit. Das Zusammenleben funktioniert gut und wird durch eine aktive Integrationspolitik unterstützt.
Die integrationspolitischen Ziele 2026–2030 orientieren sich an den Strategien Zürich 2040, den verfassungsmässigen Grundrechten, dem Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) sowie den Erfahrungen aus der städtischen Praxis. Sie bieten Orientierung für Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Die aktuellen integrationspolitischen Ziele sind eine Weiterentwicklung der Ziele der letzten Legislatur. Erstmals wird ihnen eine Präambel vorangestellt, welche die Ziele einbettet und den Fokus auf die Integration von Zugewanderten betont. Neu ist der Diskriminierungsschutz als eigene Stossrichtung verankert und die Digitalisierung findet Beachtung. Die bisherigen Ziele wurden zudem redaktionell leicht überarbeitet.
Die integrationspolitischen Ziele stehen wie bisher unter dem Titel «Zürich ist gelebte Vielfalt» und sind fünf inhaltlichen Stossrichtungen zugeordnet.
Alle Bewohner*innen profitieren gleichermassen von den Angeboten und Dienstleistungen der Stadt Zürich.
- Die Stadt Zürich gestaltet ihre Dienstleistungen und Angebote so, dass sie die ganze Bevölkerung erreichen. Der Zugang für Personen in einer vulnerablen Lebenslage wird regelmässig überprüft und bei Bedarf verbessert. Erkannte Zugangshürden werden abgebaut.
- Die Stadt Zürich stellt Informationen zielgruppengerecht in unterschiedlichen Formaten, in leicht verständlichem Deutsch und wenn angezeigt in mehreren Sprachen zur Verfügung. Die Vielfalt der Bevölkerung spiegelt sich in der städtischen Kommunikation.
- Die Stadt Zürich fördert und begrüsst die Diversität ihres Personals. Sie übernimmt als Arbeit-geberin Verantwortung und unterstützt ihre Mitarbeiter*innen in den Aufgaben, die sich durch eine vielfältige Belegschaft und Bevölkerung ergeben.
- Die Stadt Zürich nutzt die Möglichkeiten, welche die Digitalisierung für die soziale und wirtschaftliche Teilhabe bietet. Sie berücksichtigt dabei bestehende Diskriminierungs- und Ausgrenzungsrisiken der Digitalisierung.
Die Bewohner*innen der Stadt Zürich beteiligen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Alltag. Die Zivilgesellschaft trägt aktiv zum Gemeindeleben bei.
- Die Stadt Zürich sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche, die in der Stadt Zürich aufwachsen, nach ihren individuellen Fähigkeiten gefördert werden und eine Ausbildung abschliessen.
- Die Stadt Zürich fördert die sprachlichen, sozialen und rechnerischen Grundkompetenzen, die ihre erwachsene Bevölkerung im Alltag und bei der Arbeit benötigt.
- Die Stadt Zürich ermöglicht spät zugezogenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei Bedarf einen Bildungsabschluss. Sie informiert Personen im Familiennachzug über die Angebote der Regelstrukturen.
- Die Stadt Zürich bezieht die Bevölkerung in ihre integrationspolitische Arbeit mit ein. Sie versteht Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erwartet, dass sich die Bewohner*innen für die Integration und das gute Zusammenleben engagieren.
- Die Stadt Zürich begrüsst und unterstützt zivilgesellschaftliche Aktivitäten, bei denen die Bevölkerungsvielfalt sichtbar wird und die zur Vernetzung, zum gegenseitigen Verständnis oder zu gemeinsamem Tun beitragen. Sie erachtet freiwilliges Engagement als wertvoll und fördert das mit ihr verbundene Potenzial zu Gunsten der Integration.
Alle Bewohner*innen der Stadt Zürich sind Teil der Stadtgesellschaft. Sie werden auf Basis der Grundrechte und der geltenden Rechtsordnung in ihrer persönlichen Lebensweise geachtet und anerkannt.
- Die Stadt Zürich begegnet Vorbehalten gegenüber Zugewanderten oder der Migration im Allgemeinen mit einem offenen und sachlichen Dialog. Sie ist eine weltoffene Stadt, in der liberale und solidarische Werte geachtet werden.
- Die Stadt Zürich begrüsst Personen, die neu in die Stadt ziehen, informiert sie über die wichtigsten Angebote und gibt ihnen das für sie nützliche Orientierungswissen weiter.
- Die Stadt Zürich setzt sich auf der Basis des geltenden Rechts dafür ein, dass die in der Stadt gelebten kulturellen und religiösen Traditionen sichtbar sein können und Wertschätzung erfahren.
Die Stadt Zürich engagiert sich gegen Ausgrenzungen und Benachteiligungen sowie für Rahmenbedingungen, welche die individuelle und gesellschaftliche Integration unterstützen.
- Die Stadt Zürich orientiert ihre Integrationspolitik an den Grund- und Menschenrechten. Sie er-kennt soziale und rechtliche Ursachen, welche die Integration hemmen und reagiert mit entsprechenden Massnahmen.
- Die Stadt Zürich engagiert sich für die Verbesserung der Situation von Personen in vulnerablen Lebenslagen wie Geflüchtete oder Sans-Papiers. Sie unterstützt auf vielfältige Weise die solidarische Stadtgesellschaft. Die Abklärungen zur Züri City-Card sind am Laufen.
- Die Stadt Zürich engagiert sich gegen Diskriminierungen und Rassismus. Sie erachtet Rassismus als gesellschaftliches Problem, das auch die Stadt betrifft und dessen Bekämpfung eine Daueraufgabe von Politik, Verwaltung und Bevölkerung ist.
Die Stadt Zürich engagiert sich für den sozialen Frieden. Herausforderungen und Schwierigkeiten im Zusammenleben werden vorausschauend und mit tragfähigen Lösungen angegangen.
- Die Stadt Zürich erkennt integrationspolitische Herausforderungen und Problemstellungen, bezeichnet diese als solche und geht sie aktiv an.
- Die Stadt Zürich ist dafür besorgt, dass sich die Bevölkerung sicher fühlt und den öffentlichen Raum nutzen kann. Sie arbeitet präventiv gegen alle Formen der Radikalisierung und des Extremismus und reagiert bei Bedarf mit geeigneten Massnahmen.
- Die Stadt Zürich leistet Grundlagenarbeit und ermöglicht Diskussionen zu integrationsrelevanten Themen. Sie nimmt zu wichtigen Fragen fachlich und politisch Stellung. Sie engagiert sich auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für den Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung von Integrationsmassnahmen.
Für die Umsetzung der städtischen Integrationspolitik sind die Departemente und Dienstabteilungen verantwortlich. Sie können bei Bedarf durch die Fachstelle Diversität, Integration, Antirassismus unterstützt werden. Die Integrationsdelegation des Stadtrats koordiniert die Aktivitäten.
Ein Kurzbericht der Fachstelle Diversität, Integration, Antirassismus zur Umsetzung der integrationspolitischen Ziele der Jahre 2022-2026 zeigt, was in der Stadtzürcher Verwaltung umgesetzt wurde. Der Bericht veranschaulicht die Massnahmen anhand von ausgewählten Praxisbeispielen aus der Stadtverwaltung und liefert einige Kennzahlen
Die Züri City Card soll ein Stadtausweis für alle sein. Sie soll das Zusammenleben in der Stadt und die Identifikation mit der Stadt stärken. Aktuell laufen die Vorbereitungsarbeiten zu ihrer Einführung.