Der Lohnunterschied nach Geschlecht ist ein wichtiger Indikator für den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben. Er weist darauf hin, dass Frauen häufig Berufe ausüben, die schlecht entlöhnt werden, und dass sie weniger oft Karriere machen als Männer – vorwiegend aufgrund von antizipierter oder faktischer Übernahme unbezahlter Haus- und Familienarbeit.
Hinweis: Die Werte der Grafik wurden mit dem arithmetischen Mittel (Durchschnitt) berechnet. Der Lohnunterschied fällt dadurch grösser aus, da sehr hohe Löhne häufiger von Männern bezogen werden.
Mittlerer Lohnunterschied
Der Medianlohn der Männer lag 2024 in der Stadt Zürich insgesamt (privater und öffentlicher Sektor zusammen) bei 11 164 Franken pro Monat, jener der Frauen bei 8640 Franken. Damit erhalten Frauen pro Monat 2524 Franken weniger als Männer, was einer Differenz von 22,6 Prozent entspricht.
Der Medianlohn ist derjenige Lohn, der die Beschäftigten in zwei gleich grosse Teile teilt. Das bedeutet, dass die eine Hälfte der Beschäftigten mehr, die andere Hälfte weniger verdient.
Der nicht mit objektiven Faktoren erklärbare Lohnunterschied ist ausschliesslich auf das Geschlecht zurückzuführen, deshalb wird dafür der Begriff «Lohndiskriminierung» verwendet. Bezogen auf den Gesamtlohn 2024 beträgt die Lohndiskriminierung in der Stadt Zürich 5,9 %. Dieser Wert ergibt sich aus dem gesamten beobachteten Lohnunterschied von 22,6 % (2524 Franken) multipliziert mit dem nicht erklärbaren Anteil von 26,3 %:
26,3 % x 22,6 % = 5,9 %.
Das bedeutet, dass Frauen unter Berücksichtigung aller objektiven Erklärungsfaktoren rein aufgrund ihres Geschlechts pro Monat 664 Franken (26,3 % von 2524 Franken) weniger verdienen als Männer.
Hinweis: Die Zerlegung des Lohnunterschieds in einen erklärbaren und einen unerklärbaren Teil basiert auf den Durchschnittslöhnen. Zu den in den Berechnungsmethode enthaltenen Variablen gehören Ausbildung, Alter, Dienstjahre, Erwerbspensum, Anforderungsniveau, berufliche Stellung, Gesamtarbeitsvertrag (ja/nein), Lohnart (Stundenlohn/Monatslohn), Unternehmensgrösse, Sektor (öffentlich/privat), Branche.
Lesebeispiel: Im Jahr 2024 waren rund 70 Prozent des monatlichen Lohnunterschieds von 2524 Franken sind durch Unterschiede in der persönlichen Qualifikation der Beschäftigten, der Funktion und der Branche zu erklären. Gut 30 Prozent sind nicht erklärbar und lassen sich nicht mit den in der Berechnungsmethode enthaltenen Variablen begründen.
Hinweis: In der Grafik sind die Löhne der Arbeitnehmenden in der Stadt Zürich nach Geschlecht, Altersklasse und Lohnklasse (monatlicher Bruttolohn, umgerechnet auf Vollzeitstellen) dargestellt. Die Grafik zeigt Anteilswerte, die sich in den Spalten auf 100 Prozent addieren.
Lesebeispiel: 8,1 Prozent der Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren verfügen über einen monatlichen Bruttolohn von bis zu 4000 Franken; 74,7 Prozent verdiente zwischen 4001 und 8000 Franken. 14,6 Prozent erhielt einen Lohn zwischen 8000 und 12 000 Franken und 2,6 Prozent der Frauen verdiente über 12 000 Franken pro Monat.
Die Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und Anforderungsniveau. Am tiefsten sind die mittleren Löhne von Beschäftigten, die einfache körperliche und handwerkliche Tätigkeiten ausüben: Die Frauen dieser Gruppe von Beschäftigten verdienten 2024 im Mittel 4656 Franken und die Männer 5365 Franken pro Monat. Der Medianlohn der Männer überstieg denjenigen der Frauen um 13,2 Prozent, das sind 709 Franken pro Monat.
Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern bei den Beschäftigten, die Tätigkeiten mit höhreren Anforderungen ausüben, ist höher und lag 2024 bei 16,3 Prozent. Männer verdienen pro Monat rund 1811 Franken mehr als Frauen mit derselben Beschäftigung.
Das Anforderungsniveau wird aus der Berufsgruppe gemäss ISCO-08-Nomenklatur abgeleitet.
Die Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und beruflicher Stellung. Männer im unteren Kader verdienten 2024 in der Stadt Zürich 13,8 Prozent oder 1588 Franken mehr als Frauen. Im mittleren Kader betrug die Differenz 2592 Franken, was knapp 18,4 Prozent entspricht. Im oberen Kader belief sich der Lohnunterschied auf 2651 Franken. Der Medianlohn der Männer in dieser Position lag bei 15 224 Franken, bei den Frauen betrug er 12 573 Franken.
Bei den Beschäftigten ohne Kaderfunktion verdiente 2024 die Hälfte der Frauen mehr als 6910 Franken, bei den Männern mehr als 7315 Franken. Der Medianlohn der Männer lag dabei 405 Franken oder 5,5 Prozent über jenem der Frauen.
Betrachtet man den Lohnunterschied nach Geschlecht und Ausbildung, so fällt auf, dass der absolute Lohnunterschied bei «Universität, ETH» mit rund 2051 Franken beziehungsweise 17 Prozent am höchsten ist. Der Medianlohn der Männer mit Universitätsabschluss liegt bei 12 049 Franken, derjenige der Frauen bei 9 998 Franken.
Der Medianlohn von Männern ohne abgeschlossene Berufsausbildung übersteigt den Medianlohn der Frauen um 10,8 Prozent. Ihr Medianlohn liegt bei 5553 Franken, derjenige der Frauen bei 4951 Franken.
Hinweis: Die Grafik zeigt den Medianlohn nach Geschlecht und Branche.
Personen in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verdienen am meisten. 2024 verdienten Männer in dieser Branche im Mittel 12 695 Franken, Frauen 10 016 Franken. Der Lohnunterschied betrug 2679 Franken (21,1 Prozent).
Am anderen Ende des Lohnspektrums steht die Branche «Gastgewerbe und Gastronomie». Männer verdienen in dieser Branche im Mittel 4961 Franken, Frauen 4844 Franken. Dies ergibt eine Lohndifferenz von 117 Franken beziehungsweise 2,4 Prozent.