Seit den 1910er-Jahren gehört Kunst und Bau zur städtischen Baukultur. Bei ausgewählten Neubauten, Erweiterungen und Instandsetzungen der Stadt Zürich werden zwischen 0,35 % und 1,5 % der Baukosten in Kunst-und-Bau-Projekte investiert – ein Grundsatz, den der Stadtrat 1962 beschlossen hat.
Jedes Jahr organisiert und konzipiert die Fachstelle sechs bis zehn Wettbewerbsverfahren und unterstützt Künstler*innen bei der Umsetzung ihrer Projekte. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Kunst und Bau vom Dekor im Dienste der Bauten emanzipiert. Die Kunst hat sich weiterentwickelt und dabei auch das Feld von Kunst und Bau erweitert. Schon seit längerem setzen zeitgenössische Kunst-und-Bau-Werke nicht mehr alleine bei der Architektur an, sie thematisieren ebenso die Nutzung des Gebäudes, gesellschaftliche Entwicklungen und anderes mehr.
Eine der zentralen Aufgaben der Fachstelle Kunst und Bau ist es, für jeden Ort, jeden Bau und die spezifischen Bedürfnisse der Nutzer*innen eine individuelle künstlerische Bespielung zu finden. In diesem Sinne ist Kunst und Bau immer ortsspezifisch («site-specific»).
Von Wandbildern oder Bauplastiken bis zu Video- oder Audioinstallationen und ephemeren oder partizipativen Formaten werden dabei verschiedenste künstlerische Medien berücksichtigt. In über 100 Jahren sind über 1000 Kunst-und-Bau-Werke entstanden.