Im Zentrum von Maya Hottareks Kunst-und-Bau-Projekt steht der gemeinsame Boden, den Bewohner*innen zusammen mit Pflanzen und Tieren bewohnen. An drei Standorten in der Wohnsiedlung Harsplen wächst eine skulpturale Leuchte aus dem Boden wie eine Pflanze. Jede verfügt über einen organisch geschwungenen Aluminium-Stamm, breit und geerdet, der sich nach oben verjüngt und in zwei Armen öffnet. An deren Enden hängen glockenförmige Schalen, aus denen handgeblasene Glasleuchtkörper in tiefem Bernstein-leuchtendem Orange glühen – wie Blüten einer Pflanze, die nie ganz gleich sind.
Das Licht mit einer Farbtemperatur von 1800 bis 2200 Kelvin erinnert an das Glühen einer Feuerstelle, an den goldorangen Schein eines Sonnenuntergangs, an Kerzenlicht in einer warmen Stube. Diese Lichtfarbe entspricht dem ältesten Licht, das wir Menschen kennen. Eingesetzt als Beleuchtungskörper im neuen Quartier weckt das Licht der Laternen eine archaische Erinnerung: Es lässt uns versammeln, wie wir es seit Tausenden von Jahren um das Feuer tun, innehalten und reflektieren. Orange gilt als Farbe der Wärme, der Geselligkeit und des sozialen Miteinanders. Es aktiviert, ohne zu überreizen, und lädt zum Verweilen ein. Es schafft eine Atmosphäre, in der Begegnungen leichter möglich sind und man sich gesehen und aufgehoben fühlt.
- Kunst Maya Hottarek, Biel/Basel
«Lumen Communis»
- Projektleitung Franz Krähenbühl
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Liegenschaften Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten