Der Vorschlag von Studio Kalleinen für die Wohnsiedlung Harsplen verfolgt die zentrale Prämisse, einen Satz zu finden, dem alle neuen Bewohner*innen zustimmen können. Die einzige Bedingung besteht darin, dass der Satz das Wort «neu» enthalten muss. Die Bewohner*innen können bei regelmässig organisierten und durch die Künstler*innen strukturierten Prozessen Sätze vorschlagen und miteinander diskutieren. Das Duo lädt zu einem ersten Treffen ein und startet das Projekt vor Ort mit den neu eingezogenen Bewohner*innen. Anschliessend finden jeweils gemeinsame Essen und Workshops statt, bei denen Vorschläge diskutiert werden. An weiteren Treffen werden Zwischenresultate präsentiert, geschärft und weiterentwickelt. Am Ende des Prozesses soll gemäss Studio Kalleinen der einvernehmliche Satz erkoren sein, der in einem abschliessenden Fest gefeiert wird und in Metallbuchstaben an einer Wand in der Siedlung festgehalten wird.
Das ganze Verfahren wird konsentorientiert geleitet und spiegelt implizit demokratische Prozesse wider. Selbst für den Fall, dass es keine Einigung geben sollte, haben die Kunstschaffenden eine Lösung parat. Der Verhandlungsprozess erstreckt sich über ein Jahr – von der Einführung bis zur Einweihung des endgültigen Kunstwerks. Dieser spielerische, aber zugleich gründliche Prozess verfolgt das Ziel, die Bewohner*innen miteinander in Kontakt zu bringen und eine gemeinsame Nachbarschaftsidentität zu entwickeln, die es zu Beginn der Siedlung noch nicht gibt.
- Kunst Studio Kalleinen (Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen), Helsinki (FIN)
«A sentence we all can agree* upon.» - Projektleitung Franz Krähenbühl
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Liegenschaften Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten