Das Zürcher Theater Spektakel soll auch für künftige Herausforderungen gut aufgestellt sein. Die Stadt Zürich entwickelt dafür gemeinsam mit externen Fachpersonen die organisatorischen, strukturellen und finanziellen Grundlagen des Festivals weiter.
Das international anerkannte Zürcher Theater Spektakel zählt zu den bedeutenden Festivals der zeitgenössischen darstellenden Künste und ist ein fester Bestandteil des Zürcher Kultursommers. Jeweils im Spätsommer wird die Landiwiese zum Festivalzentrum und Begegnungsort für jährlich rund 120 000 Besucher*innen.
Trotz seines Erfolgs steht das Festival vor Herausforderungen. Die Kosten für Technik, Infrastruktur, Honorare und Logistik sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, während wichtige Drittmittel von Stiftungen und Sponsoren unter Druck geraten sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Organisation und Infrastruktur sowie an die Produktionsbedingungen für internationale Gastspiele. Auch die Nutzung der Landiwiese und die langfristige rechtliche und finanzielle Verankerung des Festivals stellen neue Anforderungen.
Vor diesem Hintergrund wurde Ende 2025 ein Prozess zur strategischen, strukturellen und finanziellen Weiterentwicklung des Zürcher Theater Spektakels gestartet. Untersucht wurden unterschiedliche Ansätze für die langfristige Weiterentwicklung des Festivals und die künftige Führungsstruktur.
Die Arbeiten wurden durch externe Fachpersonen begleitet, durch Interviews mit lokalen, nationalen und internationalen Expert*innen abgestützt und in mehreren Phasen diskutiert. Ziel ist es, das Zürcher Theater Spektakel langfristig zu stärken, als international bedeutendes Festival der zeitgenössischen darstellenden Künste weiterzuentwickeln und zugleich seinen besonderen Charakter als Zürcher Begegnungsort zu erhalten.
Der bisherige Prozess hat zu ersten wichtigen Weichenstellungen geführt. Zentrale Entwicklungsfelder für die langfristige Weiterentwicklung des Festivals wurden bestätigt und bekräftigt. Zudem liegt für die künftige Führungsstruktur ein Entscheid vor.
Das Zürcher Theater Spektakel gemeinsam weiterentwickeln
Der bisherige Prozess hat sich mit der langfristigen Weiterentwicklung des Festivals beschäftigt. Unterschiedliche Entwicklungsansätze wurden vertieft und mit lokalen, nationalen und internationalen Expert*innen sowie weiteren externen Fachpersonen diskutiert. Diese Auseinandersetzung hat bestätigt und bekräftigt, die Weiterentwicklung des Festivals entlang von drei eng miteinander verbundenen Entwicklungsfeldern anzugehen. Diese sollen in den nächsten Schritten weiter konkretisiert werden.
- Landiwiese als Herzstück stärken: Die Landiwiese bleibt Zentrum und prägender Begegnungsort des Zürcher Theater Spektakels. Gleichzeitig werden die Bedingungen für ihre Bespielung anspruchsvoller: Temporäre Bühnen stossen angesichts klimatischer Bedingungen und steigender technischer Anforderungen professioneller Kulturproduktionen zunehmend an Grenzen. Hinzu kommen veränderte Rahmenbedingungen für die Nutzung der Landiwiese und weniger verfügbare Fläche. Deshalb soll konkretisiert werden, wie die Landiwiese auch künftig ihre besonderen Qualitäten als Ort für Kunst, Publikum und Begegnung entfalten kann.
- Gastronomie und Aussenraum weiterentwickeln: Gastronomie und frei zugänglicher Aussenraum prägen die Atmosphäre und den Charakter des Festivals wesentlich mit. Gleichzeitig beansprucht die über Jahre gewachsene Nutzung einen erheblichen Teil der (gleichzeitig kleiner werdenden) verfügbaren Fläche. Bei knapper werdenden räumlichen Möglichkeiten soll deshalb konkretisiert werden, wie Gastronomie, Kunst, Begegnung und Aufenthaltsqualität künftig noch besser zusammenspielen können.
- Kooperationen weiterentwickeln: Die steigenden Anforderungen professioneller und internationaler Produktionen können in temporären Spielstätten auf der Landiwiese nicht immer gleichermassen erfüllt werden. Kooperationen mit Zürcher Kulturinstitutionen können die Möglichkeiten auf der Landiwiese durch bestehende Infrastruktur und spezifisches Know-how sinnvoll ergänzen. Deshalb soll konkretisiert werden, wo eine vertiefte Zusammenarbeit einen künstlerischen und betrieblichen Mehrwert schafft.
Diese Entwicklungsfelder geben die Richtung für die weitere Arbeit vor, nehmen aber keine konkreten Massnahmen vorweg. Ihre Ausgestaltung wird in den nächsten Schritten kontinuierlich weiterentwickelt und gemeinsam mit der Festivalleitung sorgfältig geprüft.
Parallel dazu wird derzeit die rechtliche Grundlage für das Zürcher Theater Spektakel erarbeitet. Vorgesehen ist voraussichtlich eine gesetzliche Verankerung in Form eines Erlasses (Kulturförderverordnung). Dieser wird zu gegebener Zeit dem Gemeinderat zur Bewilligung vorgelegt.
Eine Festivalleitung mit Gesamtverantwortung
Ab 2028 übernimmt eine Festivalleitung mit Gesamtverantwortung die künstlerische und strategische Steuerung des gesamten Festivals. Die Festivalleitung bildet künftig zusammen mit der administrativen und der technischen Leitung die Geschäftsleitung des Zürcher Theater Spektakels. Ziel ist es, die Entwicklung des Festivals gemeinsam mit einem starken Team voranzutreiben.
Die Stelle der neuen Festivalleitung wird im September 2026 öffentlich ausgeschrieben und – wie bisher die künstlerische Leitung – befristet besetzt. Vorgesehen ist eine erste Amtszeit von vier Jahren mit der Option auf eine Verlängerung um weitere vier Jahre. Die neue Leitung soll ihre Aufgabe Anfang 2028 übernehmen.
Die Überprüfung und Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen sind eine Investition in den Fortbestand des Festivals. Die organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Grundlagen sollen gestärkt werden. Auch wenn das Festival mit seinem grossen Erfolg beim Publikum nach aussen stabil wirkt, sind die Herausforderungen deutlich: steigende Kosten, wegfallende Drittmittel, höhere Anforderungen an Organisation und Infrastruktur sowie veränderte Rahmenbedingungen für die Nutzung der Landiwiese. Der Prozess ist eine vorausschauende Massnahme, um die Zukunftsfähigkeit des Festivals zu sichern.
Die Kosten für Technik und Infrastruktur sowie die Honorare für Künstler*innen sind über die letzten Jahre stark gestiegen. Gleichzeitig sind wichtige Drittmittel von Stiftungen und Sponsoren weggebrochen beziehungsweise zunehmend unter Druck geraten. Das Festival kann keine Rücklagen bilden und hat deshalb kaum Spielraum, um Schwankungen oder zusätzliche Kosten abzufedern.
Ein «Weiter wie bisher» würde den veränderten Rahmenbedingungen nicht ausreichend Rechnung tragen. Mittelfristig bestünde das Risiko einer schleichenden Aushöhlung des beim Publikum beliebten Angebots und eines Verlusts an künstlerischer Qualität. Die Weiterentwicklung soll deshalb dazu beitragen, die besonderen Qualitäten des Zürcher Theater Spektakels langfristig zu sichern.
Die bisherige Auseinandersetzung hat bestätigt und bekräftigt, die Weiterentwicklung des Festivals entlang von drei miteinander verbundenen Entwicklungsfeldern anzugehen: Stärkung der Landiwiese als Festivalzentrum, Weiterentwicklung von Gastronomie und Aussenraum sowie Weiterentwicklung von Kooperationen.
Diese Entwicklungsfelder geben die Richtung für die weitere Arbeit vor. Ihre konkrete Ausgestaltung und ihre finanziellen Auswirkungen werden in den nächsten Schritten weiter konkretisiert.
Zudem wurde für die künftige Führungsstruktur eine Weichenstellung vorgenommen: Ab 2028 wird eine Festivalleitung mit Gesamtverantwortung die künstlerische und strategische Entwicklung des gesamten Festivals verantworten.
Die Weiterentwicklung des Zürcher Theater Spektakels ist ein längerfristiger Prozess. Mit dem Entscheid für eine Festivalleitung mit Gesamtverantwortung sind der grundsätzliche Führungsansatz und das Profil der neuen Funktion geklärt. Gleichzeitig sollen nicht sämtliche Fragen zur künftigen Ausgestaltung des Festivals vorweggenommen werden.
Die neue Festivalleitung soll die weitere Entwicklung deshalb von Beginn an mitprägen und gemeinsam mit dem Team konkretisieren. Die drei Entwicklungsfelder bilden dafür einen inhaltlichen Rahmen und lassen gleichzeitig Gestaltungsspielraum für die künftige Festivalleitung.
Die Weiterentwicklung konzentriert sich auf die Sicherung des Festivals innerhalb der bestehenden Strukturen. Die Prüfung einer Ausgliederung ist nicht Teil des aktuellen Prozesses.
Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Die finanziellen Auswirkungen hängen von der konkreten Ausgestaltung der drei Entwicklungsfelder ab und werden im weiteren Prozess vertieft.
Ziel ist es, die Strukturen zu stärken, die Finanzierung zu festigen und das Festival langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Ob und in welchem Umfang dafür zusätzliche städtische Mittel erforderlich sind, kann erst auf Basis der weiteren Konkretisierung beurteilt werden.
Die Stelle der Festivalleitung mit Gesamtverantwortung wird im September 2026 öffentlich ausgeschrieben. Parallel dazu werden die drei Entwicklungsfelder weiter konkretisiert und die rechtlichen und finanziellen Grundlagen weiterbearbeitet.
Die neue Festivalleitung soll ihre Aufgabe für die Festivalausgabe 2028 übernehmen und die weitere Entwicklung des Festivals gemeinsam mit dem Team mitgestalten. Parallel dazu wird die rechtliche Grundlage für das Zürcher Theater Spektakel weiter erarbeitet.