Die Wasserversorgung Zürich erneuert entlang der Limmat zwischen dem Hardturm und dem Hardhof ihre grosse Wasserleitung. Im Bereich des historischen Hardturms ist aufgrund des Hochwasserschutzes eine neue Leitungsführung erforderlich. Rund 30 m des neuen Trassees verlaufen in bisher unberührtem Boden des einstigen Burghofes und werden vor Beginn der Bauarbeiten durch die Stadtarchäologie Zürich ausgegraben. Die Untersuchungen haben Anfang Juli 2026 begonnen.
Der Hardturm steht etwa drei Kilometer ausserhalb der Zürcher Altstadt flussabwärts unmittelbar am linken Ufer der Limmat. Er ist ein mittelalterlicher Wohn- und Wehrturm, der ehemals die einzige Limmatbrücke zwischen Zürich und Baden sicherte. 1336 erscheint der Turm erstmals in den Schriftquellen als im Besitz der Manesse; er ist bautypologisch jedoch ins 13. Jh. zu datieren. Der Turm wurde ursprünglich komplett in Megalithbauweise aus mächtigen Findlingen errichtet. Er wurde um 1465 aufgestockt. Nach der Reformation ging der Hardturm in Privatbesitz über. Um 1693 fand ein grösserer Umbau zum Landhaus statt, der bis heute das Erscheinungsbild weitgehend bestimmt.
Im Jahr 1992 wurden von der Kantonsarchäologie Zürich zwei Sondagen westlich und südlich des Turms durchgeführt. Dabei wurde 8 m westlich des Mauerfusses eine Ringmauer mit vorgelagertem Graben gefasst. Dieser Befund deckt sich mit einer Planquelle aus dem 18. Jahrhundert, welcher den Rest eines wasserführenden Grabens zeigt. Der Turm war somit ehemals mit einem Graben und einer Mauer umfasst. Typologisch handelt es sich um eine Niederungsburg, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Wohn- sowie Ökonomiebauten wie Stallungen, Lagerräume etc. aufwies. Überreste dieser Bauten können in mehreren Bereichen im Boden erhalten sein.