Rund um die Alpen sind etwa 1000 Pfahlbau-Fundstellen bekannt. Die Funde in Seen und Feuchtgebieten des Alpenvorlandes sind vorzüglich erhalten und erlauben detaillierte Erkenntnisse zu Kultur, Wirtschaft und Umwelt vom 5. bis ins 1. Jahrtausend v. Chr.
Das serielle UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» umfasst 111 ausgewählte Pfahlbaufundstellen aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Slowenien. Zwei dieser Fundstellen – Zürich - Alpenquai und Zürich - Kleiner Hafner – befinden sich im Gebiet der Stadt Zürich.
Rund um die Alpen sind etwa 1000 Pfahlbaufundstellen bekannt, etwa die Hälfte davon befindet sich an Schweizer Seen. Aus den Zürcher Gewässern kennen wir heute 80 Fundstellen, darunter 11 aus den Kantonen Zürich, Schwyz und St. Gallen, die von der UNESCO als Welterbestätten anerkannt wurden.
Diese Fundstelle ist die älteste bekannte Pfahlbausiedlung im Raum Zürichsee. Die frühesten Zeugnisse datieren um 4400 v.Chr. Die letzte Besiedlung des Dorfes ist gleichzeitig das Ende des Pfahlbauphänomens um 800 v.Chr.
Hier fanden 1967 die ersten taucharchäologischen Untersuchungen im Zürichsee statt.
Die Baustrukturen und das Fundinventar dieser Siedlungsstelle datieren in die jüngste Phase des Pfahlbauphänomens um 800 v.Chr. Die Siedlungsreste sind durch Verankerungsketten von Schiffsbojen gefährdet, die direkt auf den archäologischen Abfallschichten am Seegrund liegen.
In mehreren Epochen war diese Untiefe von Menschen besiedelt. Insbesondere die reich verzierte frühbronzezeitliche Keramik ist eine Charakteristik dieser Fundstelle, wie auch zwei Glockenbecherscherben, welche in Siedlungszusammenhang äusserst selten zu finden sind.
Die Pfahlbauforschung wurde hier schon sehr früh vorangetrieben und insbesondere auch ein Augenmerk auf die exzellent erhaltenen botanischen Reste gelegt.
Die Hinterlassenschaften von Robenhausen lassen sich in vielen grossen Museen der Welt besichtigen, wohin sie im 19. Jh. verkauft wurden, unter anderem um weitere Grabungen zu finanzieren.
Die steinzeitliche Fundstelle im heutigen Naturschutzgebiet erstreckt sich über eine Halbinsel und die zwei anschliessenden Buchten. Ein reiches Fundinventar aus Felsgestein und Silex (Feuerstein) sind charakteristisch für die Fundstelle, aber auch frühe Kupferfunde, die nur selten in Siedlungen zu finden sind.
Dieser Siedlungsplatz war zwischen 4000 und 900 v.Chr. immer wieder bebaut. Davon zeugen beispielsweise gebrannte Lehmfragmente mit Abdrücken von Ruten und Brettern aus der Pfyner Kultur (3700 v.Chr.) sowie dendrodatierte Hausgrundrisse aus der Schnurkeramik (28.-25. Jh. v.Chr.).
Im Winter 1854 kamen bei Niedrigwasser Pfähle, Keramikscherben und Werkzeuge zum Vorschein, die von Ferdinand Keller als Fundstücke und Bauwerke unserer Vorfahren gedeutet wurden. Dies führte zu einem regelrechten "Pfahlbaufieber", welches über viele Jahre anhielt.
Diese Fundstelle erstreckt sich über die ganze Feldbacher Bucht und die Kantonsgrenze von St. Gallen und Zürich hinweg. Neben jungsteinzeitlichen Siedlungen ist eine frühbronzezeitliche Phase nachgewiesen, zeitgleich zu den Stegen-/Brückenkonstruktionen zwischen der Halbinsel Hurden und Rapperswil.
Hier befand sich während der Frühbronzezeit eine Inselsiedlung, welche von einer Palisade umgeben war. Sie dürfte in Bezug zum Brückenübergang von Hurden zum heutigen Rapperswil gestanden haben und von grosser Wichtigkeit für das Umland gewesen sein.
Die erosionsgefährdete Fundstelle wurde 2011 grossflächig mit einer Kiesabdeckung geschützt.
Vor allem die schnurkeramischen Funde und Befunde dieser Siedlung sind von grosser Bedeutung. Die Silexartefakte (Feuerstein) zeigen weitreichende Kontakte ins Pariser Becken auf und anhand der Bauhölzer kann die damalige Holznutzung analysiert werden.
Für einmal handelt es sich nicht um eine Pfahlbausiedlung, sondern um Brücken- oder Stegverbindungen, welche während verschiedener Epochen genutzt und erneuert wurden.
Der verkehrstechnisch wichtigen Verbindung von Hurden nach Rapperswil kam eine grosse Bedeutung zu: Die zahlreichen Bronzefundstücke legen nahe, dass es sich um Weihegaben handelt.
Der Bau des unterirdischen Parkhauses am Sechseläutenplatz führte 2010 zu einer archäologischen Rettungsgrabung einer Pfahlbausiedlung. Die Fachleute der Archäologie stiessen auf wertvolle bis zu über 5000 Jahre alte Kulturschichten von internationaler Bedeutung.
Tauchen Sie mit der App «pastZurich» in die Welt der Pfahlbauten ein, die vor 5000 Jahren auf dem heutigen Sechseläutenplatz standen. Das Outdoor-Erlebnis ist interaktiv und dank Augmented Reality entdecken Sie die «Pfahlbauten um die Alpen» in Lebensgrösse.
Die App wurde im März 2026 umfassend aktualisiert und bietet nun ein noch immersiveres Erlebnis.