Das ehemalige Gesundheitszentrum für das Alter Mittelleimbach hat im August 2025 den Betrieb eingestellt. Ab 2030 soll das Hochhaus instandgesetzt und umgebaut werden. Im Rahmen eines Generationenwohnprojekt der Stiftung Alterswohnungen, der Stiftung Familienwohnungen, der Stiftung Einfach Wohnen und der Gesundheitszentren für das Alter entstehen vielfältiger und kostengünstiger Wohnraum für alle Generationen sowie Pflegewohngruppen der Gesundheitszentren.
Bis zum Beginn der Bauarbeiten wird das Hochhaus ab Sommer 2026 zwischengenutzt. Die Zwischennutzug umfasst
- eine städtische Unterkunft – die SKU Waldrain – für maximal 200 Geflüchtete,
- Wohnraum für 13-16 Studierende
- und soziokulturelle Angebote und Nutzungsmöglichkeiten für das Quartier.
Das Gesundheitszentrum für das Alter (GFA) Mittelleimbach befand sich in einem baulich schlechten Zustand und entsprach mit seinen Etagenduschen nicht mehr den Anforderungen an ein zeitgemässes Gesundheitszentrum.
Im Juli 2023 wurden die Bewohnenden darüber vorinformiert, dass das Gebäude Zustands in den kommenden Jahren saniert werden müsse. Damals war der genaue Zeitpunkt der Sanierung noch nicht bekannt.
Im September 2024 wurden die Bewohnenden über die geplante Schliessung bis spätestens 2029 aufgrund der ab 2030 anstehenden Sanierung informiert. Zu diesem Zeitpunkt lebten im GFA Mittelleimbach noch 56 Bewohnende. Das entspricht einer Belegung von 62,2 Prozent (zum Vergleich: Die durchschnittliche Belegung über alle GFA beträgt 91,5 Prozent).
Von September 2024 bis Ende April 2025 zogen 28 Bewohnende um, je nach Wunsch und Möglichkeit in ein anderes GFA oder eine private Institution. Ende April 2025 lebten noch 28 Bewohnende im Haus. Die längerfristige Weiterführung des Betriebs mit 28 Bewohnenden und fehlenden Neueintritten war aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr möglich.
Im Mai 2025 wurden die Bewohnenden deshalb darüber informiert, dass das GFA Mittelleimbach bereits Ende November 2025 schliessen würde. Bis Anfang August 2025 hatten alle Bewohnenden einen neuen Platz gefunden, worauf das GFA Mittelleimbach am 8. August 2025 geschlossen wurde.
Die Gesundheitszentren unterstützten Bewohnende und Angehörige persönlich bei der Suche nach einer passenden Anschlusslösung und beim individuellen Umzugsprozess.
Weitere Informationen zur Schliessung des GFA Mittelleimbach finden Sie hier.
Die Zwischennutzung ist für den Zeitraum von Sommer 2026 bis Ende 2029 geplant. 2030 soll das Hochhaus im Baurecht an die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) abgegeben und anschliessend instandgesetzt und umgebaut werden.
Seit 2022 verzeichnet die Schweiz wesentlich mehr Asylgesuche. Dazu kommen zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine mit Schutzstatus S. Gleichzeitig steht immer weniger regulärer Wohnraum zur Verfügung (allgemeine Wohnungsknappheit) und es laufen auch immer wieder bestehende Mietverträge und Zwischennutzungen im Asylbereich aus. Um trotzdem genügend Plätze zur Verfügung stellen zu können, ist die Stadt Zürich seit 2022 auf grössere Unterbringungsstrukturen wie Kollektivunterkünfte angewiesen.
Die Stadt Zürich prüft laufend, wo sich Möglichkeiten für die Unterbringung von Geflüchteten ergeben könnten. Für eine Nutzung als Kollektivunterkunft gibt es aber leider nur sehr wenige geeignete Liegenschaften. Die Stadt muss deshalb mit denjenigen Objekten arbeiten, die ihr zur Verfügung stehen – aktuell sind das das ehemalige Gesundheitszentrum Mittelleimbach und das ehemalige Kinderspital in Hottingen, wo aktuell die Vorprüfung für die Unterbringung von Geflüchteten läuft.
Die SKU Waldrain bietet Platz für maximal 200 Geflüchtete. Die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) ist im Auftrag des Sozialdepartements für den Betrieb und die Sicherheit der Unterkunft sowie für die Unterbringung, Betreuung und Sozialberatung der Bewohner*innen zuständig.
Die SKU Waldrain ist rund um die Uhr von geschulten und erfahrenen Mitarbeitenden der AOZ betreut. Sie sind auch im Aussenraum rund um die Unterkunft präsent. Die Bewohner*innen verfügen über eine feste Tagesstruktur und gehen verschiedenen Beschäftigungen nach – sie besuchen z.B. Kurse oder Arbeitsintegrations-Programme, gehen zur Schule, machen eine Lehre oder andere Ausbildung.
Die Geflüchteten befinden sich schon länger in der Schweiz und sind mit den hiesigen Gegebenheiten vertraut. Sie haben die Bundes- und Kantonalstrukturen durchlaufen, ihre Verfahren sind fortgeschritten oder bereits abgeschlossen. Sie werden bis zur wirtschaftlichen Selbständigkeit durch die AOZ betreut.
Aktuell sind in den städtischen Kollektivunterkünften v.a. Menschen aus der Ukraine, Afghanistan, der Türkei und Syrien untergebracht. Es handelt sich um Personen mit Asylstatus N, vorläufiger Aufnahme (Status F), Personen mit Schutzstatus S sowie anerkannte Flüchtlinge mit Status B.
Die Zusammensetzung der Bewohner*innen ist abhängig von der Gesuchsentwicklung und den Zuweisungen des Kantons. In der vergleichbaren SKU Ettenfeld sind aktuell etwa die Hälfte der Bewohner*innen Männer (inklusive Familienväter), die andere Hälfte Frauen und Kinder.
Die Bewohner*innen sind auf 11 Stockwerken entweder in Familienzimmern (bis zu 4 Personen einer Familie pro Zimmer) oder als Einzelpersonen in Doppelbelegung (2 Personen pro Zimmer) untergebracht.
Die Zimmer haben eigene WCs und Lavabos. Pro Stockwerk stehen zudem Gemeinschaftsnasszellen und eine Gemeinschaftsküche mit Essraum zur Verfügung.
Kinder im Alter für den Kindergarten oder die 1. Klasse werden in Absprache mit der Kreisschulbehörde gemeinsam mit den Kindern aus dem Quartier einer Klasse zugeteilt und erhalten zusätzliche Förderung im Rahmen von «Deutsch als Zweitsprache». So lernen sie schnell Deutsch.
Ältere Kinder werden zuerst in einer Aufnahmeklasse mit Schwerpunkt Deutsch gefördert. Die AOZ sucht dafür geeignete Räumlichkeiten im Umfeld der SKU Waldrain.
Die AOZ ist für den reibungslosen, sicheren Betrieb der SKU zuständig. Dazu gehören
- die kontinuierliche Begleitung und Unterstützung der Klient*innen (24/7),
- ein Angebot für eine Tages- und Freizeitstruktur,
- der kontinuierliche Kontakt und Austausch mit den Klient*innen.
Das Sicherheitskonzept steht auf drei Säulen und stützt sich auf die langjährige Praxis und Erfahrung in der Führung von Kollektivunterkünften:
- Prävention durch kontinuierlichen, persönlichen Kontakt und Austausch mit den Klient*innen plus Unterstützungsangebote (z.B. Psychologische Betreuung).
- Deeskalation durch geschultes Personal der AOZ, das Spannungen frühzeitig erkennen und ansprechen kann.
- Intervention mit externer Unterstützung und unter Beizug der zuständigen Behörden und Stellen, wenn weitergehende Massnahmen und Mittel eingesetzt werden müssen.
Zwei Stockwerke des Hochhauses sind als Wohnraum für 13-16 Studierende reserviert. Die Studierenden sollen Teil des Alltags in der SKU Waldrain sein – z.B. im Rahmen des Freizeitprogramms oder als Mentor*innen für die schulpflichtigen Bewohner*innen der Unterkunft für Geflüchtete.
Für die Vermittlung der Zimmer laufen aktuell Gespräche mit dem Jugendwohnnetz JUWO.
Ziel der Zwischennutzung des ehemaligen Gesundheitszentrums Mittelleimbach ist eine Mischnutzung, von der auch das Quartier Leimbach profitieren kann. Deshalb sollen Räumlichkeiten im Erdgeschoss und dem 1. Stockwerk auch dem Quartier als Veranstaltungs- und Begegnungsräume zur Verfügung stehen:
- Der ehemalige Ergotherapieraum im 1. Stockwerk wird zum flexibel nutzbaren Quartierraum, organisiert durch den Verein Piazza Grande und Kooperationspartner wie die reformierte Kirche, die Offene Jugendarbeit und das Caritas Infocafe.
- Die Piazza direkt davor wird zum Begegnungs- und Aufenthaltsort mit verschiedenen gemeinschaftlichen Aktivitäten, für welche die IG Piazza verschiedene Ideen entwickelt.
- Das Bistro im Erdgeschoss soll sowohl den Bewohner*innen der SKU Waldrain als auch der Quartierbevölkerung mit einem gastronomischen Angebot und als Begegnungsort zur Verfügung stehen.
- Im Multifunktionsraum im 1. Stock können verschiedene Veranstaltungen stattfinden.
Wollen auch Sie sich engagieren? Dann melden Sie sich jederzeit bei uns – wir realisieren gerne Projekte mit Ihnen!
Judith Dylla, Büro für Sozialraum & Stadtleben
T +41 44 412 86 27 / judith.dylla(at)zuerich.ch
Jörg Brunner, Beauftragter Quartieranliegen
T +41 44 412 62 74 / joerg.brunner(at)zuerich.ch
Am 26. Februar 2026 hat die Informationsveranstaltung fürs Quartier mit rund 250 Teilnehmenden stattgefunden. Hier finden Sie die Unterlagen der Veranstaltung: