Fernwärme aus dem klimafreundlichen Seewasserverbund CoolCity ersetzt in grossen Teilen der Innenstadt etappenweise das Gasverteilnetz. Dieses wird je nach Standort zwischen 2033 und 2035 für Heizen, Warmwasser und Kochen stillgelegt. Den genauen Termin für ihre Liegenschaft finden Eigentümerschaften auf der Energiekarte EnerGIS.
Der Ausbau des Verbunds und die Stilllegung des Gasverteilnetzes sind aufeinander abgestimmt: Erst wenn die Liegenschaften in einem Strassenzug Gelegenheit zum Anschluss an den Verbund oder die Umsetzung einer alternativen klimafreundlichen Heizlösung wie z.B. einer Wärmepumpe hatten, wird das Gasverteilnetz stillgelegt.
Von der Ablösung des Gasverteilnetzes betroffen ist das farblich gekennzeichnete Gebiet zwischen Hauptbahnhof, Schanzengraben und Bürkliplatz:
Wann Sie Ihre Liegenschaft an den Seewasserverbund anschliessen können und wann das Gasverteilnetz an Ihrem Standort stillgelegt wird, erfahren Sie mit Hilfe der Energiekarte EnerGIS. Sie sehen dort auch, welche klimafreundlichen Heizlösungen an Ihrem Standort verfügbar sind. Geben Sie dazu einfach Ihre Adresse ein und Sie erhalten Informationen zu Ihren Möglichkeiten.
Das Areal rund um den Rennweg wird ebenfalls mit Fernwärme erschlossen und das Gasverteilnetz künftig abgelöst. Die Erschliessung des Areals ist erst ab 2039 vorgesehen. Die Stadt legt den genauen Zeitplan für den Gasrückzug dort ebenfalls fest, sobald die nötigen Planungsgrundlagen vorliegen, und informiert direkt im Anschluss die betroffenen Eigentümerschaften.
Für die Altstadt links der Limmat ist eine allfällige Fernwärmeerschliessung noch in Prüfung. Der Entscheid, ob ein Fernwärmenetz machbar ist, fällt voraussichtlich 2027. Auch im Gebiet Brandschenke südlich des Stauffacher zwischen Sihl und Schanzengraben befindet sich die Fernwärmeerschliessung noch in Prüfung. Der Entscheid zur Zukunft des Gasverteilnetzes in diesen beiden Gebieten folgt entsprechend, wenn klar ist, ob ein Fernwärmenetz realisiert werden kann.
Die Stadt definiert und kommuniziert den Zeitplan zur Gasverteilnetz-Ablösung gebietsweise so früh wie möglich, sobald die notwendigen Grundlagen vorliegen. Das erleichtert den Eigentümerschaften die frühzeitige Planung für den Ersatz von Gasheizungen und anderen Gasgeräten. Eine zentrale Voraussetzung für die Festlegung des Zeitplans ist die enge Abstimmung mit dem Fernwärmeausbau. Dieser hängt seinerseits von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Koordination mit anderen Bauprojekten.
Für den westlichen Teil der Innenstadt lag die Ausbauplanung für die Fernwärme mit der nötigen Planungssicherheit 2026 vor. Für das Areal rund um den Rennweg sind die Planungen noch im Gang. Eine Fernwärmeerschliessung weiterer Teilgebiete der City ist erst in Prüfung (s.o.).
Beim Bau der Fernwärmeleitungen für den Seewasserverbund CoolCity setzt die Stadt zum Teil auf das Microtunneling-Verfahren: Dabei wird für die Leitungen ein Microtunnel gebaut, der unterirdisch und ferngesteuert und somit ohne Baugräben realisiert wird. Dazu wird von einem Startschacht aus mit einem Tunnelbohrer ein Beton-Kanalrohr vorgetrieben. Dank dieses Verfahrens braucht es an der Oberfläche weniger Bauarbeiten und Beeinträchtigungen werden reduziert.
Um Immissionen zu minimieren, wird zudem die Baulogistik optimiert: Zentralisierte Installationsplattformen und Logistikzugänge (beispielsweise bei der Energiezentrale Selnau) sollen die stark frequentierte Innenstadt entlasten.
Im Projektperimeter des Seewasserverbunds stehen auch mehrere Bauprojekte des Tiefbauamts mit Neugestaltungen der Oberfläche an. Im Sinn des koordinierten Bauens werden zusammen mit dem Einbau der Fernwärmeleitungen die vorhandenen Werkleitungen und Kanäle im Untergrund saniert. Im gleichen Zug gestaltet das Tiefbauamt die Oberfläche neu und passt sie den künftigen klimatischen, stadträumlichen und verkehrstechnischen Anforderungen an.
Während der Bauzeit sind Anwohnende und Gewerbetreibende von Einschränkungen durch die Bauarbeiten betroffen. Das Tiefbauamt informiert die betroffenen Gewerbetreibenden frühzeitig, damit sie sich auf die anstehenden Bauarbeiten vorbereiten können. Trotz Bauarbeiten bleibt der Zugang zu den Geschäften für die Kundschaft in der Regel gewährleistet.