Pro Jahr sammelt Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) in der Stadt Zürich rund 2000 Tonnen Textilien. Insbesondere die Herstellung von Kleidern belastet die Umwelt stark. Viele Alttextilien landen zudem im Ausland, oft mit negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen. ERZ hat deshalb neue Ziele für die Verwertung der Textilien erarbeitet, welche die lokale Kreislaufwirtschaft stärken und die negativen Auswirkungen reduzieren sollen.
Die gesammelten Textilien sollen künftig möglichst nachhaltig und lokal verwertet werden. Das bedeutet, dass neue Verwertungskanäle aufgebaut werden müssen:
- lokaler Secondhand-Markt (Zürich und Schweiz)
- Wiederaufbereitung (z.B. Reparatur oder Austausch von Komponenten)
- Faser-zu-Faser-Recycling
Die gesammelten Textilien sollen möglichst in diese drei neuen Kanäle fliessen. Was übrig bleibt, soll künftig so verwertet werden:
- europäischer Secondhand-Markt (kein Secondhand ausserhalb Europas)
- Putzlappen und Dämmmaterial (Downcycling)
- Verbrennung (Schweizer Kehrichtverwertungsanlagen)
Um mehr Transparenz in die Verwertung der Textilien zu bringen und die Zielerreichung zu messen, werden zudem neu Daten erhoben:
- zu den Wegen, welche die Textilien nehmen
- zur Qualität der Textilien
Der Kanton Zürich hat ein entsprechendes Monitoring für die Textilverwertung aufgebaut. Es wird erstmals mit den Textilien der Stadt Zürich getestet.
Der Aufbau der neuen Verwertungskanäle braucht Zeit. Deshalb gelten die neuen Ziele per 2035. Die Ziele basieren auf einer Analyse der Hochschule Luzern. ERZ arbeitet mit der Firma Tell-Tex zusammen, welche die Stadtzürcher Textilien sortiert und verwertet.
Bislang gingen rund zwei Drittel der Textilien in den globalen Secondhand-Markt. Wo genau die Textilien landeten, war unklar, da ein Tracking fehlte. Die restlichen Textilien wurden als Putzlappen oder Dämmaterial aufbereitet (Downcycling) oder in einer Kehrichtverwertungsanlage verbrannt.