Die Biotoptypenkartierung erfasst die Biotopqualität im Siedlungsgebiet und im Offenland mittels eines spezifischen Biotoptypenschlüssels. Sie ist eine zentrale Grundlage für Massnahmen zur Förderung der Biodiversität.
Bis 2040 soll der Anteil von ökologisch wertvollen Lebensräumen im Siedlungsgebiet auf 15 % steigen (Vergleich Fachplanung Stadtnatur). Die Messreihe erlaubt, die Entwicklung der Artenvielfalt über längere Zeiträume zu erfassen und getroffene Massnahmen zur Steigerung der Biodiversität im Sinne einer langfristigen Wirkungskontrolle zu beurteilen.
Ein Biotop ist eine bestimmte Fläche in der Natur, die man gut erkennen und abgrenzen kann. Auf dieser Fläche herrschen ähnliche Umweltbedingungen. Deshalb leben dort bestimmte Pflanzen und Tiere, die gut zu diesen Bedingungen passen.
Ein Biotoptyp fasst mehrere solcher ähnlichen Lebensräume zusammen. Das bedeutet: Wenn verschiedene Orte sich in ihren Eigenschaften stark ähneln, gehören sie zum gleichen Biotoptyp.
Jedem Biotoptyp ist gemäss seiner ökologischen Biotopqualität ein Wert zwischen 0 und 6 zugeordnet. Bei einer Qualität von 4 oder höher wird die Fläche den ökologisch wertvollen Lebensräumen zugeordnet.
Der Kartierschlüssel erfasst Lebensräume in 124 Biotoptypen. Wälder und Gewässer werden nicht kartiert, da dafür bereits Daten aus anderen Kartierungen vorliegen, die sich integrieren lassen.
Zu den erfassten Lebensräumen gehören beispielsweise: Hecken, Gehölze, Baumbestände, Obstgärten, Kleingewässer, Gräben, Ufervegetation, Feuchtwiesen (Flachmoore, Hochmoore, Hangriede), Hochstaudenfluren, Magerwiesen, Fromental- und andere Wiesen, Weiden, Nasswiesen, Intensivgrünland, Acker-/Gartenbauflächen, Ruderalfluren, Rasentypen, Rabatten, verschiedene Gartenformen etc.
Eine Fachperson erfasst den Biotoptyp anhand des Biotoptypenschlüssels direkt vor Ort.
Ab 2026 erfolgen die Kartierungen alle vier Jahre (erstmals 2026/2027), da sie nun die Wirkungskontrolle der Fachplanung Stadtnatur darstellen.
Die letzten Biotoptypenkartierungen wurden 2008 bis 2010 (Biotoptypenkartierung 2010) sowie 2018 und 2019 (Biotoptypenkartierung 2020) erfasst.
Die Kartierungen sowie die dazugehörigen Geodatensätze sind über das Geoportal der Stadt Zürich abrufbar: Biotoptypenkartierung