Medienmitteilungen

Departement der Industriellen Betriebe, Der Stadtrat von Zürich

11. Mai 2017

Fernwärme ausbauen und vermehrt See- und Grundwasser nutzen

Neue Energieplanung tritt in Kraft

Die überarbeitete Energieplanung der Stadt Zürich wurde von der Baudirektion des Kantons Zürich genehmigt. Um die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, soll die künftige Energieversorgung weitgehend ohne fossile Energieträger auskommen und wesentlich weniger CO2 ausstossen. Die Stadt Zürich will daher die Fernwärmeversorgung und Energieverbunde mit Grund- und Seewassernutzung ausbauen.

Der kommunale Energieplan zeigt auf, in welchem Gebiet welche Energieträger sinnvoll sind – analog zum Richtplan für die Siedlung oder den Verkehr. Unter der Leitung des Energiebeauftragten hat die Stadt Zürich ihre Energieplanung in den letzten zwei Jahren vollständig überarbeitet und auf die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft ausgerichtet. Nach dem Stadtrat hat auch die Baudirektion des Kantons Zürich die aktualisierte Energieplanung genehmigt. Sie ist für Stadtrat, Verwaltung und die städtischen Energieversorger verbindlich. Für Grundeigentümerinnen und -eigentümer gilt der Grundsatz der freien Wahl unter den am Standort verfügbaren Energieträgern. 

Ausbau der Fernwärmeversorgung

Die Stadt Zürich will die Fernwärmeversorgung aus den Kehrichtheizkraftwerken ausbauen, indem sie die bestehenden Fernwärmenetze der Kraftwerke Hagenholz und Josefstrasse erweitert und miteinander verbindet. Sollten die Stimmberechtigten die geplante neue Verbindungsleitung gutheissen, wird der Weg frei, um von 2020 bis etwa 2045 das Gebiet Milchbuck, Teile von Wipkingen und Oberstrass, das Gewerbeschul-Quartier und Teile von Aussersihl zu erschliessen. In Zukunft soll auch die Energie aus dem gereinigten Abwasser des Klärwerks Werdhölzli genutzt werden. Dafür baut die Stadt Zürich ab etwa 2020 eine Fernwärmeversorgung im Zentrum von Altstetten und in Teilen von Höngg auf. Eine Pflicht zum Anschluss ans Fernwärmenetz wird es weiterhin nicht geben. Für einige Liegenschaften in den Ausbaugebieten eröffnen sich jedoch neue, attraktive Optionen für die Energieversorgung. 

Grundwasser und Seewasser mit Energieverbunden nutzen

In den dicht besiedelten Quartieren rund um das Seebecken und im Boden des Limmattals sollen Grund- und Seewasser für Heiz- und Kühlzwecke genutzt werden. Diese Energiequellen werden möglichst vielen Eigentümerschaften in Form von Energieverbunden zugänglich gemacht. Auf diese Weise werden in Zürich bereits heute zahlreiche Gebäude mit umweltfreundlich produzierter Wärme und Kälte versorgt. Die Stadt Zürich will weitere Energieverbunde anstossen und fördern. Hier kommt den städtischen Energiedienstleistern ewz und Energie 360° und den städtischen Energieberatungsstellen eine wichtige Rolle zu. 

Gasversorgungsgebiet unverändert

Mit Ausnahme von Zürich-Nord bleibt das Gasversorgungsgebiet in den nächsten 15 Jahren unverändert. In den Fernwärmegebieten hat die Fernwärme Priorität, daher sind dort keine neuen Gasanschlüsse mehr vorgesehen. Ausgenommen sind Objekte, deren Anschluss die Wirtschaftlichkeit der Fernwärmeversorgung nicht beeinträchtigt. Gas spielt jedoch eine wichtige Rolle für die Spitzenlastdeckung bei Energieverbunden und in Gebieten wie etwa der Altstadt, wo die dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien eingeschränkt ist und sich die Erschliessung mit Fernwärme nicht lohnt. Der Anteil an Biogas im Gas-Mix soll von heute rund 7 Prozent bis 2050 auf 45 Prozent steigen. Damit Verbesserungspotenziale bei der Gebäudehülle und der Energieeffizienz genutzt werden, bietet die Stadt Zürich bei Neuanschlüssen ans Fernwärme- oder Gasnetz im Rahmen des Energie-Coaching Beratung an. Diese umfasst auch Information zu dezentralen Lösungen für einzelne Gebäude oder Nachbarschaftsverbunde. 




Thema: Umwelt, Versorgung und Entsorgung

Organisationseinheit: Departement der Industriellen Betriebe, Stadtrat