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Medienmitteilungen

Der Stadtrat von Zürich, Tiefbau- und Entsorgungsdepartement, Departement der Industriellen Betriebe

11. Juli 2018

Heizen und Kühlen mit Energie aus gereinigtem Abwasser

Objektkredit von 128,7 Millionen Franken beantragt

In Zürich-Altstetten und Teilen von Höngg plant das ewz den Aufbau eines Verbunds über Fernwärme, der zwei Energiequellen aus dem Klärwerk Werdhölzli nutzt: die Wärme des gereinigten Abwassers und die Abwärme aus der Klärschlammverwertung. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat einen Objektkredit in der Höhe von 128,7 Millionen Franken für die Nutzung der umweltfreundlichen, erneuerbaren Energie. Abschliessend darüber entscheiden werden die Stimmberechtigten.

Der Gemeinderat bewilligte Anfang 2017 einen Objektkredit für die Projektierung eines Energieverbunds in Altstetten und Höngg West (Energieverbund Altstetten), der die Wärme des gereinigten Abwassers und die Abwärme aus der Klärschlammverwertung im Klärwerk Werdhölzli nutzt. Das Gebiet des Energieverbunds wurde in der kommunalen Energieplanung festgelegt. Dringende Vorinvestitionen von 1,96 Millionen Franken für Erschliessungsleitungen und den Bau eines unterirdischen Anschlusswerks beim Klärwerk Werdhölzli hatte der Stadtrat im Rahmen seiner Kompetenzen bereits 2016 bewilligt. Inzwischen ist die Projektierung des Energieverbunds weit fortgeschritten, und das ewz konnte genügend Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden für einen Anschluss gewinnen. Ein kostendeckender Betrieb des Verbunds ist somit sichergestellt.

Realisierung in drei Etappen

Das Energiepotenzial des gereinigten Abwassers im Klärwerk Werdhölzli beträgt rund 264 GWh pro Jahr. Es wird bisher nur zu einem kleinen Teil im Energieverbund Schlieren genutzt. Diesen betreibt das ewz seit mehr als zehn Jahren erfolgreich. Der Energieverbund Altstetten soll in drei Etappen realisiert werden. In einem ersten Schritt wird in Höngg und im Gebiet Altstetten nördlich der Bahnlinie ein Wärme- und Kälteverbund gebaut. In der zweiten Etappe wird das Fernwärmenetz in diesen Gebieten entsprechend der Nachfrage verdichtet. In der dritten Phase sollen die Voraussetzungen für die Erschliessung weiterer Verbundgebiete in Altstetten Mitte und Altstetten Süd geschaffen werden.

Beitrag zur 2000-Watt-Gesellschaft

Im Endausbau können im Energieverbund Altstetten rund 30 000 Haushalte mit Wärme beliefert werden, das entspricht 70 Prozent des Gebiets in Höngg sowie Altstetten Nord und Mitte und rund 40 Prozent von Altstetten Süd. Damit würden jährlich bis zu 13 Millionen Liter Heizöl eingespart und die CO2-Emissionen um rund 30 000 Tonnen vermindert. Mit dem beantragten Objektkredit soll das ewz den Energieverbund Altstetten gemäss seinem Leistungsauftrag als öffentliche Fernwärmeversorgung projektieren, bauen und betreiben. Den endgültigen Entscheid über den Objektkredit werden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich fällen.

Wie funktioniert der Energieverbund?

Die Wärme aus dem gereinigten Abwasser wird im Gebäude zur Abwärmenutzung in einen Zwischenkreis überführt, das sogenannte Anergieleitungsnetz. Dieses dient in den Energiezentralen der erschlossenen Gebiete als Energiequelle für die Wärmepumpen. Mit den Wärmepumpen wird die gewünschte Heizwassertemperatur erreicht und über ein Fernwärmenetz zu den Kundinnen und Kunden verteilt. Mittels eines separaten Fernkältenetzes können Gebäude auch mit Kälte versorgt werden. 




Thema: Versorgung und Entsorgung

Organisationseinheit: Stadtrat, Tiefbau- und Entsorgungsdepartement, Departement der Industriellen Betriebe