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Publikationen & Broschüren

Februar 2019

Persönlich-Kolumne: Gesprächsstoff

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements
Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements

Wenn die eigene Tochter die Co-Regie eines Theaterstücks führt, macht der Vater – in diesem Fall ich – selbstverständlich im persönlichen Umfeld ein bisschen Werbung. Er wünscht sich schliesslich für die Crew ein volles Haus. Das war nicht das Problem. Denn das Stück ist berühmt und die Aktionshalle der Roten Fabrik war dreimal ausverkauft. Nein, das Problem lag woanders: So einfach fiel es mir dann doch nicht. Nicht, wenn der Titel des Stücks «Die Vagina-Monologe» lautet.

1998 hat die New Yorker Theaterautorin Eve Ensler das gleichnamige Buch veröffentlicht. Es umfasst 200 Interviews mit Frauen aus aller Welt zum Thema Sexualität. Wikipedia beschreibt das Stück so: «So reichen die Beschreibungen von einer Vergewaltigung in Bosnien über die ersten sexuellen Erfahrungen einer Dreizehnjährigen bis hin zu Erzählungen einer über 70 Jahre alten Frau. Die einzelnen Monologe sind dabei von unterschiedlichem Tenor, mal ernst, poetisch oder humoristisch». So war auch die Theateraufführung. Die Schauspielerinnen erzählten. Kraftvoll, klar, persönlich, stellenweise anklagend, oft auch augenzwinkernd und lustig, unterhaltend, dann wieder anspruchsvoll.

Nach dem Schlussapplaus sagte eine Kollegin, knapp eine Generation älter als ich, sie wisse nicht, ob das für Männer nicht ein bisschen ein «schwieriges» Thema gewesen sei. Das finde ich nicht. Aber wie meine Kolleginnen, die mit ihren Töchtern das Stück besuchten, denke ich: Wir hätten das nie mit unseren Eltern gemacht. Mit unseren Kindern dagegen schon. In diesem Punkt sind diese und die nächste Generation ein Stück weiter. In einigen anderen Punkten ist es die Gesellschaft aber nach wie vor nicht – zu Lasten der Frauen.

Daniel Leupi 
Vorsteher des Finanzdepartements

2018 in zwölf Meldungen aus dem Nachrichtenticker.
+ Januar: Die erste Ausgabe des digitalen Magazins «Republik» geht online + Februar: XXIII. Olympische Winterspiele in Südkorea. + März: NoBillag-Abstimmung und Gemeinderats- und Stadtratswahlen + April: Die ZSC-Damen und Herren gewinnen je den Schweizer-Meister-Titel + Mai: Pfarrer Sieber stirbt hochbetrauert 91-jährig. + Juni: Die Globus-Krawalle jähren sich zum 50. Mal. + Juli: Die Stadt Zürich feiert das 125-Jahr-Jubiläum der ersten Stadterweiterung. + August: Das Rettungsschiff «Aquarius» darf erst nach tagelangem Tauziehen in Malta anlegen, nachdem sich mehrere Länder bereit erklärt haben, die Flüchtlinge aufzunehmen. + September: Erdbeben/Tsunami auf Sulawesi in Indonesien. Der Gemeinderat bewilligt humanitäre Hilfe. + Oktober: Der Hitzesommer geht mit einem goldenen Herbst zu Ende. + November: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung sagt mit 54 Prozent Ja zu Fussballstadion und Wohnbauten auf dem Hardturm-Areal. + Dezember: Dem Bundesrat gehören endlich wieder drei Frauen an. +
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ zu sein. Und die Liste beinhaltet auch nicht, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, privat und beruflich 2018 alles erlebt haben. Aber sie erinnert daran, dass wir in einer Welt voller Herausforderungen und Fragestellungen leben – mit durchaus schönen Momenten zwischendurch. Das wird 2019 nicht anders sein. Ich wünsche Ihnen im Jahreswechsel geruhsame Momente und viel Erfreuliches für 2019.

Departement: Finanzdepartement