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Publikationen & Broschüren

Mai 2019

Persönlich-Kolumne: Alles in Allem

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements
Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements

«Mit 37 Grad Celsius ... wurde die höchste Temperatur des ungewöhnlich warmen Sommers gemessen.» «Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, ... so besteht kein rechtlicher Grund, die Demonstration zu verbieten.» «Jeder fünfte Einwohner von Zürich ist ein Deutscher.» «Schliesslich gab es ausser der städtischen Poliklinik nicht viele Ärzte, die einen armen Teufel unentgeltlich behandelten.» «Es ist gerade noch Zeit, ... der wilden und planlosen Bauerei Einhalt zu geben.» «Man kann halt nicht beides: eine Grossstadt werden und kleinbürgerlich bleiben.» Ein WC «ohne Wasserspülung geruchlos.» «Erst wenn alle, selbst die kleinsten Gruppen, in ihrer Ungleichheit sichtbar auch im Staat zum Ausdruck kommen, erfüllt die schweizerische Demokratie ihre Bestimmung.» «Wir gehen einem Regime der kleinen Parteien entgegen.»

Nein, in diesen Zitaten geht es nicht um die jüngste Vergangenheit Zürichs. Auch nicht um die zweitjüngste. Sie stammen aus dem Roman «Alles in Allem». Das Buch handelt von einem längst vergangenen Zürich, aber das auf sehr lebendige Weise. Auf rund tausend Seiten beschreibt der Autor Kurt Guggenheim in zahlreichen Episoden die Schicksale von Einheimischen und Zugewanderten im Zürich der Jahre 1890 bis 1945. Auch wenn sich die Lebensumstände stark gewandelt haben, stellt die Leserin, der Leser erstaunt fest: Viele der von Guggenheim angesprochenen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen sind im Zürich von heute noch immer höchst aktuell.

Ein faszinierendes Buch. Ich kann es nur empfehlen, brauchte allerdings einige Ferientage, um es zu bewältigen. Und wenn Sie im Mai oder Juni ein Theaterpublikum durch die Stadt wandern sehen: Alles in Allem wird in einer zwölfstündigen Inszenierung an verschiedenen Originalplätzen aufgeführt.

Daniel Leupi 
Vorsteher des Finanzdepartements

2018 in zwölf Meldungen aus dem Nachrichtenticker.
+ Januar: Die erste Ausgabe des digitalen Magazins «Republik» geht online + Februar: XXIII. Olympische Winterspiele in Südkorea. + März: NoBillag-Abstimmung und Gemeinderats- und Stadtratswahlen + April: Die ZSC-Damen und Herren gewinnen je den Schweizer-Meister-Titel + Mai: Pfarrer Sieber stirbt hochbetrauert 91-jährig. + Juni: Die Globus-Krawalle jähren sich zum 50. Mal. + Juli: Die Stadt Zürich feiert das 125-Jahr-Jubiläum der ersten Stadterweiterung. + August: Das Rettungsschiff «Aquarius» darf erst nach tagelangem Tauziehen in Malta anlegen, nachdem sich mehrere Länder bereit erklärt haben, die Flüchtlinge aufzunehmen. + September: Erdbeben/Tsunami auf Sulawesi in Indonesien. Der Gemeinderat bewilligt humanitäre Hilfe. + Oktober: Der Hitzesommer geht mit einem goldenen Herbst zu Ende. + November: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung sagt mit 54 Prozent Ja zu Fussballstadion und Wohnbauten auf dem Hardturm-Areal. + Dezember: Dem Bundesrat gehören endlich wieder drei Frauen an. +
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ zu sein. Und die Liste beinhaltet auch nicht, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, privat und beruflich 2018 alles erlebt haben. Aber sie erinnert daran, dass wir in einer Welt voller Herausforderungen und Fragestellungen leben – mit durchaus schönen Momenten zwischendurch. Das wird 2019 nicht anders sein. Ich wünsche Ihnen im Jahreswechsel geruhsame Momente und viel Erfreuliches für 2019.

Departement: Finanzdepartement