Global Navigation

Publikationen & Broschüren

September 2019

Persönlich-Kolumne: «Reisen bildet»

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements
Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements

Im Sommer haben meine Frau und ich uns einen alten Traum erfüllt: Eine Velotour durch das Baltikum. Nur schon die 53-stündige Anreise mit Zug, Schiff und erneut Zug nach St. Petersburg, wo wir uns mit einem mitradelnden Paar trafen, war eindrücklich.

Die imperiale Wucht und Eleganz der Architektur im «Venedig des Nordens». Die wunderbare Altstadt von Tallinn und die lebendige Gewerbebrache hinter dem Bahnhof. Nigelnagelneue S-Bahn-Niederflur-Kompositionen in Estland und alte Blechkisten sowjetischer Produktion in Lettland. Achthundert prächtige Jugendstil-Fassaden in Riga.

Weite, viel, viel dünner als in der Schweiz besiedelte Landstriche. Exzellente Englisch-Kenntnisse der jüngeren Bevölkerung, die Älteren hatten bis 1990 Russisch als erste Fremdsprache und blieben meist dabei. Die mediterrane Stimmung am breiten Sandstrand von Pernau.

Überraschend feine Küche, vor allem in Estland. Viel buntere Pflanzenvielfalt entlang der Strassen als bei uns, weil die Landwirtschaft weniger extensiv betrieben wird. Die alte Reichsautobahn Aachen – Königsberg, von der Originalstrecken für Velos befahrbar sind. Die neue Autobahn grad daneben, in Russland übrigens auch für Velos zugelassen… Die grobe Atmosphäre in der Innenstadt von Kaliningrad, total dominiert vom Autoverkehr. Die akribischen Grenzkontrollen der Russen, die von den polnischen Einreisekontrollen gar getoppt wurden. Willkommenskultur geht anders. Danzig mit seiner schönen Altstadt und dem eindrücklichen Museum zum zweiten Weltkrieg, das die nationale Regierung patriotischer umbauten will.

Alles in allem sehr spannende 1600 Kilometer auf dem Rad. Selten traf auf Ferien der Spruch «Reisen bildet» so sehr zu, wie auf diese vier Wochen.

Daniel Leupi 
Vorsteher des Finanzdepartements

2018 in zwölf Meldungen aus dem Nachrichtenticker.
+ Januar: Die erste Ausgabe des digitalen Magazins «Republik» geht online + Februar: XXIII. Olympische Winterspiele in Südkorea. + März: NoBillag-Abstimmung und Gemeinderats- und Stadtratswahlen + April: Die ZSC-Damen und Herren gewinnen je den Schweizer-Meister-Titel + Mai: Pfarrer Sieber stirbt hochbetrauert 91-jährig. + Juni: Die Globus-Krawalle jähren sich zum 50. Mal. + Juli: Die Stadt Zürich feiert das 125-Jahr-Jubiläum der ersten Stadterweiterung. + August: Das Rettungsschiff «Aquarius» darf erst nach tagelangem Tauziehen in Malta anlegen, nachdem sich mehrere Länder bereit erklärt haben, die Flüchtlinge aufzunehmen. + September: Erdbeben/Tsunami auf Sulawesi in Indonesien. Der Gemeinderat bewilligt humanitäre Hilfe. + Oktober: Der Hitzesommer geht mit einem goldenen Herbst zu Ende. + November: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung sagt mit 54 Prozent Ja zu Fussballstadion und Wohnbauten auf dem Hardturm-Areal. + Dezember: Dem Bundesrat gehören endlich wieder drei Frauen an. +
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ zu sein. Und die Liste beinhaltet auch nicht, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, privat und beruflich 2018 alles erlebt haben. Aber sie erinnert daran, dass wir in einer Welt voller Herausforderungen und Fragestellungen leben – mit durchaus schönen Momenten zwischendurch. Das wird 2019 nicht anders sein. Ich wünsche Ihnen im Jahreswechsel geruhsame Momente und viel Erfreuliches für 2019.

Departement: Finanzdepartement