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Persönlich-Kolumne: Windelphasen des Lebens

Publikationen & Broschüren

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Januar 2020

Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements
Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements

In meinem Umfeld häufen sich zurzeit bei Kolleginnen und Freunden einerseits Geburten und andererseits, dass Eltern zu Pflegefällen werden. Meinem eigenen Lebensalter entsprechend tritt ersteres natürlich weniger oft auf als früher, letzteres hingegen viel mehr. 

Beides ist mit viel Aufwand verbunden und bringt die Eltern (bei den Kindern) beziehungsweise die Kinder (bei den Eltern) mitunter an die Leistungsgrenze. Das lässt sich unschwer an den Augenringen ablesen. Und dass die Betroffenen deutlich weniger Zeit für Einladungen, Kino oder Sport haben. 

Auch wenn das Windelwechseln bei meinen Kindern schon länger her ist, kann ich mich etwa noch gut daran erinnern, dass während dieser Zeit der Bedarf an Züri-Säcken mindestens doppelt so hoch war wie zuvor und danach. Wir alle mögen uns an die eine oder andere Geschichte im Zusammenhang mit Windeln erinnern – lustige, komische, mühsame, vielleicht auch traurige Geschichten. 

Für mich gehört es daher zum ganz normalen Lebenszyklus, dass wir diese Leistungen für diejenigen Menschen erbringen, die noch nicht, respektive nicht mehr selbstständig sind. 

Entsprechend habe ich mal festgestellt, dass wir in unseren Leben fünf Windelphasen erleben: Die erste, wenn man selber ein Baby ist. Die nächste folgt, wenn die eigenen Kinder auf die Welt kommen. Die dritte meist dann, wenn der Nachwuchs Nachwuchs hat. Die vierte Windelphase kann kommen, wenn die eigenen Eltern gebrechlich werden und zum Schluss braucht man vielleicht selber wieder welche. 

So ist das Leben.

Daniel Leupi 
Vorsteher des Finanzdepartements

2018 in zwölf Meldungen aus dem Nachrichtenticker.
+ Januar: Die erste Ausgabe des digitalen Magazins «Republik» geht online + Februar: XXIII. Olympische Winterspiele in Südkorea. + März: NoBillag-Abstimmung und Gemeinderats- und Stadtratswahlen + April: Die ZSC-Damen und Herren gewinnen je den Schweizer-Meister-Titel + Mai: Pfarrer Sieber stirbt hochbetrauert 91-jährig. + Juni: Die Globus-Krawalle jähren sich zum 50. Mal. + Juli: Die Stadt Zürich feiert das 125-Jahr-Jubiläum der ersten Stadterweiterung. + August: Das Rettungsschiff «Aquarius» darf erst nach tagelangem Tauziehen in Malta anlegen, nachdem sich mehrere Länder bereit erklärt haben, die Flüchtlinge aufzunehmen. + September: Erdbeben/Tsunami auf Sulawesi in Indonesien. Der Gemeinderat bewilligt humanitäre Hilfe. + Oktober: Der Hitzesommer geht mit einem goldenen Herbst zu Ende. + November: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung sagt mit 54 Prozent Ja zu Fussballstadion und Wohnbauten auf dem Hardturm-Areal. + Dezember: Dem Bundesrat gehören endlich wieder drei Frauen an. +
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ zu sein. Und die Liste beinhaltet auch nicht, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, privat und beruflich 2018 alles erlebt haben. Aber sie erinnert daran, dass wir in einer Welt voller Herausforderungen und Fragestellungen leben – mit durchaus schönen Momenten zwischendurch. Das wird 2019 nicht anders sein. Ich wünsche Ihnen im Jahreswechsel geruhsame Momente und viel Erfreuliches für 2019.

Departement: Finanzdepartement