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Persönlich-Kolumne: Links – rechts – links

Publikationen & Broschüren

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Juli 2020

Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements
Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements

Nein, der Titel dieser Kolumne läutet keinen Beschrieb vergangener oder künftiger Machtwechsel hier oder anderswo ein. Er spielt vielmehr auf ein Thema an, das die Autorin Michèle Roten in einem Artikel behandelte: Das helvetische Drei-Küsschen-Ritual. Sie schickte sich lange Zeit aus blosser Angepasstheit in das Ritual, obwohl es ihr nicht entsprach. Bis der Moment kam, an dem sie sich entschied, nur noch auf drei Arten zu begrüssen: Ein richtiger Kuss mit Wenigen, den Händedruck beim Kennenlernen und – von ihr am meisten angewendet – die Umarmung. Eine Umarmung könne man je nach Zuneigung und Stimmung variieren. Das Links-Rechts-Links sei dagegen oft inhaltsleer und – wer kennt das nicht? – opportunistisch: Man küsst auch mal, bloss weil es erwartet wird.

Auch unsere Tochter fand neulich im Familiengespräch, die drei Küsschen seien ein sowas von altertümliches Verhalten der Oldies. Die Jungen würden nur noch umarmen oder gar nichts. In der Tat stelle ich fest, dass in meinem Umfeld – noch vor Corona – mehr umarmt wird als früher. Doch so einfach ist das nicht: Auch bei sehr vertrauten Personen ersetzt dies nicht automatisch die drei Küsschen. Nicht alle mögen die Nähe einer Umarmung. Das gilt es jeweils mit einem Blick auszuhandeln. Aber dann gibt es auch Personen, die einen schon bei der ersten Verabschiedung spontan umarmen.

Corona hat vieles verändert, nicht zuletzt unsere Rituale. Ich bin neugierig, wie es sich in Zukunft einpendeln wird. Ich hoffe aber, dass herzliche Begrüssungen, in welcher Form auch immer, bald wieder möglich sein werden.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit mit vielen tollen Begegnungen!

Daniel Leupi 
Vorsteher des Finanzdepartements

2018 in zwölf Meldungen aus dem Nachrichtenticker.
+ Januar: Die erste Ausgabe des digitalen Magazins «Republik» geht online + Februar: XXIII. Olympische Winterspiele in Südkorea. + März: NoBillag-Abstimmung und Gemeinderats- und Stadtratswahlen + April: Die ZSC-Damen und Herren gewinnen je den Schweizer-Meister-Titel + Mai: Pfarrer Sieber stirbt hochbetrauert 91-jährig. + Juni: Die Globus-Krawalle jähren sich zum 50. Mal. + Juli: Die Stadt Zürich feiert das 125-Jahr-Jubiläum der ersten Stadterweiterung. + August: Das Rettungsschiff «Aquarius» darf erst nach tagelangem Tauziehen in Malta anlegen, nachdem sich mehrere Länder bereit erklärt haben, die Flüchtlinge aufzunehmen. + September: Erdbeben/Tsunami auf Sulawesi in Indonesien. Der Gemeinderat bewilligt humanitäre Hilfe. + Oktober: Der Hitzesommer geht mit einem goldenen Herbst zu Ende. + November: Die Stadtzürcher Stimmbevölkerung sagt mit 54 Prozent Ja zu Fussballstadion und Wohnbauten auf dem Hardturm-Areal. + Dezember: Dem Bundesrat gehören endlich wieder drei Frauen an. +
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ zu sein. Und die Liste beinhaltet auch nicht, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, privat und beruflich 2018 alles erlebt haben. Aber sie erinnert daran, dass wir in einer Welt voller Herausforderungen und Fragestellungen leben – mit durchaus schönen Momenten zwischendurch. Das wird 2019 nicht anders sein. Ich wünsche Ihnen im Jahreswechsel geruhsame Momente und viel Erfreuliches für 2019.

Departement: Finanzdepartement