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Persönlich-Kolumne: Es hed Schnee, juhee!

Publikationen & Broschüren

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Februar 2021

Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements
Daniel Leupi, Vorsteher des Finanzdepartements

Traurig liegt eine blaue Jacke auf dem grünen Rasen hinter unserem Haus. Sie ist das letzte Überbleibsel der grossen Schneefrau – oder war's ein Schneemann? –, die die Nachbarskinder aufgerichtet hatten. Mit Begeisterung haben sie in den Rekordmengen von Schnee gespielt. Die Kinder waren alle beeindruckt. Soviel Weiss ist selten und Schlitteln auf den kleineren und grösseren Wiesen im Quartier war erstmals seit langem möglich.

Wie haben Sie den Schnee erlebt? Ich selber bin kein Wintermensch und keiner, der es kaum erwarten kann, bis – zumindest in den Bergen – genügend Schnee zum Skifahren oder Schneeschuhlaufen liegt. Aber die Faszination erfüllt auch mich, wenn so viel Schnee fällt, dass die ganze Stadt nach und nach ganz langsam und still wird. Der Schnee umhüllt alles mit seiner Pracht und schluckt die Geräusche der Stadt. Ausser, wie ich das diesmal erstmals in der Stadt erlebt habe, es beginnt im Haus ganz unheimlich zu rattern und mitten am Tag wird es dunkel im Zimmer, weil eine Dachlawine runterstürzt und die Schneemenge auf dem Balkon verdreifachte…

Natürlich hat viel Schnee in der Stadt auch unschöne Seiten: Für ältere und gehbehinderte Leute wird das Laufen gefährlicher. Der öffentliche Verkehr kam zeitweise zum Erliegen. Die überwinternden Vögel fanden weniger Futter, dies zumindest bis Vogelhäuschen bereitgestellt waren. Viele Stadtbäume sind beschädigt worden. Viele städtische Mitarbeitende mussten rund um die Uhr die Schneemassen bewältigen – danke dafür!

Trotzdem: Es war ein Genuss. Einen, den wir aber immer weniger oft erleben werden, wenn wir nicht genügend gegen den Klimawandel unternehmen.

Daniel Leupi 
Vorsteher des Finanzdepartements

 

Departement: Finanzdepartement