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Wohnungsbau

Wer zum gemeinnützigen Wohnungsbau gehört

Als gemeinnützig gelten diejenigen Wohnbauträger,

  • deren Statuten eine entsprechende Zweckbestimmung enthalten,
  • die das Prinzip der Kostenmiete anwenden,
  •  die keinen oder einen nach oben begrenzten Zins für das Anteilkapital ausrichten,
  • deren allfälliger Liquidationserlös wieder für den gleichen Zweck (gemeinnütziger Wohnungsbau) verwendet werden muss.

Zum gemeinnützigen Wohnungsbau zählen insbesondere:

- die Stadt Zürich als öffentlich rechtliche Körperschaft,

- Baugenossenschaften und Stiftungen.

Wohnpolitischer Grundsatzartikel in der Gemeindeordnung

Mit  76 Prozent Ja befürwortete die Volksabstimmung vom 27.11.2011 den wohnpolitischen Grundsatzartikel in der Gemeindeordnung. Die Ziele

  • Der Anteil der Mietwohnungen in der Hand von gemeinnützigen Bauträgern soll schrittweise auf einen Drittel erhöht werden.
  •  Besonders sollen dabei die Bedürfnisse von Familien und älteren Menschen sowie die Anforderungen des ökologischen Wohnungsbaus berücksichtigt werden.
  • Die Abstimmung bestätigte die schon mehr als hundert Jahre währende  Verankerung des gemeinnützigen Wohnungsbaus in der Stadt Zürich.

Abstimmunsgzeitung vom 27.11.2011

Kostenmiete

Die Initiative "Für bezahlbare Wohn- und Gewerberäume in der Stadt Zürich" wurde in der Volksabstimmung vom 13. Juni 2010 mit 71 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Seither gilt die Kostenmiete nicht nur für die Wohnsiedlungen. Auch die Wohnungen in den Einzelwohnliegenschaften sind den periodischen, vom Kanton Zürich veranlassten Aufwertungen entzogen. Die Kostenmiete wurde auch für Einzelwohnliegenschaften in der Gemeindeordnung verankert.   


Bestand der Liegenschaftenverwaltung mit Kostenmiete: Die Liegenschaftenverwaltung hat rund 9200 Wohnungen in ihrem Portfolio, davon 6577 in Wohnsiedlungen und 2630 in Einzelwohnliegenschaften  (Stand 31.12.2016). In den Wohnsiedlungen sind rund 2289 Wohnungen subventioniert. Der Mietzins berechnet sich wie folgt: Kostenmiete minus Subventionsbeitrag = Mietzins einer subventionierten Wohnung.

Kostenmiete heisst:

- Die Mietzinse sind kostendeckend (Selbstkostenprinzip)

- Es werden im freitragenden Wohnungsangebot keine Steuermitteln beansprucht (die  Subventionsvergünstigung über Wohnbauaktionen gilt nur für das Segment subventionierter Wohnungen)

- hinsichtlich Investitions- und Kapitalkosten, Abschreibungen und Erneuerungs-Rückstellungen gelten die Grundsätze der Wohnbauförderung für gemeinnützige Bauträger.*

- Die Bewirtschaftung erfolgt ohne spekulativen Druck auf den Wohnungsbestand der Liegenschaftenverwaltung

- Die Wohnungen werden in der Regel zu 20 bis 30 Prozent günstigeren Mietzinsen als auf dem privaten Wohnungsmarkt angeboten.

- Die Anwendung der Kostenmiete steht im Dienst einer guten sozialen Durchmischung auch in begehrten Wohnquartieren wie der Altstadt

* Ein kostendeckender Mietzins setzt sich nach kantonalen Vorschriften für den gemeinnützigen Wohnungsbau wie folgt zusammen: Anlagewert x hypothekarischer Referenzzinssatz + Bewirtschaftungsquote von in der Regel 3.25 % des Gebäudeversicherungswerts.
 

Kommunaler Wohnungsbau

Das Jahr 1907 leitete eine Wende ein. Es war eine Zeit grosser Wohnungsnot. Der Wohnungsbau wurde zur öffentlichen Aufgabe der Stadt Zürich.

  • Am 21. April 1907 beschloss das Volk den Bau der ersten städtischen Wohnsiedlung Limmat 1 mit 225 Wohnungen.
  • Am 8. September 1907 trat eine neue Gemeindeordnung in Kraft, die der Stadt den Auftrag gab «die Erstellung gesunder und billiger Wohnungen zu fördern».
  • Der Bau kommunaler  Siedlungen stützt sich mit wenigen Ausnahmen auf Volksabstimmungen über den Objektkredit sowie über Wohnbaukredite. Errichtet sind 53 Siedlungen, die jüngste - Rautistrasse - ist seit mitte Januar 2015 bezogen.

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