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Entwicklungszusammenarbeit

Die Stadt Zürich unterstützt Projekte schweizerischer Organisationen im Ausland und leistet Anschubfinanzierungen für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit.

Im Rahmen des vom Stadtrat beantragten und vom Gemeinderat jährlich festgesetzten Kredits gewährt die Stadt Zürich Beiträge an Etablierte Entwicklungsorganisationen zugunsten von Projekten in Entwicklungsländern. Weiter leistet die Stadt eine Anschubfinanzierung für Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Die Höhe des Kredits ist Schwankungen unterworfen und wird jedes jahr neu festgelegt. Für das laufende Jahr 2020 stehen acht Millionen Franken zur Verfügung.

Fragen und Antworten

In welchen Ländern werden Projekte unterstützt

Es werden vorzugsweise Projekte in Ländern unterstützt, die laut Weltbank in die Kategorie «low-income economies» fallen. Projekte in Ländern der Kategorie «lower-middle-income economies» oder «upper-middle-income economies» wer­den nur berücksichtigt, wenn sie benachteiligte Bevölkerungsgruppen begünstigen. Die Stadt Zürich ist daran interessiert, vermehrt Projekte in einem städtischen Umfeld zu fördern.

Wie hoch sind die Unterstützungsbeiträge?

Die Stadt Zürich unterscheidet zwischen einer einmaligen Anschubfinanzierung bis in der Regel maximal 30 000 Franken und Projektbeiträgen in teilweise grösserem Umfang.

  • Anschubfinanzierung wird einmalig Projekten und Initiativen von kleinen oder neuen Organisationen aus dem Kanton Zürich gewährt, die sich in den definierten Ländern engagieren.
  • Projektbeiträge sind Etablierten Entwicklungsorganisationen vorbehalten.

Gemeinsam ist beiden, dass die beantragenden Organisationen:

  1. Im Antrag (vgl. «Formulare und Merkblätter») plausibel darstellen, wie die Lebensbedingungen der begünstigten Personen dauerhaft verbessert werden,
  2. im Folgejahr eine Berichterstattung einreichen und bei mehrjährigen Unterstützungen zusätzlich Rechenschaft ablegen über die Projektumsetzung und die erreichten Ergebnisse,
  3. die Wirksamkeit des Projekts angemessen darlegen. Es gilt auszuführen, wie und in welchem Ausmass sich das Leben der Begünstigten bzw. das Funktionieren der betroffenen Organisationen auf Grund des Projekts verbessert.

Welche Projekte unterstützt die Stadt Zürich nicht?

  • Projekte im humanitären Bereich wie die Katastrophenhilfe. Die humanitäre Hilfe ist separat geregelt in der Verordnung über die humanitäre Hilfe im In- und Ausland. Über die Zusprechung von Beiträgen für die humanitäre Hilfe entscheidet der Stadtrat jeweils situativ.
  • Weitere Projekte, die in der Regel im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit nicht unterstützt werden, sind in einem Merkblatt aufgelistet (vgl. «Formulare und Merkblätter» auf dieser Internetseite).

Bis wann sind die Gesuche einzureichen?

Die Frist für die Eingabe der Gesuche 2020 ist der 13. März 2020. Es werden keine Fristverlängerungen gewährt. Nachträglich oder unvollständig eingereichte Gesuche werden retourniert.

Wie viele Gesuche können eingereicht werden?

  • Anschubfinanzierung: 1 Gesuch
  • Projektbeiträge an Etablierte Organisationen: Zürcherische Entwicklungsorganisat­ionen können maximal 8 Gesuche einreichen, ausserkantonale Organisationen maximal 4 Gesuche.

Formulare und Merkblätter

Entwicklungszusammenarbeit, In der Regel nicht unterstützte Projekte (Negativkatalog)

Das Merkblatt listet auf, welche Projekte die Stadt Zürich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in der Regel nicht unterstützt.

Bisher unterstützte Projekte

Projekte 2019

Der Stadtrat bewilligte für die Entwicklungszusammenarbeit Beiträge in der Höhe von 5 Millionen Franken. Berücksichtigt wurden 86 Projekte von 32 Organisationen.

Bolivien, La Paz, Santa Cruz, El Alto und Cochabamba: Märkte für Recycling

Projektbeispiel der unterstützten Organisation Swisscontact

Bolivien erlebt aufgrund der fortschreitenden Urbanisierung eine exponentielle Zunahme des Verkehrssektors. Zurzeit sind rund 1,8 Millionen Fahrzeuge immatrikuliert. 

Swisscontact arbeitet mit rund 700 Autowerkstätten und Importeuren zusammen, um die zunehmende Menge an Abfallstoffen von Fahrzeugen wiederzuverwenden oder zumindest für die endgültige Entsorgung richtig aufzubereiten. Die Autowerkstätten und die Gemeinden werden bei der Bewirtschaftung der gefährlichen Abfälle in die Verantwortung genommen und im korrekten Umgang sensibilisiert.

Umweltfreundliche Unternehmen werden gestärkt. Dank dem Sammeln und Recycling von 25 000 Tonnen Schrott, 4 000 Tonnen Autobatterien und 4 000 Tonnen Altreifen werden 9 700 Tonnen CO2 eingespart. Dies entspricht der CO2-Emission von 26 800 Flügen einer Person von Zürich nach London und zurück.

Benin, Westafrika: Lokales Poulet und traditionelles Palmöl anstelle von Importen

Projektbeispiel der unterstützten Organisation Brücke – Le pont

Rund 7500 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessern die Produktion und Vermarktung ihres lokal hergestellten Pouletfleisches und traditionellen roten Palmöls. Rotes Palmöl ist – im Gegensatz zum raffinierten Palmöl - reich an Vitaminen und beugt der Nachtblindheit vor. 

Die Palmnüsse werden neu nicht mehr manuell von den Schalen befreit, sondern durch mechanische Pressen. Diese erhöhen die Ölmenge und dadurch den Gewinn auf dem lokalen Markt. Auch die GeflügelzüchterInnen steigern ihr Einkommen. Durch bessere Tierhaltung haben sie gesündere und grössere Tiere, die auf dem Markt sehr beliebt sind.

(Bild 1: Ein Veterinär überprüft die Gesundheit des Geflügels. Bild 2: Traditionelles Palmöl wurde bisher durch Stampfen der Früchte produziert. Die neuen Pressen verbessern Ertrag und Hygiene. Bild 3: Die Projektregion auf der Karte des Empfängerlandes.)

Projekte 2018

Der Stadtrat bewilligte für die Entwicklungszusammenarbeit Beiträge in der Höhe von 3 Millionen Franken. Berücksichtigt wurden 63 Projekte von 26 Organisationen.

Fachkommission

Der Stadtrat bewilligt Unterstützungsleistungen nach Stellungnahme der beratenden Fachkommission.

Mitglieder der Kommission (Amtsdauer 2018–2022):

  • Daniel Leupi, Stadtrat/Vorsteher Finanzdepartement
  • Rebekka Hofmann, Departementssekretärin Finanzdepartement
  • Barbara Albers, unabhängiges Mitglied (seit 2010)
  • Rudolf Batliner, em. ETH Zürich, NADEL (seit 2010)
  • Fritz Brugger, ETH Zürich, NADEL (seit 2018)
  • Michael Herzka, unabhängiges Mitglied (seit 2018)
  • Benjamin Lang, Swisscontact (seit 2018)
  • Nora Marketos, Jacobs Foundation (seit 2018)
  • Daniela Renner, Helvetas Swiss Intercooperation (seit 2014)
  • Barbara Strebel, unabhängiges Mitglied (seit 2014)
  • Patrick Walder, Amnesty International, Schweizer Sektion (seit 2014)
  • Martin Woker, unabhängiges Mitglied, Fondation Hirondelle (seit 2014)
  • Susan Tanner, Sekretariat Fachkommission (ohne Stimmrecht)

Kontakt

Stadt Zürich
Departementssekretariat
Finanzdepartement

Ansprechperson

Susan Tanner Burckhardt

Telefon +41 44 412 32 07 (9–11 Uhr)
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