Aemtlerstrasse 149/151
8003 Zürich
Richard Paul Lohse (1902 – 1988) war nicht nur ein Maler und Grafiker von radikaler konstruktiver Strenge und von überwältigender sinnlicher Farbkraft; er war auch ein seine Kunst und die Gesellschaft reflektierender Kopf und von leidenschaftlichem Engagement für soziale Gerechtigkeit erfüllt.
In Lohse fielen für einmal die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts zusammen, die künstlerische und die politische, die einander sonst oft genug fremd blieben.
Das haus konstruktiv widmet Richard Paul Lohse noch bis zum 10. Mai 2026 eine grosse Ausstellung, die sehr besuchenswert ist.
Elena Lux-Marx (1944, Oberammergau, DE) erzählt uns heute von ihren vielen Begegnungen mit Richard Paul Lohse. Während ihres Studiums der Malerei an der Hochschule der Künste Berlin (1965–1970) begann sie sich mit der konstruktiv-konkreten Kunst auseinanderzusetzen. Auslöser war ihr Interesse an der Farbtheorie, insbesondere der Wahrnehmungsphysiologie wie sie u. a. von Josef Albers in der Schrift «Interaction of Color» (1963) dargelegt worden war. Inspiration fand die Künstlerin in den Gesetzen der Farbdurchdringung, die seit den 1970er-Jahren ihre Malereien und Gouachen bestimmt.
Moderation: Damian Christinger (*1975, Zürich) studierte Kunstgeschichte und vergleichende Kulturwissenschaften. Er arbeitet als freier Kurator, Publizist und Dozent für verschiedene Institutionen. Sein Hauptfokus gilt der Konstruktion des Anderen in der transkulturellen Kulturgeschichte.
Nach dem Gespräch begeben wir uns zum Grab von Richard Paul Lohse und legen – wer mag –eine Kerze nieder. Danach spazieren wir ins Friedhof Forum für einen kleinen Apéro.