Im Rahmen der Fachtagung «Ökologische Vernetzung im Siedlungsraum» lernen die Teilnehmenden verschiedene Planungsgrundlagen kennen und erfahren, wie die Wirksamkeit bereits umgesetzter Massnahmen überprüft wird.
Nach den Fachreferaten am Vormittag, finden am Nachmittag jeweils Workshops und Exkursionen statt.
08.15 Uhr: Türöffnung und Registrierung der Tagungsteilnehmenden
09.00 Uhr: Begrüssung und Tagungseröffnung von Christine Bräm, Direktorin Grün Stadt Zürich, und Bettina Walch, Fachjournalistin und Moderatorin, Plan Biodivers
Ab 09:15 Uhr: Referate (Pause von 10:30 bis 11 Uhr)
Ein Blick in die Pilotstudie zum Monitoring der genetischen Vielfalt in der Schweiz.
Dr. Martin C. Fischer, ETH Zürich / Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Die grüne, blaue und sogar graue ökologische Infrastruktur ist von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung und Vernetzung von Lebensräumen, insbesondere in städtischen Gebieten, wo die Lebensräume stark fragmentiert und gestört sind und zunehmend den Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt sind.
Dr. Marco Moretti, Leiter der Forschungsgruppe Naturschutzbiologie, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Birmensdorf
Dauerhoch über 30 °C, drei Monate ohne Regen, Temperaturrekorde: Was bedeutet das für Pflanzen, Tiere, Gärten und öffentliche Grünflächen? Benötigen wir neue Strategien oder sogar neue Pflanzen?
Dr. Reinhard Witt, naturnaher Grünplaner, die naturgartenplaner
Die Stadt Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 15% ökologisch wertvolle Lebensräume im Siedlungsgebiet in der Form eines Netzwerks mit Trittsteinbiotopen, Vernetzungskorridoren und Schutzgebieten zu schaffen. Die Fachplanung Stadtnatur konkretisiert den Weg dahin. Nach rund zwei Jahren geben wir einen ersten Einblick in die bisherigen Erfahrungen.
Bettina Tschander, Fachbereichsleiterin Naturschutz und Stadtökologie, Grün Stadt Zürich
Hamburg hat rund 23% seiner Fläche als Biotopverbund rechtlich gesichert, welche im Rahmen der Stadtentwicklung und Bauleitplanung beachtet und erhalten werden müssen. Ein Instrument zur Stärkung des Biotopverbundes ist das Naturschutzgrossprojekt «Natürlich Hamburg!».
Barbara Engelschall, Projektleitung «Natürlich Hamburg!», Stadt Hamburg
Anschliessend: Fragen und Diskussion
12.15 Uhr: Mittagessen
14.00 Uhr: Selbstständige Anreise zu den jeweils gebuchten Exkursionen und Workshops
14.30 Uhr: Start der Workshops und Exkursionen (diese finden an beiden Veranstaltungstagen zeitgleich statt)
08.15 Uhr: Türöffnung und Registrierung der Tagungsteilnehmenden
09.00 Uhr: Begrüssung von Bettina Walch, Fachjournalistin und Moderatorin, Plan Biodivers
Ab 09.05 Uhr: Referate (Pause von 10.20 bis 10.50 Uhr)
Seit dem 1. Dezember 2024 gelten im Kanton Zürich neue Bestimmungen zur Grundstückbegrünung. Sie setzen die Anforderungen des Bundesrechts zum ökologischen Ausgleich im Siedlungsgebiet um. Was gilt im direkten Vollzug? Was gilt es beim Erlass von Ausführungsbestimmungen zu beachten?
Monika Mörikofer, Fachanwältin SAV Bau- und Immobilienrecht, Advokatur Mörikofer
Die Schulanlagen Triemli / In der Ey wurden mit Animal Aided Design geplant. Wir zeigen, was dies für den Planungs- und Bauprozess sowie für Flora und Fauna bedeutet, welche Erfahrungen wir gemacht haben und wie Wildtierförderung auch mit einfachen, niederschwelligen Massnahmen gelingen kann.
Manuela Boron, Projektleiterin Projektmanagement, Amt für Hochbauten Stadt Zürich
Veronika Sutter, Fachspezialistin Stadtgrün, Amt für Hochbauten Stadt Zürich
Das Schwammstadt-Prinzip bietet einen vielversprechenden Ansatz, um den Folgen des Klimawandels in zunehmend dicht bebauten Städten zu begegnen. Durch die Revitalisierung von Gewässern und Quellen entstehen wertvolle Lebensräume, die zugleich das Rückgrat einer ökologischen Vernetzung bilden.
Stefan Hasler Héritier, Direktor VSA, Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA)
Die Biotoptypenkartierung (BTK) erfasst seit 2010 die gesamte Fläche der Stadt Zürich. Die Messreihe bildet die Grundlage, um die Entwicklung der ökologischen Qualität von Grünflächen zu erfassen und getroffene Massnahmen, insbesondere der Fachplanung Stadtnatur, im Sinne einer Wirkungskontrolle zu beurteilen. Durch die Verwendung der BTK als methodische Grundlage hat die BTK einen höheren Stellenwert erhalten und wurde 2025 überarbeitet.
Antonia Eisenhut, Projektleiterin Stadtökologie, Grün Stadt Zürich
Wildstauden-Mischpflanzungen fördern nachweislich die Biodiversität im Siedlungsraum. 2021 wurden 25 Flächen in sieben Schweizer Regionen angelegt. Sechs Jahre Pflege und natürliche Entwicklung zeigen die Dynamik der Flächen und die Faktoren, die ihren Erfolg bestimmen.
Doris Tausendpfund, Leiterin Forschungsgruppe Pflanzenverwendung, ZHAW in Wädenswil
Künstliches Licht ist im Stadtraum allgegenwärtig, doch viele Wildtiere brauchen Dunkelheit. Mitten in Zürich lebt eine national bedeutende Kolonie von Wasserfledermäusen. Dunkelräume und -korridore fördern sie und die nächtliche Biodiversität.
Dr. Fabio Bontadina, Wildtierbiologe, SWILD
Anschliessend: Fragen und Diskussion sowie Zusammenfassung und Abschluss
12.15 Uhr: Mittagessen
14.00 Uhr: Selbstständige Anreise zu den jeweils gebuchten Exkursionen und Workshops
14.30 Uhr: Start der Workshops und Exkursionen (diese finden an beiden Veranstaltungstagen zeitgleich statt)
Trittsteinbiotope in Form von ökologisch wertvollen Lebensräumen (Steckbriefe öwL) bieten die Grundlage für ökologische Vernetzung. Diese werden sowohl der Fachplanung Stadtnatur wie auch dem ökologischen Ausgleich im Rahmen des PBG angerechnet. Der Workshop richtet sich an Planende und bietet Grundlagen und Hilfestellungen für die Planung von öwL. Der Workshop findet in der Stadtgärtnerei statt und wird in Kombination mit der Exkursion «Ökologisch wertvolle Lebensräume (öwL) in der Praxis» empfohlen.
Workshopleitung:
Oliver Bachmann und Antonia Eisenhut, Projektleitende Stadtökologie, Grün Stadt Zürich
In diesem Workshop erfahren Sie, wie sich Biodiversität im Siedlungsraum wirkungsvoll und messbar fördern lässt. Sie lernen die standardisierte, datenbasierte Methode von BioValues™ kennen, die Planungs- und Umweltfachpersonen dabei unterstützt, Biodiversitätsmassnahmen von der Planung bis zum Betrieb zu beurteilen, zu monitoren und gezielt weiterzuentwickeln. Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis zeigen wir, wie die Methode angewendet wird und welchen Beitrag sie leisten kann, um die ökologische Qualität von Freiräumen und Immobilien wirkungsvoll zu stärken.
Workshopleitung:
Manuela Di Giulio und Katrin Hauser, Co-Geschäftsführerinnen SiedlungsNatur GmbH
Der Ueberlandpark begrünt die Einhausung der A1 zwischen Zürichberg und Glattal. Projektleiter Silvan Durscher gibt spannende Einblicke in die Planung und Gestaltung des Parks sowie in die Pflanzenwahl und die zugrunde liegenden ökologischen Überlegungen. In den neu geschaffenen Lebensräumen wird ein wissenschaftliches Langzeitmonitoring durchgeführt, um zu dokumentieren, wie sich die Fauna im Park ansiedelt. Tierökologe André Rey präsentiert erste Ergebnisse und zeigt, wie sich Tierarten in den verschiedenen Lebensräumen des Parks etablieren.
Exkursionsleitung:
Silvan Durscher, Teamleiter Spezialprojekte, Grün Stadt Zürich
André Rey, Landschaftsarchitekt und Tierökologe
Kommen Sie mit auf einen Spaziergang entlang der Limmat. Gemeinsam erkunden wir, wie Naturschutz und Ökologie in der Stadt geplant und umgesetzt werden. Wie lassen sich ökologische Vernetzung, Hitzeminderung sowie die Bedürfnisse der Bevölkerung nach Erholung, Sport und Langsamverkehr verbinden?
Die Exkursion startet beim Landesmuseum (Schiffsstation) und endet bei der Heinrichstrasse.
Exkursionsleitung:
Nora Aellen, Projektleiterin Stadtökologie, Grün Stadt Zürich
Trittsteinbiotope in Form von ökologisch wertvollen Lebensräumen (Steckbriefe öwL) bieten die Grundlage für ökologische Vernetzung. Diese werden sowohl der Fachplanung Stadtnatur wie auch dem ökologischen Ausgleich im Rahmen des PBG angerechnet. Auf dem Gelände der Stadtgärtnerei bekommen wir einen Eindruck von diesen Lebensräumen. Die Exkursion wird als Ergänzung zum Workshop ökologisch wertvolle Lebensräume (öwL) in der Planung empfohlen.
Exkursionsleitung:
Kilian Henggeler, Projektleiter Naturberatung, Grün Stadt Zürich
Der positive Einfluss von aufgewerteten Kleinstflächen auf die Biodiversität wird oft unterschätzt. Auf einem Rundgang werden realisierte Förderprojekte gezeigt. Dabei wird deutlich, wie selbst begrünte Vordächer oder Velounterstände wertvolle Lebensräume schaffen und die Vernetzung von Grünflächen im städtischen Raum fördern. Die Teilnehmenden erfahren zudem, wie solche Flächen umgesetzt werden können und wann Förderbeiträge des Programms Stadtgrün möglich sind.
Exkursionsleitung:
Saliha Seger, Projektleiterin Stadtgrün, Grün Stadt Zürich
Michael Hagenauer, Teamleiter Naturberatung, Grün Stadt Zürich
Die Allmend Brunau ist Sportanlage, Erholungsraum und zugleich ein ökologisch wertvolles Naturschutzgebiet. Fussball, Jogging, Reiten, Hunde-Freilauf und Picknick treffen hier auf sensible Lebensräume und gefährdete Arten. Auf der Exkursion diskutieren wir, wie diese vielfältigen Nutzungsansprüche die Naturschutzarbeit von GSZ herausfordern – und welche Lösungsansätze es gibt.
Exkursionsleitung:
Muriel Perron, Projektleiterin Artenförderung und Schutzgebiete, Grün Stadt Zürich
Philipp Jucker, Teamleiter Artenförderung und Schutzgebiete
Tauchen Sie mit uns in die Welt der Gewässer ein. Erfahren Sie, welche Bedeutung praktische Massnahmen zum Hochwasserschutz für Menschen und Tiere haben. Entlang des Holderbachs zeigen wir, wie Lebensräume erhalten, geschaffen und vernetzt werden und weshalb naturnahe Gestaltung wichtig ist. Denn eine vielfältige Natur in der Stadt stärkt das ökologische Gleichgewicht und erhöht unsere Lebensqualität.
Exkursionsleitung:
Mirja Lagerström, Projektleiterin Gewässer + Hochwasserschutz, Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ)
Dorian Böhringer, Leiter Gruppe Gewässer + Hochwasserschutz Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ)
Begleiten Sie uns auf einer spannenden Tour durch den Friedhof Sihlfeld und sehen Sie, wie sich dieser Ort an neue Nutzungsbedürfnisse im Rahmen der geltenden Vorgaben anpasst. Wir zeigen, wie ökologisch wertvolle Flächen durch klare Ziele und ein strategisches Flächenmanagement in einem geschützten Gartendenkmal entstehen. Friedhofkonzept, Entwicklungsplanungen, Pflegepläne und Pflegeprofile bilden die Grundlage für die Steuerung der Entwicklung und des Gräberbedarfs.
Exkursionsleitung:
Stefan Brunner, Verantwortlicher Friedhöfe, Grün Stadt Zürich
Michaela Gonzalez, Gartendenkmalpflegerin, Grün Stadt Zürich
Auf dieser Exkursion erfahren die Teilnehmenden, wie Igel und andere kleine Wildtiere den Siedlungsraum nutzen und welchen Hindernissen sie begegnen. An konkreten Beispielen in Gärten und Grünanlagen wird gezeigt, wie Zäune, Mauern oder Treppen die Vernetzung von Wildtierlebensräumen beeinträchtigen und mit einfachen Massnahmen durchlässig gemacht werden können. Die Exkursion thematisiert die ökologische Vernetzung für kleine, bodengebundene Wildtiere im urbanen Raum und zeigt praxisnahe Lösungen auf.
Exkursionsleitung:
Dr. Sandra Gloor, Geschäftsleitungsmitglied von SWILD – Stadtökologie, Wildtierforschung, Kommunikation, Zürich
Zielpublikum: Planende (Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen etc.), Fachpersonen aus Umweltbüros, Umweltbildung, Bauverantwortliche (Genossenschaften, institutionelle Investoren und Firmen, andere Gemeinden) und Praktiker*innen.
Veranstaltungsort und Anreise: Kongresshaus Zürich, Gotthardstrasse 5, 8002 Zürich. Das Kongresshaus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Trams fahren vom Hauptbahnhof Zürich, Bahnhof Stadelhofen, Bahnhof Enge an den Bürkliplatz (4 Min. zu Fuss) und zur Stockerstrasse (5 Min. zu Fuss). In der Umgebung gibt es zudem Parkhäuser.
Durchführung: Hybrid und auf Hochdeutsch.
Kosten Teilnahme vor Ort:
Ein Tag: CHF 240
Beide Tage: CHF 450
Studierende: CHF 120
Jeweils inkl. Verpflegung und Exkursionen/Workshops (exkl. ÖV-Ticket zu den Exkursions-/Workshop-Orten).
Kosten Teilnahme online:
Ein Vormittag: CHF 80
Beide Vormittage: CHF 140
Studierende: CHF 20
Anmeldeschluss: 21.05.2026
Die Platzzahl für die Teilnahme vor Ort ist begrenzt. Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt.
Hinweis für Mitarbeitende der Stadt Zürich: Sie können online an der Fachtagung teilnehmen. Bitte nutzen Sie dazu dieses Anmeldeformular.
Veranstalterin: Grün Stadt Zürich
Die Fachtagung ist Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung «Vernetzte Natur – Lebenswerte Stadt» in der Stadtgärtnerei Zürich.
Team Grüne Bildung
Grün Stadt Zürich