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De BeleefTV – die interaktive Verbindung von Hochaltrigen und Menschen mit Demenz mit ihrer Aussenwelt

News

18. Dezember 2019

Die Alterszentren Stadt Zürich verfügen seit Dezember über vier De BeleefTV Aktivierungstische. Diese interaktiven Tische ermöglichen durch vielfältige Programme auf digitaler Basis eine spielerische Auseinandersetzung und Verbindung von Hochaltrigen oder Menschen mit Demenz mit ihrer Aussenwelt. Sie werden vor allem in der Tagesbetreuung eingesetzt und können von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Pflege aufgrund ihres intuitiven Aufbaus einfach in den Alltag integriert werden. Für fragile oder an Demenz erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner ist der Aktivierungstisch eine unkomplizierte, leicht zugängliche und spielerische Erfahrung. 

Wie alles begann
Angefangen hat alles damit, dass Cora Serafini, Leiterin des Alterszentrums Langgrüt, zufälligerweise über einen Artikel des De BeleefTV Aktivierungstischs gestolpert und daran hängen geblieben ist. Ihr Interesse war geweckt. Das war Anfang 2019, am 10. Mai stand schon ein Probetisch in ihrem Alterszentrum. Anfangs noch terminiert auf ein halbes Jahr und unter der Bedingung, ihn auch anderen Altersinstitutionen vorzustellen. Schon bald meldeten sich erste Häuser – sowohl von Seiten ASZ-Verbund als auch aus dem Kanton Zürich. Heute verfügen die Alterszentren Stadt Zürich über vier eigene Tische in den Alterszentren Limmat, Langgrüt, Doldertal und dem Bürgerasyl-Pfrundhaus. Der Probetisch wird auch weiterhin im Alterszentrum Langgrüt bleiben und Interessentinnen und Interessenten gerne zur Verfügung stehen.

Und wie funktioniert dieser Tisch?
«Vereinfacht gesehen kann man sich den Tisch wie ein überdimensionales Tablet vorstellen» meint Cora Serafini lächelnd. Der Tisch ist horizontal, vertikal sowie in der Höhe einfach verstellbar und ist mit neun Softwarepaketen bzw. Menüs gefüttert. Es gibt Erinnerungsmenüs, Zauber- und Familienmenüs, ein Lächelmenü und sogar ein Lebensbuch kann gestaltet werden. Letzteres bietet die Möglichkeit, ein personalisiertes digitales Lebensbuch einzelner Bewohner*innen zu kreieren. Es entsteht so auch Raum für Aufmerksamkeit und die zahlreichen Lebensgeschichten. Viele Hochaltrige und Menschen mit Demenz haben das Bedürfnis, auf ihr Leben zurückzublicken und Erfahrungen zu teilen. Die Gründer von De BeleefTV möchten dem Pflegepersonal und den Bewohner*innen sowie ihren Angehörigen diese Möglichkeit geben und sie darin unterstützen.

Jedes der Menüs ist spezifisch konzipiert. Zum Beispiel unterstützt das «Zaubermenü» Menschen mit vielen Einschränkungen. Die Anwendungen in diesem Menü stimulieren die Feinmotorik mit einfachen Spielen. Das «Familienmenü» ist für die ganze Familie geeignet und fördert die Interaktion zwischen Grosseltern und Enkelkindern. So ist auch eine Verbindung zwischen den Generationen auf unkomplizierte Art und Weise möglich.

Mehr zur Entstehungsgeschichte des Tisches, dessen einzelne Programme und zur technischen Funktionsweise finden Sie unter www.DeBeleefTV.de.

Was sind die Vorteile des Tisches?
Auf der Website von De BeleefTV steht, dass die verschiedenen Formen von kognitiven Einschränkungen sich bei mangelnden Aktivitäten verschlimmern. Fehlende Reize sorgen dafür, dass das Gehirn nicht mehr stimuliert wird, was sich negativ auswirkt. Der interaktive Tisch kann hier unterstützen.

Nebst der sehr einfachen Bedienung, der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und dem nicht zu unterschätzenden Spassfaktor, sind die grössten Vorteile des Tisches die Reaktionen der Benutzerinnen. Gemäss Alojzije Trogrlic, Leiter Betreuung und Pflege im Alterszentrum Langgrüt, werden sie aus einer allfälligen Passivität herausgeführt und nehmen aktiv und mit Freude an den Sequenzen teil. Erinnerungen werden wachgerufen, das Gedächtnis trainiert, es wird gelacht und gestritten.

«Man hat die Möglichkeit, viel von den einzelnen Menschen zu erfahren und Themen zu finden, die sie interessieren. Durch das oftmalige Zurückkehren in die Vergangenheit durch ein Memoryspiel oder das Hören von alter Musik, die mittels Jukebox aufgerufen werden kann, werden Dinge wachgerufen, die schlummerten». So hat sich ein Bewohner unlängst durch ein Lied und das passende Bild auf dem Schirm an sein früheres Handorgelspiel erinnert, während eine andere Bewohnerin meinte, das Harfe spielen habe sie schon immer gemocht. Und schon entstehen neue Geschichten, Themen und freudvolle Gespräche. 

Wie geht es weiter?
Die vier Tische werden nun intensiv eingesetzt und können, bei Interesse, zwischen den einzelnen Häusern der Alterszentren Stadt Zürich, ausgeliehen werden. Natürlich sammeln die einzelnen Alterszentren auch Erfahrungen und tauschen sich rege untereinander aus. Wer mehr über den Aktivierungstisch wissen möchte, kann sich gerne an Cora Serafini, Leiterin Alterszentrum Langgrüt, wenden:+41 44 414 26 30.