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Hintergrund

Die Erdgas-Versorgung im Fernwärmegebiet Zürich-Nord wird zwischen 2016 und 2024 etappenweise stillgelegt. Dieser Entscheid ist die Folge eines Stadtratsbeschlusses von 1992: Langfristig soll nur ein einziger leitungsgebundener Energieträger im Gebiet bestehen bleiben – die «Zürich Wärme» (Fernwärme) von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich.

Die Gründe in Kürze

Lokale Nutzung umweltfreundlicher Energie

Abwärme, die bei der fachgerechten Verbrennung von Hauskehricht anfällt, kann ohne substanziellen Energieverlust nur über begrenzte Distanz transportiert werden. Wird sie nicht innerhalb dieses Umgebungs-Gebietes genutzt, verpufft wertvolle umweltfreundliche Energie. Deshalb hat im Fernwärmegebiet Zürich-Nord der Einsatz von Abwärme aus dem Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz Vorrang.

Diese Priorisierung macht auch aus Sicht des Klimaschutzes Sinn: Die Nutzung von «Zürich Wärme» ist deutlich klimafreundlicher: Die Abwärme aus der Abfall- und Holzverbrennung ist zu 80 Prozent CO₂-neutral und dient somit der Erfüllung von umweltpolitischen Zielen der Stadt Zürich. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft Stadt Zürich getan.

Schaffung Prioritätsgebiet für Fernwärme

Bereits 1977 wurde in Zürich-Nord ein Prioritätsgebiet für Fernwärme geschaffen (Wärmeversorgungsgebiet), um die optimale Nutzung der lokal vorhandenen Abwärme aus der Abfallverbrennung rund um das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz zu ermöglichen.

Mit dem Stadtratsbeschluss von 1992 wurde die prioritäre Nutzung der ERZ Fernwärme in diesem Gebiet weiter gefestigt: Möglichst viele der bisher mit Erdgas beheizten Liegenschaften sollen ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Solange ein wirtschaftlicher Betrieb des Erdgas-Netzes möglich ist, kann die Erdgasversorgung für bestehende Kundinnen und Kunden aufrechterhalten werden. Längerfristig soll sich die Erdgasversorgung jedoch aus dem Fernwärmegebiet zurückziehen. 

Erdgasversorgung nicht mehr wirtschaftlich

Infolge der Priorisierung von «Zürich Wärme» und weil viele Gebäude in Zürich-Nord energetisch saniert wurden, blieben in den letzten Jahren Neuanschlüsse für Erdgas aus. Dies führt  seit längerem zu einem sinkendem Erdgas-Absatz im Fernwärmegebiet Zürich-Nord. Mit den rückläufigen Einnahmen können die jährlichen Instandhaltungs- und Betriebskosten sowie anstehende Sanierungen und die Kosten für Umlegungen der Erdgas-Leitungen nicht mehr finanziert werden.

Die Erdgas-Versorgung im Fernwärmegebiet Zürich-Nord kann daher mittelfristig nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, so dass die Energie 360° AG (ehemals Erdgas Zürich) zusammen mit der Stadt Zürich den Entscheid zur Stilllegung der Erdgas Leitungen getroffen hat.

Ein Schritt Richtung 2000-Watt-Gesellschaft

Wenn wir die weltweiten Energiereserven schonen und die Umweltbelastung auf ein vertretbares Mass senken wollen, müssen wir unseren Energieverbrauch und CO2-Ausstoss deutlich reduzieren. Mit der Nutzung von erneuerbaren Energien will ERZ Fernwärme dazu beitragen, dass die Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen Öl und Erdgas in den kommenden Jahren weiter verringert wird. Mit dem Anschluss von 200 Liegenschaften an das Netz von Fernwärme Zürich werden 64 Prozent des heutigen Erdgasverbrauchs in Zürich-Nord durch Zürich Wärme ersetzt, die zu 80 Prozent CO2-neutral ist. Damit werden 5000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

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