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Die SAW ist 70 Jahre alt

News

11. September 2020

Die Stiftung Alterswohnungen SAW hat allen Grund zu feiern: Am 28. Juni 1950 wurde sie per Gemeinderatsbeschluss gegründet – damals noch unter dem Namen «Stiftung Wohnungsfürsorge für betagte Einwohner der Stadt Zürich». ​​​Aufgrund der Covid-19-Pandemie feiert die SAW das Jubiläum mit mehreren kleinen, über ein ganzes Jahr verteilten Anlässen und Aktivitäten. 

In den vergangenen 70 Jahren ist die Stiftung Alterswohnungen kräftig gewachsen: Rund 2000 günstige Wohnungen stehen heute in 34 Siedlungen für gut 2300 Mieterinnen und Mieter zur Verfügung. In den kommenden Jahren sollen es noch mehr werden, denn das Bedürfnis nach bezahlbarem Wohnraum für ältere Menschen ist in der Stadt Zürich noch lange nicht gestillt. Sich auf Bestehendem auszuruhen, entspricht nicht der SAW. Neugierig und mit offenem Blick geht sie in die Zukunft und sucht nach Optionen mehr kostengünstigen Wohnraum für ältere Menschen zu schaffen und neue Wohnformen zu realisieren.

Geburtstage sind immer auch eine Gelegenheit zurückzuschauen auf das, was war und das, was erreicht wurde. Wer heute auf die Situation zurückblickt, die zum Gründungsbeschluss der SAW führte, erfährt von prekären Verhältnissen, die in den Sitzungsprotokollen des Gemeinderats aus jener Zeit beschrieben werden. Die Wohnungsnot in Zürich war gross und viele ältere Menschen lebten in bitterer Armut, in engen Zimmern ohne fliessend Wasser, ohne Küche und ohne Toilette. Die AHV war erst 1948 eingeführt worden und bot noch keine gesicherten Renten für alle. Um die Lage zu verbessern, beschloss der Gemeinderat am 28. Juni 1950 die Gründung der «Stiftung Wohnungsfürsorge für betagte Einwohner der Stadt Zürich», die der heutigen SAW entspricht. Von da an ging es schnell: Bereits am 1. Oktober des gleichen Jahres bewilligten die Zürcher Stimmbürger (Frauen durften erst ab 1971 abstimmen) mit 47 031 Ja gegen nur 8919 Nein das nötige Eigenkapital von 1,6 Millionen Franken für den Bau der Gründungssiedlung Espenhof. Zwei Jahre später konnten die ersten 127 1-Zimmerwohnungen bezogen werden. 780 Personen hatten sich dafür beworben.

​Anlässe und Aktivitäten im Jubiläumsjahr
Statt im Rahmen eines einmaligen grossen Festes zu feiern, nutzt die SAW ein Jahr lang verschiedene Gelegenheiten, um auf das Jubiläum aufmerksam zu machen. Pünktlich zum Gründungstag am 28. Juni 2020 präsentierte die Stiftung Alterswohnungen ihre neue Website, www.wohnenab60.ch. Neu bietet die SAW ihren Mieterinnen und Mieter jetzt auch, sich online über ein virtuelles «Schwarzes Brett» zu vernetzen. Über diese interaktive Anschlagtafel können Mietende gemeinsame Veranstaltungen organisieren, Mitglieder für Lesegruppen oder Spielrunden suchen und Interessierte auf besondere Aktivitäten in ihrer Siedlung aufmerksam machen. Die Website kommt mit ihren vielen grossen Bildern einiges farbiger daher als ihre optisch nüchternere Vorgängerin, die aus technischen Gründen ersetzt werden musste.

Pionierprojekt in der Gründungssiedlung
Am 7. Juli 2020 gab es einen weiteren Anlass zum Feiern: In Kooperation mit dem Verein queerAltern und den Pflegezentren der Stadt Zürich entsteht im Rahmen der Ersatzüberbauung Espenhof Nord das schweizweit erste durchlässige Wohn- und Lebensprojekt für alternde Menschen, die sich selbst als queer bezeichnen. Einer von drei Neubauten wird nicht nur 20 Wohnungen für Angehörige der LGBTI*-Community enthalten, sondern auch Platz für drei Pflegewohngruppen bieten. Die Umsetzung dieses wegweisenden Projekts soll von einem Forschungsteam wissenschaftlich begleitet werden, um herauszufinden, wie das spezielle Konzept die Befindlichkeit der betreffenden Mieter*innen beeinflusst. Mehr Informationen

Coronasichere Siedlungseröffnung mit Musik
Am 28. August wurde die SAW-Siedlung Helen Keller in Schwamendingen mit einem ganz besonderen Hauskonzert eröffnet. Ein grosses Eröffnungsfest, wie es vor zwei Jahren beim Bezug der ersten beiden Siedlungshäuser gefeiert wurde, liess sich in Zeiten von Corona nicht durchführen. Um die nötigen Abstände einhalten zu können, veranstaltete die Stiftung in jedem der vier Häuser ein individuelles «Treppenhauskonzert» nur für die Mieterinnen und Mieter. Der Apéro wurde für einmal in einer Papiertasche gereicht. So konnten die Mieterinnen und Mieter vor der eigenen Wohnungstür mit einem Glas in der Hand den Reden von Stadtrat Andreas Hauri und SAW-Direktorin Andrea Martin-Fischer zuhören sowie den anwesenden Stiftungsräten und den zwei jungen Musikern der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zuprosten, welche die Kunstinstallationen der Künstlerin Nevin Aladağ in den Hauseingängen zum Klingen brachten. 

​Blick in die Zukunft
Wie es sich für ein Geburtstagskind gehört, ist die Stiftung mit den Jahren stetig gewachsen. Ebenso stieg aber auch der Bedarf nach günstigen, altersgerecht konzipierten Wohnungen. Wie drängend der Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum für die ältere Bevölkerung ist, zeigte auch das Mitwirkungsverfahren zur Entwicklung der neuen Altersstrategie, in der dieses Thema einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Es ist auch im Sinne der heutigen Stadtzürcher Alterspolitik, dass die SAW weiterhin wächst und neue, günstige Alterswohnungen baut. Dazu gehört die Entwicklung neuer Wohnformen, welche die Veränderungen der Gesellschaft und derer Bedürfnisse aufnimmt. Mit diesen Aussichten blickt die SAW in eine spannende Zukunft. Zum alten Eisen gehört sie mit ihren 70 Jahren noch lange nicht. Das Jubiläumsjahr dauert noch bis zum 28. Juni 2021. Es gibt also noch einige Gelegenheiten, auf den 70. Geburtstag der SAW anzustossen und die Bäume in den Himmel wachsen zu lassen.